Wunderschöne, ganzjährig zu gehende Wanderung auf den Semmering mit Einkehr in der Speckbacherhütte. Keine technischen Schwierigkeiten, gute Grundkondition vorausgesetzt.
Diese Wanderung kombiniert Abschnitte des Semmeringbahn-Bahnwanderwegs mit der Umkehrrichtung von Genusswanderung im Semmeringgebiet von Barbara Wanzenböck. Im Gegensatz zum „klassischen“ Bahnwanderweg führt sie aber über die aussichtsreiche Stojerhöhe und die Speckbacherhütte auf dem Kreuzberg mit dem größten Rhododendron Europas. Sie hat praktisch ganzjährig von Samstag bis Mittwoch geöffnet, an ihren Ruhetagen bietet sich auch der Blunzenwirt in Breitenstein an. Auf keinen Fall versäumen sollten wir den berühmten „20 Schilling Blick“ und die Doppelreiteraussichtswarte am Wolfsbergkogel.

Man kann diese Wanderung gerne umkehren, aber ich persönlich ziehe hier diese Richtung vor, das schont die Knie und ist angenehmer zu gehen. Der kleine Nachteil, dass es vom Semmering nicht so viele Retourzüge gibt wie von Payerbach, wird kompensiert durch die vielfältigen Rastpunkte gegen Ende der Wanderung. Ein Tipp: Bis zur Speckbacherhütte haben wir ziemlich genau die halbe Gehzeit.

Wir nehmen vom Bahnhof Payerbach den Stiegenabgang rechts vom Friedhof und queren die Bundesstraße beim Payerbacherhof. Am Park und der gotischen Kirche vorbei gehen wir den Payerbach bergauf noch einen guten Kilometer auf der Kreuzberger Straße,

dann aber auf einem schönen Waldweg gut markiert in Richtung Speckbacher Hütte. Auf der Stojerhöhe (Kilometer 3,6) haben wir eine erste Rast verdient, Bankerl & Aussicht auf Rax und Schneeberg inklusive.


Weiter auf dem Waldweg auf den Kreuzberg, vorbei an der Josefskapelle mit sehenswerten Glasfenstern. Wir nähern uns der Speckbacherhütte von der Hinterseite, vorbei an der kleinen Waldandacht mit anachronistisch wirkendem Trachtenpärchen-Liegestuhl. Der alte, riesige Rhododendron blüht im Mai.

Je nach Wetter genießen wir ausgezeichnete heimische oder nepalesische Speisen auf der Sonnenterrasse mit Blick auf den Kinderspielplatz oder im urigen Inneren.

Entlang der Wiese (Raxblick!) geht es 500 Meter ostwärts, dann zweigt unser Weg südwärts nach Breitenstein ab, wo er kurz auf den Semmeringbahn-Bahnwanderweg trifft. Unser Weg zweigt nach ein paar Metern links recht steil bergauf in Richtung Semmering ab. Der lange Schleife über die Kalte Rinne und das Ghegamuseum wären zusätzlich 4,5 Kilometer, das ist in An der Semmeringbahn entlang nett beschreiben, allerdings bergab.

Oben sind die Wegweiser zum 20 Schilling Blick nicht zu übersehen, dort oder auf der Doppelreiteraussichtswarte am Wolfsbergkogel können wir die Aussicht auch länger genießen, wenn wir noch Zeit zum nächsten Zug haben: die verbleibenden 2,5 km sind ziemlich flach.

Von Mai bis Oktober hat übrigens das Semmeringbahn-Museum im Bahnhof Semmering geöffnet.
Fazit
Eine meiner absoluten Lieblingswanderungen, sei es im goldenen Herbst, im Mai zur Rhododendronblüte oder auch im Winter oder Sommer!




