Rundwanderung über das Scharfe Eck

Nach meiner ersten Kärntner Öffi-Wanderung auf die Hindenburghöhe, möchte ich den nächsten Anlauf starten. Rund um Mallnitz gäbe es natürlich noch viele weitere Möglichkeiten – mir steht aber der Sinn danach, die Anreise zu verändern. Peter hat auch Interesse und macht zwei Vorschläge: Pyramidenkogel mit Schiffsanreise und Rückwanderung nach Velden und das Scharfe Eck bei Friesach.

Mich spricht das Scharfe Eck mehr an. Da Peter aus Wien anreist, richte ich mich mit der Anreise nach ihm und fahre erst mit der Verbindung um 11:04, statt um 9:39 am Klagenfurter Hauptbahnhof ab.

Abfahrt Klagenfurt Hauptbahnhof
Foto: Martin Heppner

Klagenfurt – Friesach – St. Salvator

Montag bis Samstag fährt die Buslinie 5390 von Friesach nach St. Salvator. Sonntag fährt kein Bus. Ich empfehle die erste Verbindung zu wählen, weil man dann einfach mehr Zeit für die Wanderung hat. Ich fahre – wie vorher schon erwähnt – mit der S1 um 11:04 in Klagenfurt ab und treffe Peter kurz vor 12:00 in Friesach am Bahnhof.

Wir steigen in den Bus ein und fahren (bis 12:12) nach St. Salvator.

Kirche St. Salvator
Foto: Martin Heppner

Aufstieg am Kärntner Grenzweg

Die Route hat Peter vorbereitet, weil er auf seinen Heimreisen nach Wien, den markanten Abbruch des Scharfen Ecks (1.818m) schon öfter bemerkt hat.

Wir gehen von der Kirche in St. Salvator auf dem markierten Kärntner Grenzweg Richtung Gunzenbergalm.

Aus dem Ort wandern wir von der Kirche nach Norden und schwenken dann nach Westen zum Ortsende. Zuerst klarerweise auf Asphalt, später auf Schotter. Dazwischen kürzen wir einmal ordentlich durch den Wald, auf dem alten Karrenweg ab. Das erste Zwischenziel ist das Gehöft Moser.

Danach erreichen wir einen alten Almsteig, der zum und über den Königskogel führt. Dieser Steig ist sorgfältig angelegt – gleiche Breite, manchmal wurde eine Kuppe abgetragen, manchmal eine Befestigungsmauer aus großen Steinen errichtet. Man sieht, dass sich hier jemand Mühe gemacht hat – was auch Sinn macht, denn früher ist der Weg sicher als Zugang – auch für das Almvieh – zur Gunzenbergalm genutzt worden.

Alter Weg
Foto: Martin Heppner
Lichtung zwischen Königkogel und Gunzenbergalm
Foto: Martin Heppner

Nach einem Almgatterl kommen wir zu einer idyllischen Wiese (1.580m), auf der wir eine erste Rast einlegen. Mir geht es heute nicht so gut, daher lege ich mich in eine Mulde und spüre sofort wie mein Körper mit dem Untergrund „verschmilzt“. Am liebsten hätte ich ein kleines Schläfchen gemacht. Da Peter aber heute noch nach Wien zurück fahren möchte und wir recht spät gestartet sind, wird aus meinen Nickerchengelüsten nichts.

Ich raffe mich schließlich auf und wir nehmen den letzten Anstieg zur Gunzenbergalm in Angriff.

Gunzenbergalm & Scharfes Eck

In dem Moment, in dem wir aus dem Wald heraus und auf die Gunzenbergalm treten, werden bei mir Kindheitserinnerungen wach: Nicht an diese spezielle Tour, sondern an ähnliche Wanderungen hier in den Gurktaler Alpen – speziell in den Nockbergen!

Gunzenbergalm
Foto: Martin Heppner

Das Panoramabild zeigt den restlichen, vor uns liegenden Weg, weil das Gipfelkreuz des Scharfen Ecks ganz links im erneut beginnenden Wald zu finden ist.

Gunzenbergalm
Foto: Martin Heppner
Wegweiser Gunzenbergalm
Foto: Martin Heppner

Das Scharfe Eck erreichen wir nach etwa 3,5 Stunden Aufstiegszeit. 

Gipfelkreuz Scharfes Eck
Foto: Martin Heppner
Peter und Martin am Scharfen Eck
Foto: Martin Heppner

Ich habe heute zwei 0,33 Liter-Flaschen Hirter Bier mit. Wir stoßen auf unseren Gipfelerfolg an und stärken uns. Die Aussicht von hier heroben ist herrlich!

Abstieg von Scharfen Eck

Peter hat im Vorfeld beim Studieren der Karten schon die Vermutung geäußert, dass wir direkt vom Gipfel absteigen könnten und dadurch eine schöne Rundwanderung zusammenbringen könnten. Das bewahrheitet sich jetzt: Ein Steiglein mit ausgeprägten Spuren ist deutlich zu erkennen! Wir machen uns an den Abstieg.

Dieses Steiglein führt am Grat entlang, führt an der Forststraße vorbei und wird später als alter Weg zu erkennen: Mit Schildern, Nummerierung und deutlich erkennbarem, ursprünglich gepflegtem Weg!

Im weiteren Verlauf verlieren wir den alten Weg leider, weil Forststraßen diesen schneiden. Durch diese werden wir zu weit nach rechts geführt, was wir korrigieren, indem wir nach links abbiegen. Bei einem Jägerstand treffen wir wieder auf den alten Weg, in den wir nach rechts abbiegen und dem wir bis zum Eckbauer folgen.

Weidezaun mit Eingang
Foto: Martin Heppner

Ab dem Eckbauer gehen wir den größten Teil auf der Straße – zweimal biegen wir ab und kürzen über Wiesen ab, wobei wir soweit wie möglich versuchen, am Rand der Wiesen zu gehen.

Durch Wiesen und Felder Richtung St. Salvator
Foto: Martin Heppner

Peter würde gerne zu Fuß nach Friesach gehen – ich schwächle heute aber und schlage vor, ein Taxi (+4342682328) nach St. Salvator zur Kirche zu rufen.

Peter wehrt sich nur kurz, und so kann er durch die Taxifahrt den früheren Zug erreichen, also rufe ich an. Die Fahrt wird uns EUR 12,- kosten.

Punkt 18:00 stehen wir in St. Salvator bei der Kirche. Für den (relativ flotten) Abstieg haben wir 2 Stunden gebraucht.

Rückfahrt

Montag bis Freitag fährt der letzte Bus um 18:13 von St. Salvator nach Friesach.

Ab Samstag Nachmittag gibt es derzeit keine Busverbindung mehr. Entweder geht man dann die Strecke nach Friesach noch zu Fuß, oder fährt – so wie wir – mit dem Taxi (+4342682328) um EUR 12,- zum Bahnhof.

Ankunft am Bahnhof Friesach
Foto: Martin Heppner

Tourdaten

Fazit

Ich kann sagen, dass mir diese Tour im Verlauf immer besser gefallen hat: Mit dem Ende der Forststraße wird die Tour immer schöner und abwechslungsreicher! Man kann den selben Weg wieder zurück gehen, oder man wählt vom Scharfen Eck den alten Weg hinunter. Letzterer verlangt etwas Orientierungsvermögen und Gefühl für den Streckenverlauf.

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