Entlang der Talfer auf den Ochsner

Gipfelpanorama am Ochsner. Foto: Melanie

Das Altschneeproblem bei Lawinenwarnstufe 3 bleibt weiterhin bestehen, weshalb wir wieder eine Tour in mäßig steilem Gelände suchen, die uns dennoch schöne Landschaften und Abfahrten bieten soll. Diesmal folgen wir der Talfer flussaufwärts von ihrer Einmündung in den Eisack in Bozen bis in die Nähe ihres Ursprungs am Sarner Weißhorn (auch Penser Weißhorn genannt). Jedoch biegen wir kurz vor dem Talschluss der Talfer im Anblick der mächtigen Wände des Sarner Weißhorns ab und besteigen den Ochsner über die Rosseben.

Die Skitourenziele ab der Bushaltestelle Asten sind unzählig. Sie werden uns während unserer heutigen Tour begleiten. Einige sind am Ende des Tourenberichts aufgezählt (siehe Alternativen).

Achtung! Je nach Lawinenlage kann diese grundsätzlich sichere Skitour dennoch lawinengefährdet sein, u.a. durch die oberhalb liegenden Steilhänge entlang der Penser-Joch-Straße und auch am Talschluss, wo die Forststraße eine Kehre macht.

Anfangs geht es daher mit dem Bus vom schneefreien Bozen, in unserem Fall von der Haltestelle Petrarcapark direkt neben der Talfer, durch das verschneite Sarntal bis nach Asten. Ab Reinswald sind wir fast allein im Bus, und an der Endstation erwartet uns eine andere Welt. Asten liegt noch im Schatten der Berge und wir spüren die Kälte hier hinten im Tal. Umgeben von Berghöfen genießen wir die Idylle an unserem ersten „Zwischenziel“ entlang der Talfer.

Mit dem Bus geht es von Bozen so weit wie möglich die Talfer flussaufwärts. Foto: Christian Pyerin
Mit dem Bus geht es von Bozen so weit wie möglich die Talfer flussaufwärts. Foto: Christian Pyerin

Aufstieg

Hier müssen wir vom Bus auf die Ski umsteigen, um der Talfer flussaufwärts zu folgen. Anstatt direkt bei der Bushaltestelle die Tourenski anzuschnallen, gehen wir jedoch noch ein kurzes Stück entlang der Straße, um die ersten Höhenmeter gemütlich den Hang zu unserer linken Seite mit einer Kehre querend auf einem Forstweg zurückzulegen. Der Weg beginnt kurz vor einer kleinen Brücke über die Talfer. Danach müssen wir durch steiles, schneearmes Gelände über die Wiese zur im Winter gesperrten Penser-Joch-Straße aufsteigen. Alternativ kann man jedoch auch direkt bei der Haltestelle die Ski anschnallen (siehe Varianten).

Wir gehen noch der Straße entlang bis zu einer kleinen Brücke über die Talfer. Vor uns sehen wir den Astenberg, der auch als Skitour bestiegen werden kann. Foto: Christian Pyerin
Wir gehen noch der Straße entlang bis zu einer kleinen Brücke über die Talfer. Vor uns sehen wir den Astenberg, der auch als Skitour bestiegen werden kann. Foto: Christian Pyerin

Bei bestem Wetter und umgeben von weiteren Skitourenzielen und unzähligen Tierspuren, folgen wir der Penser-Joch-Straße und absolvieren zügig die ersten Kilometer auf der Straße. Bei der ersten Kehre, an der die Straße über eine Brücke über die Talfer führt, verlassen wir die Straße, um dem Bach entlang auf einer Forststraße geradeaus zu gehen.

Wir folgen der Straße. Heute sind weder Autos noch Rinder zu erwarten. In der Bildmitte ist der Rönthenspitz zu sehen, der sich auch zu einer Skitour einlädt. Foto: Melanie
Wir folgen der Straße. Heute sind weder Autos noch Rinder zu erwarten. In der Bildmitte ist der Rönthenspitz zu sehen, der sich auch zu einer Skitour einlädt. Foto: Melanie
Sarner Weißhorn; Brücke über die Talfer, wir folgen der Talfer. Foto: Christian Pyerin
Sarner Weißhorn; Brücke über die Talfer, wir folgen der Talfer. Foto: Christian Pyerin

Wir kommen den mächtigen Hängen des Sarner Weißhorn näher und entscheiden uns – aufgrund des potenziell gefährlichen Lawineneinzugsgebiets vor uns – nicht bis zur Kehre auf der Forststraße zu bleiben, sondern bereits bei einer Hütte und Brücke nach links durch den Wald abzukürzen. Nach vielen Spitzkehren erreichen wir wieder die Forststraße, der wir bis zur Rossebenalm folgen.

Abkürzen durch den Wald bedeutet für uns Spitzkehren üben. Foto: Christian Pyerin
Abkürzen durch den Wald bedeutet für uns Spitzkehren üben. Foto: Christian Pyerin
Wir erreichen die Rossebenalm. Foto: Christian Pyerin
Wir erreichen die Rossebenalm. Foto: Christian Pyerin

Im kupierten Gelände der Rossebenalm steigen wir sanft Richtung Ochsner auf, wobei wir ab hier den Blick auf das Sarner Weißhorn nicht mehr verlieren werden. Das Sarner Weißhorn hat die Talfer als unseren Begleiter im zweiten Abschnitt unserer Skitour abgelöst. Zwischen den kleinen Hügeln der Rosseben wählen wir eine angenehme und möglichst gleichmäßige Steigung für den Anstieg. Unsere Vorfreude auf die Abfahrt wächst.

Aufstieg auf der Rossebenalm. Mitte-rechts: Sarner Weißhorn – ein anspruchsvolleres Skitourenziel. Foto: Melanie
Aufstieg auf der Rossebenalm. Mitte-rechts: Sarner Weißhorn – ein anspruchsvolleres Skitourenziel. Foto: Melanie
Über die weitläufige „Rossebn“ in Richtung Gipfelkreuz des Ochsners (hinten, mitte-rechts im Bild). Foto: Christian Pyerin
Über die weitläufige „Rossebn“ in Richtung Gipfelkreuz des Ochsners (hinten, mitte-rechts im Bild). Foto: Christian Pyerin

Es geht sehr schnell voran, und wir erreichen den Bergrücken, der uns die letzten Meter zum Ochsner führen wird. Ab hier kommen wir nur mehr sehr langsam voran… Eine atemberaubende Aussicht eröffnet sich in fast alle Richtungen! Nach einem mäßig steilen Aufschwung erreichen wir auch schon das Skidepot kurz unterhalb des Gipfels, von wo wir ohne Ski die letzten Höhenmeter hinaufspazieren. Auch am Gipfel bleiben wir an diesem sonnigen Tag besonders lange, um das großartige Panorama auszukosten. Wir wollen nicht mehr weg.

Der letzte Aufschwung zum Ochsner liegt vor uns (Gipfelkreuz mitte-rechts im Bild). Foto: Christian Pyerin
Der letzte Aufschwung zum Ochsner liegt vor uns (Gipfelkreuz mitte-rechts im Bild). Foto: Christian Pyerin
Gipfelkreuz des Ochsners: Wir können nicht aufhören die Bergwelt zu bestaunen und besprechen unsere Abfahrtsmöglichkeiten. Foto: Melanie
Gipfelkreuz des Ochsners: Wir können nicht aufhören die Bergwelt zu bestaunen und besprechen unsere Abfahrtsmöglichkeiten. Foto: Melanie

Abfahrt

Nach einer langen Pause überwinden wir uns den Gipfel wieder zu verlassen – es wird doch etwas frisch auf Dauer. Am Skidepot angekommen entscheiden wir mehr oder weniger über die Aufstiegsspur abzufahren. Sowohl der steile Graben direkt unter uns als auch die steile Abfahrt weiter östlich der Aufstiegsspur, werden wir wohl bei besseren Verhältnissen befahren. Die Entscheidung war gut, und wir genießen die Abfahrt im feinsten Schnee. Es wechseln sich – wie bereits im Aufstieg – mäßig steile und flachere Abschnitte ab.

Abfahrt mit Blick auf das Penser Joch und die Berge dahinter. Foto: Christian Pyerin
Abfahrt mit Blick auf das Penser Joch und die Berge dahinter. Foto: Christian Pyerin

Am unteren Ende der Rossebenalm angekommen, folgen wir der Forststraße, aber nicht ohne Abkürzungen durch den Wald. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten in unterschiedlichsten Steilheiten. Wir verpassen die letzte gute Möglichkeit durch den Wald zum Talboden abzukürzen, sodass wir in der Abfahrt der Forststraße bis zur Kehre und zurück zur ersten Kehre der Penser-Joch-Straße folgen.

Abfahrtsspaß im Wald. Foto: Christian Pyerin
Abfahrtsspaß im Wald. Foto: Christian Pyerin
Diesmal auf der Forststraße bis zum Talschluss. Foto: Christian Pyerin
Diesmal auf der Forststraße bis zum Talschluss. Foto: Christian Pyerin

Wieder zurück auf der Penser-Joch-Straße, gleiten wir gemütlich mit wenigen Schwüngen zurück in Richtung Asten. Es bleibt genug Zeit den Sarntaler Ostkamm zu betrachten, und über die nächsten Skitourenziele zu träumen.

Retour auf der gesperrten SS 508 (Strada Statale / Staatsstraße). In der Bildmitte: Mutnelle, mitte-links: Tagewaldhorn, links hinten: Sulzspitze – alles mögliche Skitourenziele ab Asten. Foto: Christian Pyerin
Retour auf der gesperrten SS 508 (Strada Statale / Staatsstraße). In der Bildmitte: Mutnelle, mitte-links: Tagewaldhorn, links hinten: Sulzspitze – alles mögliche Skitourenziele ab Asten. Foto: Christian Pyerin

Wir entscheiden uns bereits bei der letzten Kurve der Straße kurz vor Asten entlang eines kleinen, engen Weges abzufahren. Wir fahren noch etwas im patzigen Schnee auf der Wiese ab, bevor wir sie zu unserem Aufstiegsweg queren, und an ihrem südlichen Rand zur Langlaufloipe abfahren. Wir kreuzen die Langlaufloipe und fahren vorbei an der Bushaltestelle direkt zum Alpenrestaurant Elisabeth. Im Gegensatz zu in der Früh herrscht nun in Asten ein reges Treiben. Neben den sich tummelnden Langläufer*innen und Rodler*innen, gibt es aber auch Restaurantgäste, die wie wir bei einem Getränk die Sonne auf der Terrasse genießen.

Die Langlaufloipe kreuzend Richtung Bushaltestelle. Foto: Christian Pyerin
Die Langlaufloipe kreuzend Richtung Bushaltestelle. Foto: Christian Pyerin
Auf der (in diesem Moment nicht…) sonnigen Terrasse des Alpenrestaurants Elisabeth überbrücken wir die Wartezeit auf den Bus. Eine eventuell bessere Abfahrtsmöglichkeit von der Penser-Joch-Straße nach Asten ist zwischen Hof und Wald ersichtlich. Foto: Christian Pyerin
Auf der (in diesem Moment nicht…) sonnigen Terrasse des Alpenrestaurants Elisabeth überbrücken wir die Wartezeit auf den Bus. Eine eventuell bessere Abfahrtsmöglichkeit von der Penser-Joch-Straße nach Asten ist zwischen Hof und Wald ersichtlich. Foto: Christian Pyerin

Hier verweilen wir bis uns der nächste Bus entlang der Talfer zurück nach Bozen bringt. In Bozen spaziere ich zufällig am Weg nach Hause an der Talfermüdung in den Eisack vorbei. In den letzten Sonnenstrahlen verweile ich auf der Gelben Brücke und genieße die letzten Momente der heutigen Tour.

Zurück nach Bozen. Foto: Christian Pyerin
Zurück nach Bozen. Foto: Christian Pyerin
Am Weg nachhause passiere ich die Talfermündung. Foto: Christian Pyerin
Am Weg nachhause passiere ich die Talfermündung. Foto: Christian Pyerin

Fazit

Trotz der erheblichen Lawinengefahr (Lawinenwarnstufe 3) fanden wir eine wunderschöne Skitour mit grandiosem Ausblick über die Sarntaler Alpen und darüber hinaus. Die Abfahrt über die weite Gasseben und die Einkehr im Tal rundeten die Tour ab. Wir genossen die Skitour in vollen Zügen und kommen definitiv wieder!

Varianten und Alternativen

Es gibt verschiedene Varianten um vom Tal zur Penser-Joch-Straße und zurückzukommen. In der Wiese westlich vom Alpengasthof Elisabeth haben wir schöne Abfahrtspuren beobachtet. Diese Variante werden wir das nächste Mal probieren.

Zwischen der Forststraße kann man sowohl im Aufstieg als auch in der Abfahrt viele verschiedene Wege wählen.

Vom Ochsner kann man entweder bei guten Verhältnissen direkt vom Skidepot steil abfahren, oder eine der anderen unzähligen Hänge, die man erreicht, wenn man dem Kamm entlang in Richtung Osten folgt.

Alternative Skitourenziele: Sarner Weißhorn, Astenberg, Röthenspitz, Gänskragen, Tatschspitze, Nördliche Sulzspitze, Sulzspitze, Tagewaldhorn, Hörtlahner, Mutnelle – alle ab der Bushaltestelle Asten. Siehe „Skitouren – Sarntaler Alpen und westliche Dolomiten“ von Ulrich Kössler – Tappeiner Verlag (2014)

Langlaufen: Ebenso hat uns die Langlaufloipe Pensertal sehr angesprochen. Sie erstreckt sich von Weißenbach bis Asten und bietet eine tolle alternative Winteraktivität.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   5:00 Std Skitour   900 HM   900 HM   11 km   GPX Track

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