Im Februar 2026 aus der Taugl nach Hintersee
Zum Einstieg 5 Kilometer, und am Ende nochmal 1 Kilometer Asphalt: also ein Drittel der Tour auf der Straße; hört sich nicht so gut an. Aber dazwischen über Forstwege und Almsteige auf die südlich-sonnigen Almen der Taugl und durch das schattige Tiefenbachtal nach Hintersee: das hat schon was!
In Hallein – hier steige ich auf die Linie 460 um – mache ich alles richtig: „Bitte bis St. Koloman Gmainweg“ sage ich zum Chauffeur, dessen einziger Fahrgast ich an diesem Montag um 10 Uhr bleibe. Vor dem Aussteigen bedanke ich mich für die Genussfahrt: ruhiges Dahingleiten ohne Unterbrechung (da niemand zusteigt und der Fahrer genau weiß, wie schnell er fahren muss/darf, um zur rechten Zeit an den Haltestellen vorbeizufahren) und meditative Stille (keine Musik).

Bei der Station Gmainweg muss der Bus wenden – und ich begebe mich auf den „Straßenhatscher“, der allerdings auf ganzer Länge durch nichts Motorisiertes gestört wird.

Die Nahumgebung (und die Gedankengänge, die mir Bluetooth auf die Ohrhörer überträgt) verkürzen den Weg.

Schon vor der „David-Kapelle“ nehme ich einen Wiesenweg und auch nach dem Bauernhof probiere ich einen Waldweg, der mich in schönen Kurven zum Gaisberg (ÖK; auf den gelben Wegweisern: Egg) führt.

Auf schönem Zugweg über die Wiesen, durch den Wald, wieder über einen Wiese und ein Waldstück: nun liegt die Gugelanalm vor mir.

Da die Schneeschuhe zu Hause geblieben sind suche ich mir die aperen Stellen, nutze die Reste einer Skispur und den einen oder anderen langen Schatten, der noch tragenden Harsch verspricht, um das Stapfen in Grenzen zu halten. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreiche ich die Almhütten.

Titelfoto: Ich hänge meine Seele an den Dachbalken und lasse sie in der Sonne baumeln. Die geschindelte Holzwand schützend im Rücken schaue ich den Bergen beim Berg-Sein zu, während die Ohren das verschwebende Schweigen des Windhauchs in Fichtenwipfeln erhaschen. Hidden Pearls: Die Gugelanalm.
Der breite Fahrweg zur Sattelalm, ist, da ostseitig, wie erwartet noch tief verschneit. Ich habe zu lange gerastet: Der Harsch trägt nicht mehr…

Bald aber ist die Straßenkante aper und so bin ich nach einer guten Stunde, an der Sattelalm vorbei, bei den Hütten der Bergalm. Wie vermutet bin ich hier nicht mehr allein. Zwei der vier Hütten sind schon „belegt“, also habe ich für Rast Nr. 2 noch Auswahl.

Bis nach Hintersee sollte man gut 1 ½ Stunden einplanen. Man kann verschiede Varianten (je nach Verhältnissen und Vorliebe) wählen. Ich nehme den Abschneider, der bei einer ehrfurchtgebietenden Tanne vorbei führt und dann wieder die Straße erreicht.

Auch für den Weiterweg wähle ich nun nicht die Radroute, sondern wende mich auf die rechte Seite des Tiefenbachs. Der Harsch trägt in diesem schattigen Graben. Ein mächtiger Tannenwald entspringt aus einem einzigen Stamm – mir bleibt der Mund offen.

Da ich nur mit einer Stunde von der Alm zur Busstation kalkuliert habe, geht es ab der Unter-Tiefenbachalm fast im Laufschritt bergab: Achtung, eisig!

Die SnowSpikes anlegen kostete aber zusätzlich Zeit… Die Zielgerade ist dann auf trockenem Asphalt, hinter der Kirche nach rechts…

Als ich die Haltestelle erreiche, kommt auch schon der kleine 157er daher. Entspannen – und den Anorak öffnen! Die Scheiben neben mir beschlagen sich… Als wir Faistenau erreichen, sind wir wieder in der Sonne.

Wer die Hürde von 5 Kilometer Asphalt überspringen kann, wird bei dieser einfachen (in der Gegenrichtung weniger empfehlenswerten) Überschreitung, die bis zur Sattelalm zu jeder Jahreszeit Einsamkeit verspricht, viel Schönheit und Freude begegnen.



