Auf den Schneeberg, hintenrum

Beitragsbild. Foto: Silvia Henglmüller

Eine Schneebergüberschreitung, die im Gegensatz zu den Steigen nicht besonders schwierig ist. Für den anstrengenden Aufstieg wird man mit der fantastischen Aussicht belohnt. Runter geht‘s mit der Salamanderbahn.

Auf dem Fadensteig und durch die Weichtalklamm bin ich schon oft auf den Schneeberg gegangen. Runter ging es dann meistens über den Schauerstein. Diesmal möchte ich zur Abwechslung dort hinaufgehen.

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Wie so oft nehme ich den CJX9 Richtung Süden, diesmal ein nagelneuer Doppelstockzug. Ich habe die Wahl, mit diesem nach Ternitz zu fahren und von dort mit dem Bus weiter zum Sessellift Losenheim oder in Wiener Neustadt in den R98 nach Puchberg umzusteigen und  mit demselben Bus weiter. Heute ist mir nach mehr Zugfahren. Im R98, der wie immer ganz hinten von Bahnsteig 8E fährt, treffe ich zufällig die bahnzumberg-Legende Peter. Mit guter Unterhaltung vergeht die Fahrt wie im Flug.

In Wiener Neustadt verlasse ich den CJX9, der nach Payerbach-Reichenau weiterfährt. Foto: Silvia Henglmüller
In Wiener Neustadt verlasse ich den CJX9, der nach Payerbach-Reichenau weiterfährt. Foto: Silvia Henglmüller
In Puchberg steigt man vor dem Bahnhof in den Bus um. Foto: Silvia Henglmüller
In Puchberg steigt man vor dem Bahnhof in den Bus um. Foto: Silvia Henglmüller

In Losenheim wandere ich los

Der Bus zum Sessellift Losenheim ist gut gefüllt mit Wanderfreunden.

Vom Bus aus sehe ich schon mein Ziel, den Schneeberg. Foto: Silvia Henglmüller
Vom Bus aus sehe ich schon mein Ziel, den Schneeberg. Foto: Silvia Henglmüller

Ich bin zum ersten Mal hier, seit der Alpen Bikepark Schneeberg beim Sessellift eröffnet wurde, und stelle erfreut fest, dass der Aufstieg zur Edelweißhütte dadurch nicht beeinträchtigt wird. Radfahrer, Kühe und Wanderer sind durch unscheinbare Elektrozäune gut voneinander getrennt. Nach ca. einer Stunde der gelben Markierung folgend und steilem Aufstieg genieße ich den Ausblick von der Hütte.

Aussicht von der Edelweißhütte. Foto: Silvia Henglmüller
Aussicht von der Edelweißhütte. Foto: Silvia Henglmüller

Während die anderen Wanderer den Weg zum Fadensteig einschlagen, biege ich rechts ab zur Speckbacher Hütte und folge weiter der gelben Markierung am Fadenweg. Dieser hat seinen Namen zwar nicht von fad im Sinne von langweilig, wird aber oft so gesehen. Stimmt das auch?

Anfangs jedenfalls nicht, denn als netter Wanderweg geht er erst leicht bergab und dann ziemlich eben dahin mit Aussicht Richtung Gutensteiner Alpen.

Hier stößt man auf die Forststraße, die unter der Felswand vorbeiführt. Foto: Silvia Henglmüller
Hier stößt man auf die Forststraße, die unter der Felswand vorbeiführt. Foto: Silvia Henglmüller

Nach einer guten halben Stunde komme ich auf die (fade) Forststraße, auf der ich ebenfalls eine gute halbe Stunde stetig leicht bergauf gehe. Beim Großen Rossgrabensattel zweigt der Fleischersteig ab. Nahe der Krempel Hütte habe ich mit ca. 6,5 Kilometern den längsten Teil bereits hinter mir. Ich folge den gelben Pfeilen und der grünen Markierung den Weg hinauf zum Schauerstein. Bei der Hütte hätte ich mich allerdings rechts halten sollen, um durch den Wurzengraben an der roten und später blauen Markierung auf dem Weg, der von der Kienthaler Hütte raufkommt, direkt auf’s Klosterwappen zu kommen. Stattdessen gehe ich links zum Schauerstein. Der Wald lichtet sich zusehends und bald bin ich zwischen den Latschen unterwegs.

Die Aussicht ist fantastisch. Foto: Silvia Henglmüller
Die Aussicht ist fantastisch. Foto: Silvia Henglmüller

Dem Gipfel entgegen

Der Aufstieg gestaltet sich physisch und mental herausfordernd, oder wie Peter im Zug gesagt hat: “Es zieht sich.”  Ein entgegenkommender Wanderer ermutigt mich mit der Aussicht auf den köstlichen Apfelstrudel auf der Hütte. Und Umdrehen ist auch keine Option. Belohnt werde ich mit einer fantastischen Aussicht von der Rax bis weit ins Niederösterreichische Alpenvorland. Nach insgesamt 4 ¾ Stunden stehe ich am Klosterwappen.

Gipfelkreuz. Foto: Silvia Henglmüller
Gipfelkreuz. Foto: Silvia Henglmüller
Endlich am Klosterwappen angekommen. Foto: Silvia Henglmüller
Endlich am Klosterwappen angekommen. Foto: Silvia Henglmüller

Nach diesem anstrengenden Aufstieg genehmige ich mir erstmal eine Pause. Mein Plan war, bis zur Haltestelle Baumgartner runter zu gehen und von dort knieschonend mit der Salamanderbahn ins Tal zu fahren. Den Fahrschein habe ich bereits gekauft. Ob sich das ausgeht?

Immer wieder bin ich begeistert vom schönen Schneebergplateau. Foto: Silvia Henglmüller
Immer wieder bin ich begeistert vom schönen Schneebergplateau. Foto: Silvia Henglmüller

Gemütlich mit dem Salamander abwärts

Ich sause runter zum Damböckhaus und die Gegensteigung rauf. Beim Elisabethkircherl zeigt der gelbe Pfeil 45 min zur Haltestelle Baumgartner an. Das schaffe ich sicher nicht bis zu meiner gebuchten Abfahrt. Aber bei der Hinfahrt meinte Peter, dass ich den Vollpreis bezahlt habe. Das gibt mir Hoffnung, dass ich dann auch von der Bergstation mitfahren kann. Ich dränge mich durch die Warteschlange durch in den Shop. Tatsächlich: meine Fahrkarte gilt genauso ab hier für die Bahn, die in 15 Mintuen kommt.

Die Salamanderbahn fährt ein. Foto: Silvia Henglmüller
Die Salamanderbahn fährt ein. Foto: Silvia Henglmüller

Die meisten Fahrgäste bleiben gleich nach dem Drehkreuz stehen, deshalb gehe ich ganz am Bahnsteig ganz nach vorne. Im vorderen Waggon sind dann tatsächlich sogar noch ein paar Sitzplätze frei. Wenig später lasse ich mich wirklich knieschonend vom Salamander talwärts bringen. Und sogar die Buchtel, auf die ich mich gefreut hatte, bekomme ich in der kurzen Fahrtpause bei der Station Baumgartner.

Puchberg am Schneeberg. Foto: Silvia Henglmüller
Puchberg am Schneeberg. Foto: Silvia Henglmüller

Zurück von Puchberg nehme ich wieder die gleichen Züge wie bei der Hinfahrt. Der gpx Track zeigt die Tour, wie ich sie ursprünglich geplant hatte. Von der Bergstation zur Schutzhütte Baumgartner sind es gut 2 Kilometer und 400 Höhenmeter bergab, zum Bahnhof Puchberg insgesamt etwa 10 Kilometer und über 1200 Höhenmeter bergab. Für einen kompletten Abstieg sollte man 2,5 Stunden einplanen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   6:00 Std Wandern   1.200 HM   700 HM   12 km   GPX Track

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