Rund um den Braunsberg

Foto: Barbara Wanzenböck

Jedes Jahr wieder zieht es mich Anfang April nach Hainburg an der Donau. Angezogen werde ich vor allem vom einzigartigen Blütenmeer am Waldboden und den Blumenraritäten am Braunsberg. Zusätzliche Highlights der Tour sind der Blick vom Gipfel des Braunsbergs und die Ruine Röthelstein.

Haltestelle Hainburg – Ungartor. Foto: Barbara Wanzenböck
Haltestelle Hainburg – Ungartor. Foto: Barbara Wanzenböck

Die S7 bringt mich in einer guten Stunde von Wien nach Hainburg. Der Weg führt mich schon bald ans Donauufer und hier folge ich dem Treppelweg flussabwärts, bis vor dem letzten Haus ein kleiner Weg rechts abzweigt. Ich folge dem mit „Keltenweg“ angeschriebenen Weg, der über eine kleine felsige Geländestufe führt.

Kleine Schwertlilien an der Felsennase. Foto: Barbara Wanzenböck
Kleine Schwertlilien an der Felsennase. Foto: Barbara Wanzenböck

Die Zwergschwertlilien stehen schon in voller Blüte und ich bin wie jedes Jahr fasziniert von diesem besonderen Fleckchen Erde, der auch einen schönen Ausblick auf die Altstadt von Hainburg bietet.

Niedrigwasser an der Donau. Foto: Barbara Wanzenböck
Niedrigwasser an der Donau. Foto: Barbara Wanzenböck

Der Weg führt jetzt weiter am Hangrücken entlang und immer wieder bieten sich schöne Ausblicke auf die Donau.

Idyllisches Wegerl auf halber Höhe. Foto: Barbara Wanzenböck
Idyllisches Wegerl auf halber Höhe. Foto: Barbara Wanzenböck

Der gut ausgeschilderte Keltenweg führt zuerst annähernd eben durch den in voller Blüte stehenden Wald und der Lärchensporn, die Veilchen und das Immergrün schicken intensive Duftschwaden aus. Nach ca. 10 Minuten Gehzeit zweigt der Keltenweg rechts ab und ab jetzt geht es sanft bergauf.

Das Blütenmeer am Waldboden. Foto: Barbara Wanzenböck
Das Blütenmeer am Waldboden. Foto: Barbara Wanzenböck

Nach einer halben Stunde habe ich den Bergrücken erreicht, wobei es sich beim Braunsberg mit seinen 346 Metern Höhe eher um einen Hügel handelt, aber immerhin mit einer tollen Aussicht in alle Himmelsrichtungen.

Und das Blütenmeer am Bergrücken. Foto: Barbara Wanzenböck
Und das Blütenmeer am Bergrücken. Foto: Barbara Wanzenböck

Ich wundere mich über die perfekt gestutzten Wiesenflächen am Gipfelplateau, die fast wie ein englischer Rasen wirken. Hinter der Felsenkante über Hainburg entdecke ich die heimlichen Gärtner: eine freilebende Mufflonherde! Zum Glück haben sie die wilden Narzissen stehen lassen.

Ausblick Richtung Wolfsthal. Foto: Barbara Wanzenböck
Ausblick Richtung Wolfsthal. Foto: Barbara Wanzenböck

Den nachgebauten keltischen Wachturm lasse ich rechts liegen und gehe stattdessen am Felsenrand entlang. Der Keltenweg führt nun über den Hügelrücken bis hinter dem Parkplatz (eine absolute Bausünde aus der Vergangenheit!) der Abstieg beginnt.

Abstieg auf der Südseite. Foto: Barbara Wanzenböck
Abstieg auf der Südseite. Foto: Barbara Wanzenböck

Ab jetzt geht’s über ein hübsches kleines Wegerl relativ steil durch den Wald hinunter, bis auf halber Höhe der grün markierte „Weg rund um den Braunsberg“ kreuzt. Hier halte ich mich links und folge dem Wegerl bis zur Straße. Da ich nicht über den Asphalt gehen mag, wandere ich jetzt ein kurzes Stück abseits des Weges am Waldrand entlang, man kann aber auf der Straße gehen, bis dann rechts ein nicht markierter Feldweg abzweigt.

Am Weg zur Donau. Foto: Barbara Wanzenböck
Am Weg zur Donau. Foto: Barbara Wanzenböck

Dieser Feldweg führt mich bis zum Golfplatz, den ich jetzt queren muss, was im Übrigen nicht verboten ist – es steht nur ein Warnschild am Weg. Ich halte ich mich immer am linken Waldrand, bis mich der Weg zum blau markierten Weg im Tal führt. Hier biege ich scharf links ab und der Weg führt mich jetzt zurück in Richtung Donauufer.

Reste der Raubritterburg Röthelstein. Foto: Barbara Wanzenböck
Reste der Raubritterburg Röthelstein. Foto: Barbara Wanzenböck

Kurz vor der Donau zweigt der Weg noch einmal links ab und ich erreiche die Ruine Röthelstein. Von ihr hat man einen schönen Ausblick auf die Stopfenreuther Au am anderen Donauufer und bis zum Felsen Devin in der Slowakei.

Blick von der Ruine. Foto: Barbara Wanzenböck
Blick von der Ruine. Foto: Barbara Wanzenböck

Bei einer kurzen Rast im Windschatten der Ruine kreist plötzlich ein Seeadler über mir – ein wirklich beeindruckendes Erlebnis. Für den Rückweg wähle ich jetzt den Weg an der Donau entlang.

Am Rückweg nach Hainburg. Foto: Barbara Wanzenböck
Am Rückweg nach Hainburg. Foto: Barbara Wanzenböck

Auch dieser Weg ist mit seinen Felswänden und alten Baumriesen sehr pittoresk und bietet bei entsprechendem Wetter die Möglichkeit, sich an der Donau zu erfrischen, die sich heute tatsächlich in blau präsentiert.

Am Donaustrand. Foto: Barbara Wanzenböck
Am Donaustrand. Foto: Barbara Wanzenböck

Am Ende des Weges quert man zweimal kleine Tunnel, die in die Felsen geschlagen wurden – ein krönender Abschluss für diese sehr abwechslungsreiche kleine Wanderung.

Im Hintergrund das Felsentor. Foto: Barbara Wanzenböck
Im Hintergrund das Felsentor. Foto: Barbara Wanzenböck

Nachdem ich bei der Rückkunft den stündlich fahrenden Zug der S7 knapp verpasst habe, wähle ich stattdessen die Buslinie 550, die mich in einer Sightseeingtour durch das Marchfeld bis zur U2-Station Aspernstraße bringt.

Bushaltestelle Hainburg Ungarntor. Foto: Barbara Wanzenböck
Bushaltestelle Hainburg Ungarntor. Foto: Barbara Wanzenböck

Fazit

Für mich gehört diese kleine Wanderung zu meinem Frühlings-Standardprogramm, denn ich kenne keine andere Gegend im Umkreis von Wien, die eine vergleichbare Blütenpracht bietet. Außerdem eignet sie sich mit ihren knapp 9 Kilometer und nur 250 Höhenmetern gut als Aufwärmtour nach der Winterpause. Aber die Strecke hat zu jeder Jahreszeit ihre Reize und ist mit Felsen, Wald, Wiesen, Ruine und Fluss äußerst abwechslungsreich und reizvoll. Mitten auf der Strecke gibt es zwar keine Einkehrmöglichkeit, aber das Donaucafe am Ende der Tour bietet sich dafür an oder man verbindet die kleine Wanderung gleich mit einem Abstecher in die mittelalterliche Altstadt von Hainburg. Es gibt dort weitere Lokale und auch eine eigene Bahn- und Bushaltestelle.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   3:00 Std Wandern   250 HM   250 HM   9 km   GPX Track

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