Diese spannenden Überschreitung führt mich und Freundin D. von der steirischen Seite des Göllers auf die niederösterreichische. Blühende Wiesen, Schmetterlinge, Aussicht deluxe und herrliche Bergwege machen für uns die Göller Drillinge – Terzer Göller, Göller und Kleiner Göller – zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Über Mürzzuschlag gelangen wir mit dem Bus 189 durchs Obere Mürztal nach Lahnsattel Ort.

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Von Lahnsattel Ort auf den Terzer Göller
In Lahnsattel Ort endet für uns die gemütliche Busfahrt. Über einen Wiesenweg, den wir links der B23 Richtung Mariazell entdecken, wandern wir zum Lahnsattel.

Hier beginnt die Skiroute auf den Terzer Göller, aber kein markierter Wanderweg. Für uns ist da eine Navigations-App am Handy sehr hilfreich. Wir wandern zuerst auf der Forststraße zum Wieselboden. Am Ende der Straße finden wir ein schmales Wegerl, das sofort ordentlich steil durch den Wald Richtung Bergrücken des Terzer Göllers führt. Quer über alle Höhenlinien geht es aus dem Wald in freies Gelände kompromisslos nach oben. Schweißtreibend, aber mit grandioser Aussicht. Nach einer kurzen Latschengasse erreichen wir unseren ersten Gipfel, den Terzer Göller, markiert mit einer Schneestange. Hier machen wir erst einmal eine kurze Pause. Der Puls geht schnell wieder nach unten.

Göller und Kleiner Göller
Vom Terzer Göller können wir den Hauptgipfel des Göllerstocks auf 1.766m schon sehen. Ein paar Leute stehen beim Gipfelkreuz. Sonst ist es aber menschenleer auf der ganzen Tour. Also nichts wie rüber. Auch hier traumhafte Aussicht, fast noch beeindruckender ist aber die blühende Bergwiese, über die es, begleitet von zahlreichen Schmetterlingen, auf der Höhe bleibend weitergeht.

Später wird unser schöner Bergweg felsiger, aber niemals schwieriger als T2. Wir wandern entlang der Abbruchkante am Waldmarkweg Richtung Kleiner Göller. Ein kleiner Stichweg führt uns auf den Gipfel mit seinem besonders hübschen Gipfelkreuz.

Über den Waldhüttsattel nach Kernhof
Schweren Herzens verabschieden wir uns von der schönen Berghöhe und steigen ab Richtung Waldhüttsattel. Am Weg liegt die Göllerhütte, ein feiner Platz zum Rasten, ausg`steckt ist meistens samstags und sonntags im Sommer. Wir verzehren hier unsere mitgebrachte Jause, denn grad ist niemand da. Aber es gibt ein Getränkedepot. Gestärkt weiter zum Waldhüttsattel, von dem man nach Kernhof oder Donaudörfl absteigen kann.
Am Waldhüttsattel könntest du einen kurzen Abstecher zum Kohlröserlhaus (Hofalm) machen, falls dir nochmals nach Einkehren ist. Wir haben gehört, dass es auch dort extrem nett sein soll – bist du schon mal dort gewesen?
Da wir uns spontan dazu entscheiden, den früheren Bus zu nehmen, packen wir schon bei der Hütte unsere Stöcke aus und geben ordentlich Gas ;-).

Nach einer guten Stunde (ohne Rennen mindestens eineinhalb Stunden) sind wir unten in Kernhof bei der Busstation Abzweigung Thalerl. Leider haben Adeg und Wirtshaus zu. Aber neugierig wie ich bin, entdecke ich im alten Bahnhofsgebäude hinter dem Wirtshaus einen absoluten Geheimtipp: Das neue, supersüße Sommercafé Warteraum – täglich geöffnet von 09:00-21:00. Wie fein ist das! Wir zischen uns eine kühle Erfrischung. Dann kommt der Bus. Perfekt.

Tourdaten
Fazit
Diese Tour war für mich trotz anstrengendem Aufstieg ein wahrer Seelenschmeichler, deren landschaftliche Schönheit mich wirklich verwöhnt hat. Ich kannte den Göller aus meiner Kindheit nur von den berühmten Göller Skirennen, die wir Kinder mit den Eltern besuchten. Bis in die Achziger des letzten Jahrhunderts wurden die Rennen als Riesenslalom im freien Skiraum abgehalten. Internationale Stars matchten sich mit Lokalmatadores des St. Ägyder Skiclubs. Mehr gibt es hier nachzulesen: Das Göllerrennen.



