Für den Bergsommer 2026 habe ich mir ein neues Projekt vorgenommen. Ich möchte möglichst viele Durchquerungen gehen, um von einem Tal in ein (konventionell) weit entferntes anderes Tal zu gehen. Ein Gipfel sollte mindestens dabei sein. Naturgemäß sind solche Aktionen eigentlich nur mit Öffis sinnvoll zu gestalten.
In der hier beschriebenen langen Tour geht es von Süd nach Nord durch die Kitzbüheler Alpen. Vom Gerlospass bis nach Kelchsau, also vom Salzachtal ins Brixental. Über 25 Kilometer Fußmarsch sind zu bewältigen, drei sanfte Gipfel warten unterwegs.
Als Tagestour ist diese Überschreitung eher für sportliche Wanderer geeignet, kann aber mit Übernachtung auf der Neuen Bamberger Hütte auch als Zweitagestour angelegt werden. Hüttengipfel wie Salzachgeier und Schafsiedel können die Tour dann zusätzlich anreichern.
Anfahrt nach Königsleiten
Mit der Unterinntalbahn geht es bis Jenbach. Österreichs einziger Bahnhof mit drei Spurweiten. Dort heißt es Umsteigen in die Zillertalbahn, das ist die Bahn mit der schmälsten Spurweite von gerade einmal 760 mm (Bosnische Spur). Durchs Zillertal geht es im 30-Minuten-Takt bis nach Zell am Ziller. Von Zell geht es mit der VVT-Linie 4094 hinauf über Gerlos nach Königsleiten am Gerlospass. Wir steigen an der Dorfbahn in Königsleiten aus. Die Haltestelle liegt bereits im Land Salzburg, die VVT-Tickets gelten jedoch bis hierhin.
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Vom Parkplatz der Dorfbahn geht es zunächst einige Meter bergab, wir durchqueren einen Wald und ein kleines Moorgebiet und landen schnell an der alten Passstraße Richtung Pinzgau, welcher wir für etwa 20min bis nach Ronach folgen. Auf dem Weg wird die junge Salzach überquert, die hier ihren Weg in die Landeshauptstadt beginnt. In Ronach verlassen wir die Straße scharf nach links auf einen Almweg und folgen der Beschilderung Richtung Nadernachjoch. In der Folge geht es immer sanft ansteigend, stets der Beschilderung Ronachgeier folgend, durch Almgelände bis zum Ende der Fahrstraße bei einer verfallenen Alm. Der hier beginnende Steig durchzieht Alpenrosenbestände, erreicht schnell eine Geländeschulter und bald ist dann mit dem Ronachgeier der erste Gipfel erreicht. Die südlich gelegene Reichenspitzgruppe bietet ein herrliches Panorama.

Achtung: Der Weg ab der verfallenen Alm bis zum Baumgartgeier ist beschildert und markiert, jedoch in den meisten Karten nicht verzeichnet.

Übergang zum Tristkopf
Wir verlassen den Ronachgeier weiter ansteigend in nördliche Richtung zum bereits sichtbaren Gipfel des Baumgartgeiers. Bis hierhin ist der Weg markiert. Auch der Baumgartgeier besticht durch hervorragende Rundumsicht.

Von diesem Gipfel folgen wir weiterhin in nördlicher Richtung dem Kammverlauf. Ab hier fehlt eine Markierung, der Weg ist aber fast vollständig gut erkennbar und wir erreichen somit rasch die Breite Scharte zwischen Baumgartgeier und Tristkopf. Nur noch wenige Höhenmeter über einen Grasbuckel sind es zum höchsten Punkt dieser Tour, dem Tristkopf. Von hier sehen wir auch erstmalig den weiteren Tourverlauf über die tief unten gelegene Neue Bamberger Hütte.

Über die Bamberger Hütte in den Kurzen Grund und nach Kelchsau
Vom Tristkopf geht es steil hinunter, später durch Wiesengelände zum breiten Nadernachjoch. Hier findet der eigentliche Übergang von Tal zu Tal statt.


Bald erreichen wir einen Fahrweg, der uns mit einigen Abkürzern zur Neuen Bamberger Hütte führt.
Hier wäre Gelegenheit für eine Rast vor dem weiteren Abstieg nach Wegscheid. Von Wegscheid (Parkplatz) steht noch ein 7 Kilometer langer Talmarsch durch den Kurzen Grund an. Wir folgen immer der kleinen Mautstraße, die sich gefühlt endlos bis zur Abzweigung zum Langen Grund zieht. Von der dort gelegenen Mautstelle ist es aber nicht mehr weit zur Bushaltestelle Kelchsau Steinerbrücke. Der Bus fährt von hier nach Hopfgarten Berglift an der Giselabahn. Von hier IR und S-Bahn nach Wörgl und Innsbruck bzw. Richtung Kitzbühel und Salzburg.





