Bergalm in Schwarz-Weiß: Von Hintersee über die Bergalm in die Gaißau

Foto: Karl Plohovich

Die beschriebene Route ist eine richtige Schneeschuh-Einstiegstour. Auf Forstwegen und Almsteigen geht es aus dem Ort Hintersee auf die Bergalm und über den Sattel und die Zisterbergalm in den Graben des Mirchtelbaches und hinauf zum Bus 450.

Das Wichtigste bei einer Bergtour ist: dass man wieder gut nach Hause kommt!
Bald danach kommt bei mir: dass man einen gemütlichen Rastplatz findet, bei feuchtem Wetter wenigstens ein Jägerstand oder das Vordach einer Almhütte, um zu jausnen und sich zu entspannen!

Die Wettervorhersage spricht von möglichem leichten Schneefall; also wird es nichts mit Sitzen in der Farbenpracht der Sonne. Egal: Schwarz-Weiß (um nicht zu sagen: Grau in Grau): ich will den freien Tag draußen verbringen – und da fällt mir die „Winter-Bergalm“ ein, eine offene Hütte, ganz aus Holz, die bei jedem Wetter einen windstillen und trockenen Rastplatz verspricht.

So starte ich (Bus 155) um 10 Uhr von Salzburg nach Faistenau. Der freundliche Chauffeur, der vor dem Bus stehend noch in Ruhe seine Zigarette genießt, öffnet mir mit einem routinierten Griff durch das Fenster die Tür, damit ich im warmen Bauch von Kleinbus 147 (Lämmerbach) die fünf Minuten bis zur Abfahrt überbrücken kann.

Der Josef Mohr Gedächtnisweg (Textdichter von „Stille Nacht“), der aus dem Ort Hintersee zum Berg führt, ist als Loipe präpariert worden.

Josef Mohr Gedächtnisweg. Foto: Karl Plohovich
Josef Mohr Gedächtnisweg. Foto: Karl Plohovich

Ich wähle dann den steileren Aufstieg unter dem Satzstein. Das Eis auf dem Fahrweg ist von 3cm Neuschnee unschuldig überdeckt: Schneeschuhe an die Füße (um die Unfallchirurgie zu schonen)!

Immer wieder ein Blickfang: Satzstein (mit unschuldig überdecktem Eis). Foto: Karl Plohovich
Immer wieder ein Blickfang: Satzstein (mit unschuldig überdecktem Eis). Foto: Karl Plohovich

In der ersten Kehre bei der Unteren-Tiefenbachalm führt ein (unmarkierter) Fahrweg gerade weiter über die Weise, an Jägerständen vorbei, in den Wald.

Schließlich erreicht er eine Forststraße die, den Tiefenbach überquerend, flach die auf der anderen Seite des Grabens führende Straße erreicht.

Vom Radfahrverbot auf die Radroute (aber es ist schlecht geräumt…). Foto: Karl Plohovich
Vom Radfahrverbot auf die Radroute (aber es ist schlecht geräumt…). Foto: Karl Plohovich

In der nächsten Kehre kann man über einen Waldsteig

Der kleine Abschneider. Foto: Karl Plohovich
Der kleine Abschneider. Foto: Karl Plohovich

die Kurve zur Oberen-Tiefenbachalm abschneiden und erreicht den Weg, der alsbald zur Bergalm leitet.

Zielgerade – bald ist die Bergalm erreicht. Foto: Karl Plohovich
Zielgerade – bald ist die Bergalm erreicht. Foto: Karl Plohovich

Nach gemütlichen 2 Std. halte ich, von meiner Daunenjacke gewärmt, ausführliche Mittagsrast im „Winterraum“ der Bergalm (wo man Getränke gegen eine Spende konsumieren kann). Wie still es hier ist!

Die Hütten der Bergalm mit dem Winterraum (siehe auch Titelfoto). Foto: Karl Plohovich
Die Hütten der Bergalm mit dem Winterraum (siehe auch Titelfoto). Foto: Karl Plohovich

Für die zweite Hälfte der Tour wähle ich den Steig unter dem Berg- und dem Sattelköpfel hinüber in den Sattel (Wer es noch bequemer will, könnte auch die etwas tiefer verlaufende Forststraße zur Sattelalm wählen).

Romantischer Almweg. Foto: Karl Plohovich
Romantischer Almweg. Foto: Karl Plohovich

Und dann geht es über die schöne Zisterbergalm in den Graben des Mirchtlbaches, immer über breite Almwege und – je nach Laune – über Wiesen.

Zisterbergalm – letzte Rastmöglichkeit (bis ca. 1 Std. vor der Abfahrtszeit vom Bus). Foto: Karl Plohovich
Zisterbergalm – letzte Rastmöglichkeit (bis ca. 1 Std. vor der Abfahrtszeit vom Bus). Foto: Karl Plohovich

Das Finale bildet der Gegenanstieg zum Gehöft Ois.

Die Abzweigung zum Finale. Foto: Karl Plohovich
Die Abzweigung zum Finale. Foto: Karl Plohovich
Der Obstgarten gegen den Winterhimmel – schwarz-weiße Pracht. Foto: Karl Plohovich
Der Obstgarten gegen den Winterhimmel – schwarz-weiße Pracht. Foto: Karl Plohovich

Da ich ziemlich pünktlich bin, gehe ich nicht bergan zur Endstation (Reitlehen), sondern die Straße hinunter und probiere die Haltestelle Unterprem aus (2 Std. ab Bergalm). Erst in Adnet wird aus dem „Privattaxi“ ein ÖPNV – Bus.

Das geräumige Privattaxi ist im Kommen. Foto: Karl Plohovich
Das geräumige Privattaxi ist im Kommen. Foto: Karl Plohovich

An nebeligen Wintertagen, die dennoch nicht hinter dem Ofen verbracht werden sollen, bietet sich diese leichte Überschreitung an. Mangels Farben freut sich dann das Auge an schwarz-weißen Strukturen und das Ohr an tiefer Stille. Lawinengefahr könnte allenfalls bei extremsten Verhältnissen eine Rolle spielen. Für die Geborgenheit, die eine offene Hütte schenkt, gebührt dem Team der Bergalm ein aufrichtiges Dankeschön!

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   5:00 Std Schneeschuh   650 HM   600 HM   12.5 km   GPX Track

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