Hidden Pearls: Die Davidrunde (Bike and Hike zur Oberhellweng- und Ascheralm)

Foto: Karl Plohovich

Der Tauglboden ist – im Vergleich etwa zu Hintersee – ein versteckter Zustieg zu vielen Almen und Gipfel der Osterhorngruppe, denn: So mancher Ausgangspunkt ist bequem und sinnvoll nur mit dem Rad erreichbar. Die Grundbichlalm (Gasthaus) und die Bewirtungen auf der Bergalm sind – auch aufgrund der MTB-Route – noch relativ bekannt. Aber wer hat Namen wie Oberhellweng- oder Ascheralm schon einmal gehört? Diese „hidden Pearls“ habe ich mit zwei kleinen Gipfeln verbunden. Zum Ausgangspunkt hat mich von der S-Bahn Station Bad Vigaun mein E-Bike gebracht.

Die Verbindung von Salzburg nach Bad Vigaun ist schnell gefunden: Es kommt – reist man in Begleitung eines Rades – nur die S3 in Betracht; und deren halbstündige Abfahrtszeiten weiß ich mittlerweile auswendig.

Die Straße nach St. Koloman hinauf (knapp 2000 Einwohner) ist fast eine Autobahn.

Fast eine Autobahn. Foto: Karl Plohovich
Fast eine Autobahn. Foto: Karl Plohovich

Wie vom Stamm eines Baumes verzweigt und verästelt sie sich. Bis zum Bio VitalHotel Sommerau könnte man noch mit dem Bus (Linie 460) kommen. Doch den „Ast“ in den Tauglboden bis zum Ausgangspunkt David-Kapelle (fast 5 Kilometer) müsste man dann auf der Asphaltstraße gehen. Da lob ich mir das Rad. Wer das erste Mal (und auch das 10. Mal) hier fährt, wird über einschichtige Gehöfte staunen.

Von der David-Kapelle geht es noch auf Asphalt zum Gehöft hinauf und dann in den Wald. Die Forststraße führt leicht bergab in den Grund des tief eingeschnittenen Davidgrabens.

Erinnert dieser Riesen-Häcksler nur mich an ein Ungeheuer à la Hieronymus Bosch? Foto: Karl Plohovich
Erinnert dieser Riesen-Häcksler nur mich an ein Ungeheuer à la Hieronymus Bosch? Foto: Karl Plohovich

Nach einem, heute belebten, Holzplatz steigt die Straße steil an und bald hat man die Wiesen der Oberhellwengalm mit der wunderschönen

Oberhellwengalm (Anfang Oktober). Foto: Karl Plohovich
Oberhellwengalm (Anfang Oktober). Foto: Karl Plohovich

und prachtvoll gelegenen Hütte vor sich.

Blick hinunter zur Hütte (drei Wochen später). Foto: Karl Plohovich
Blick hinunter zur Hütte (drei Wochen später). Foto: Karl Plohovich

Der markierte Fahrweg schlängelt sich die Alm empor und durch ein kurzes Waldstück erreicht man die Sattelalm

Sattelalm im Durchblick. Foto: Karl Plohovich
Sattelalm im Durchblick. Foto: Karl Plohovich

und von dort das Wetterkreuz am Sattel.

Das schöne Wetterkreuz, ein Schülerprojekt der LWS Winklhof 2008. Foto: Karl Plohovich
Das schöne Wetterkreuz, ein Schülerprojekt der LWS Winklhof 2008. Foto: Karl Plohovich

Weiter geht es nun nicht mehr auf Straßen, sondern auf schönen Steigen:
zunächst hinüber in den nächsten Sattel

Der schöne Steig zum Sattel. Foto: Karl Plohovich
Der schöne Steig zum Sattel. Foto: Karl Plohovich

und dann auf dem liebevoll gestalteten „Rosi-Berti-Steig“ auf das Sattelköpfel. Eine Reihe von Tafeln mit allerlei Sprüchen verkürzen (oder verlängern) den Aufstieg zum verspielt gestalteten Gipfel.

Der Steig führt weiter (bei steilen Passagen Sicherungen mit Rebschnüren) in den Sattel zum Bergköpfel hin.

Romantisch. Foto: Karl Plohovich
Romantisch. Foto: Karl Plohovich

Von hier kann – wer den steilen Abstieg vom Bergköpfel fürchtet – gleich zur Bergalm hinübergehen. Ich aber besuche (nach einer Rast) den mir von einer Schneeschuhwanderung bekannten Gipfel (https://www.bahn-zum-berg.at/salzkammergut-berge/koepfel-koepfel-spitz/) und steige am steilen und ein wenig ausgesetzten Grat, zuletzt durch einen frischen Schlag zur Alm ab.

Leider ist der Weg nicht freigemacht – und mich drängt die nahende Kaltfront zur Eile. Fotos: Karl Plohovich
Leider ist der Weg nicht freigemacht – und mich drängt die nahende Kaltfront zur Eile. Fotos: Karl Plohovich

Wer weglose Passagen meiden möchte, wird nun den Steig (man muss nicht durchgehend die Straße gehen!) zur Grundbichlalm wählen. Ich aber besuche noch eine „hidden Pearl“, die Ascheralm.

Über die weite, flache Wiese schlendere ich zur breiten Forststraße.

In der Kurve geht es flach zwischen den Bäumen zu einem eindrucksvollen Baum-Torso, dann wenige Meter steil links zum Ende einer verwachsenen Stichstraße und schließlich schräg rechts traversierend in den obersten Winkel der Alm.

Nun nach Belieben bergab und bald ist ein Fahrweg erreicht,

Schon wieder im wegsamen Gelände. Foto: Karl Plohovich
Schon wieder im wegsamen Gelände. Foto: Karl Plohovich

der durch ein Waldstück zum schön kupierten Geländer der Ascheralm mit der prächtigen Hütte (auch Titelbild) leitet.

Hidden Pearl Ascheralm. Foto: Karl Plohovich
Hidden Pearl Ascheralm. Foto: Karl Plohovich

Für die letzte halbe Stunde muss man, an der Grundbichlalm vorbei,

Das mächtige Gasthaus Grundbichlalm. Foto: Karl Plohovich
Das mächtige Gasthaus Grundbichlalm. Foto: Karl Plohovich

wieder mit Asphalt vorlieb nehmen.

Die Fahrt von der David-Kapelle zur Bahnstation sollte man etwa 45min vor Abfahrt der S3 starten.
(Mich hat der angekündigte Schlechtwettereinbruch noch erreicht: wie in einem Schneesturm hat der Wind die Buchenblätter auf der Fahrbahn zu kleinen Wechten zusammen getrieben. Bad Vigaun habe ich nass, aber nicht durchnässt, erreicht, in Vorfreude auf das warme, fahrende Wohnzimmer…)

Im Wartehäuschen wäre es sogar windstill. Foto: Karl Plohovich
Im Wartehäuschen wäre es sogar windstill. Foto: Karl Plohovich

Wem Almwanderungen das Gemüt beruhigen und die Seele weiten, der wird hier – zumal bei sonnigem Herbstwetter – vollen Genuss erleben, in tiefer Dankbarkeit jenen gegenüber, die vor Jahrhunderten diese Landschaft geschaffen haben, und jenen, die sie heute noch pflegen. Die beschriebene Runde lässt mehrere Varianten (gleich von der Sattelalm zur Bergalm; nur einen oder beide Gipfel; Abstieg mit oder ohne Ascheralm) zu und wird das Versprechen von Stille und Weite beschwingt einlösen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   7:00 Std Bike & Hike   1.450 HM   1.450 HM   40 km   GPX Track

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert