Die beschriebene Route ist eine richtige Schneeschuh-Einstiegstour. Auf Forstwegen und Almsteigen geht es aus dem Ort Hintersee auf die Bergalm und über den Sattel und die Zisterbergalm in den Graben des Mirchtelbaches und hinauf zum Bus 450.
Das Wichtigste bei einer Bergtour ist: dass man wieder gut nach Hause kommt!
Bald danach kommt bei mir: dass man einen gemütlichen Rastplatz findet, bei feuchtem Wetter wenigstens ein Jägerstand oder das Vordach einer Almhütte, um zu jausnen und sich zu entspannen!
Die Wettervorhersage spricht von möglichem leichten Schneefall; also wird es nichts mit Sitzen in der Farbenpracht der Sonne. Egal: Schwarz-Weiß (um nicht zu sagen: Grau in Grau): ich will den freien Tag draußen verbringen – und da fällt mir die „Winter-Bergalm“ ein, eine offene Hütte, ganz aus Holz, die bei jedem Wetter einen windstillen und trockenen Rastplatz verspricht.
So starte ich (Bus 155) um 10 Uhr von Salzburg nach Faistenau. Der freundliche Chauffeur, der vor dem Bus stehend noch in Ruhe seine Zigarette genießt, öffnet mir mit einem routinierten Griff durch das Fenster die Tür, damit ich im warmen Bauch von Kleinbus 147 (Lämmerbach) die fünf Minuten bis zur Abfahrt überbrücken kann.
Der Josef Mohr Gedächtnisweg (Textdichter von „Stille Nacht“), der aus dem Ort Hintersee zum Berg führt, ist als Loipe präpariert worden.

Ich wähle dann den steileren Aufstieg unter dem Satzstein. Das Eis auf dem Fahrweg ist von 3cm Neuschnee unschuldig überdeckt: Schneeschuhe an die Füße (um die Unfallchirurgie zu schonen)!

In der ersten Kehre bei der Unteren-Tiefenbachalm führt ein (unmarkierter) Fahrweg gerade weiter über die Weise, an Jägerständen vorbei, in den Wald.


Schließlich erreicht er eine Forststraße die, den Tiefenbach überquerend, flach die auf der anderen Seite des Grabens führende Straße erreicht.

In der nächsten Kehre kann man über einen Waldsteig

die Kurve zur Oberen-Tiefenbachalm abschneiden und erreicht den Weg, der alsbald zur Bergalm leitet.

Nach gemütlichen 2 Std. halte ich, von meiner Daunenjacke gewärmt, ausführliche Mittagsrast im „Winterraum“ der Bergalm (wo man Getränke gegen eine Spende konsumieren kann). Wie still es hier ist!

Für die zweite Hälfte der Tour wähle ich den Steig unter dem Berg- und dem Sattelköpfel hinüber in den Sattel (Wer es noch bequemer will, könnte auch die etwas tiefer verlaufende Forststraße zur Sattelalm wählen).

Und dann geht es über die schöne Zisterbergalm in den Graben des Mirchtlbaches, immer über breite Almwege und – je nach Laune – über Wiesen.

Das Finale bildet der Gegenanstieg zum Gehöft Ois.


Da ich ziemlich pünktlich bin, gehe ich nicht bergan zur Endstation (Reitlehen), sondern die Straße hinunter und probiere die Haltestelle Unterprem aus (2 Std. ab Bergalm). Erst in Adnet wird aus dem „Privattaxi“ ein ÖPNV – Bus.

An nebeligen Wintertagen, die dennoch nicht hinter dem Ofen verbracht werden sollen, bietet sich diese leichte Überschreitung an. Mangels Farben freut sich dann das Auge an schwarz-weißen Strukturen und das Ohr an tiefer Stille. Lawinengefahr könnte allenfalls bei extremsten Verhältnissen eine Rolle spielen. Für die Geborgenheit, die eine offene Hütte schenkt, gebührt dem Team der Bergalm ein aufrichtiges Dankeschön!
