Schöckl, auf die gemütliche Art

Viele Wege führen auf den Grazer Hausberg, dazu auch eine Umlaufseilbahn. Wer eine feine Überschreitung machen will, kann vom Fuß der Leber in Stattegg losgehen – dazu gibt es einen BzB-Tourenbericht von Martina oder einen auf AV-Aktiv von Peter. Wer es gemütlicher angehen will oder nicht so viel Zeit hat, kann aber auch einfach vom Schöcklkreuz losgehen und ist nach schlanken 320 Höhenmetern schon am Gipfel. Großartigerweise gibt es direkt vom Zentrum der steirischen Landeshauptstadt eine Buslinie bis hinauf zum Schöcklkreuz – noch aufgelegter für eine Öffitour geht es wohl kaum!

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Vom Jakominiplatz in Graz fahren wir mit dem Regiobus 250 in einer Dreiviertelstunde über St. Radegund direkt bis zum Schöcklkreuz auf 1.125 Metern (Stundentakt am Wochenende).

Aufstieg

Nach etwa 100 Metern in Fahrtrichtung beginnt unser Aufstiegsweg.

Am Schöcklkreuz treffen sich viele Wege. Foto: Manfred Hinteregger
Am Schöcklkreuz treffen sich viele Wege. Foto: Manfred Hinteregger

Es geht zunächst einen breiten Pfad mit vielen Wurzeln entlang, die Steigung ist sehr gemächlich. Nach einer Viertelstunde erreichen wir eine Forststraße und eine Abzweigung, wir wählen mit dem Direktanstieg zum Schöcklkopf (Ostgipfel) die „alpinere“ Variante.

Es wird steiler, teilweise geht man durch recht frisch geschlägerte Bereiche. Ein paar Mal sind auch die Hände gefragt.

Und nicht einmal eine Stunde nach dem Ausstieg aus dem Bus entschwinden wir dem Wald und sind auch schon am Ostgipfel angelangt.

Am Gipfelplateau

Der Gipfelbereich selbst ist bei unserer Ankunft zwar nicht mehr nebelumhüllt, wie er bei der Herfahrt mit dem Bus zu sehen war, aber wirklich aufgerissen hat es auch nicht.

Ab dem Schöcklkopf ist der weitere Wanderweg dann sogar barrierefrei, was nach dem Anstieg ein etwas ungewohnter Kontrast ist…

Wir spazieren also zum Hauptgipfel hinüber, viele Krokusse säumen den Weg, aber es fehlt der Sonnenschein, um sie auch wirklich zum Erblühen zu bringen.

Wir passieren den Bereich der Seilbahn-Bergstation, kurz danach gehen wir beim ORS-Sender vorbei (höchster Punkt). Eine Tafel informiert darüber, dass für die k.u.k-Detailvermessung (1820-1825) der Schöckl den Koordinatenursprung für die Steiermark darstellte. Der Schöckl als Maß aller steirischen Dinge, sozusagen.

Zum Westgipfel ist es dann nur mehr ein Katzensprung, wir machen dort Jausenpause. Der Ort Semriach im Nordwesten ist gut zu sehen. An Bergpanorama gibt der heutige Tag aber leider nicht viel her. Bei klarer Sicht gibt es vom Schöckl jedenfalls eine reichhaltige Rundumsicht, die u.a. das Hochschwabmassiv und sogar den Triglav beinhalt – und passenderweise natürlich Graz.

Einkehr und Abstieg

Bevor es an den Abstieg geht, kehren wir noch im Stubenberghaus des ÖAV Graz ein. Dieses Haus wurde 1889/90 errichtet und steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Das ehrwürdige Antlitz der Hütte und die gemütliche, urige Stimmung in der Gaststube sind also weiterhin – und das sogar amtlich – gesichert.

Gestärkt und zufrieden gehen wir vom Stubenberghaus direkt den Abstiegsweg in Richtung St. Radegund. Rasch sind wir wieder im Wald. Der große Vorteil des Öffi-Wanderns ist es, dass wir selbst nach Festlegung dieser Abstiegsseite noch mehrere Bushaltestellen zur Auswahl haben: angepeilt haben wir die Haltestelle „Deutschbuche“ auf knapp 1.000 Metern. Durch die Zeitlage disponieren wir aber noch um und dehnen zur etwas höher gelegenen Haltestelle Schöcklbartl aus. Vorteil: kürzer und weniger Höhenmeter bergab als bis zur Talstation der Seilbahn, Nachteil: wir haben ein Stück auf der Asphaltstraße zu gehen. Aber halb so wild…

Der 250er bringt uns dann wieder zurück nach Graz.

Fazit

Eine Grazer Paradetour, wenn es einmal gemütlicher zugehen soll. Dadurch ist der Schöckl auch ein idealer Berg für Touren mit Kindern – die dann zudem Annehmlichkeiten wie eine Holzkugelbahn oder einen Motorik-Spielplatz vorfinden. Und eine Sommerrodelbahn gibt’s auch (Mai bis Oktober). Der Direktanstieg auf den Schöcklkopf ist für Kinder mit etwas Erfahrung ca. ab dem mittleren Volksschulalter geeignet. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt lieber den leichteren Weg auf der Nordseite. An schönen Wochenendtagen ist am Schöckl freilich mit entsprechender Frequenz zu rechnen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   3:30 Std Wandern   325 HM   400 HM   7 km   GPX Track

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