Vier Tage in den Karawanken

Blick zurück zur Koča na Golici. Foto: Birgit Matzinger

Nachdem ich vor meinem Urlaub im Friaul noch eine mehrtägige  Wanderung machen wollte, hat sich als Start- und Zielbahnhof Villach angeboten. Ich parke daher mein Urlaubsgepäck in einem Villacher Hotel, in dem ich später noch einmal übernachten werde und verbringe 4 wunderschöne Tage in den Karawanken.

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Dank Koralmtunnel ist man auch von Wien schnell in Villach und von dort geht es mit dem Bus nach Ledernitzen, genauer zur Station Hotel Mittagskogel. Zurück geht es dann mit Bus und S-Bahn von Slowenien ebenso nach Villach.

Tag 1: Aufstieg zur Berta Hütte

Ich starte am frühen Nachmittag mit dem ca. dreistündigen Aufstieg. Von der Busstation gehe ich rechts am Hotel Mittagskogel vorbei, wo schon die Wegweiser warten.

Hotel Mittagskogel. Foto: Birgit Matzinger
Hotel Mittagskogel. Foto: Birgit Matzinger

Ich steige am markierten Weg zur Berta Hütte („Normalweg Mittagskogel“) auf. Zumeist auf Forststraßen und Abkürzen geht es immerzu bergauf und unaufgeregt durch den Wald.

Aufstieg. Foto: Birgit Matzinger
Aufstieg. Foto: Birgit Matzinger

Als ich oben ankomme, startet gerade ein Gewitter. Ich bin also froh, die Hütte zu erreichen, aber ich stehe zuerst vor verschlossenen Türen. Die Hütte ist heute geschlossen, zum Glück habe ich reserviert und bekomme dann doch noch Einlass und – als einziger Gast – ein üppiges Abendessen.

Sonnenuntergang bei der Berta Hütte. Foto: Birgit Matzinger
Sonnenuntergang bei der Berta Hütte. Foto: Birgit Matzinger

Tag 2: Von der Berta Hütte zur Kahlkogelhütte (Koča na Golici)

Heute steht ein langer Wandertag an, mit knapp 17 Kilometern und 1.300 Höhenmeter im Aufstieg und 1.250 Höhenmeter im Abstieg. Ich brauche mit Pausen 7:45 Stunden. Der Tag beinhaltet auch zwei kurze ausgesetzte, gesicherte Passagen.

Nach dem Frühstück breche ich zum Mittagskogel über den Normalweg auf. Es ist auch möglich, über den sehr anspruchsvollen Nordostgrat mit einigen Kraxelein aufzusteigen, da ich aber alleine unterwegs bin, mache ich dies nicht.

Ausblick auf das Zwischenziel Mittagskogel mit dem gut sichtbaren Nordostgrat. Foto: Birgit Matzinger
Ausblick auf das Zwischenziel Mittagskogel mit dem gut sichtbaren Nordostgrat. Foto: Birgit Matzinger

Nach ca. 2 Stunden (knapp 3 Kilometer und 650 Höhenmeter) ist man oben und kann bei traumhafter Aussicht eine Pause machen.

Panoramablick am Mittagskogel. Foto: Birgit Matzinger
Panoramablick am Mittagskogel. Foto: Birgit Matzinger

Weiter geht es zuerst auf einem gut markierten alpinen Steig. Es gäbe auch zwischendurch einige weitere Gipfel “zu holen”, aber mir reichen die 1.300 Höhenmeter aus und man hat so oder so einen wunderbaren Ausblick auf die julischen Alpen und den Triglav, seltener auch nach Kärnten und die Seen bzw. die Drau.

Später wird der Weg wieder sanfter und immer wieder geht man durch Kuh- und Schafweiden, bis man bei der Koča na Golici ankommt.

Kühe am Weg. Foto: Birgit Matzinger
Kühe am Weg. Foto: Birgit Matzinger

Dort hat man einen wunderschönen Ausblick, das Essen ist sehr deftig und nicht unbedingt für Vegetarier*innen geeignet.

Ausblick von der Hütte. Foto: Birgit Matzinger
Ausblick von der Hütte. Foto: Birgit Matzinger

Tag 3: Von der Koča na Golici zur Dom pri izviru Završnice

Ein weiterer langer Wandertag bringt knapp 19 Kilometer mit rund 1.200 Höhenmeter im Aufstieg und 1.400 Höhenmeter im Abstieg mit sich. Auch hier gilt: Mehr Gipfel sind möglich, aber der Tag dauert mit Pausen so oder so schon knapp 9 Stunden, vor allem da der Abstieg nach dem Hochstuhl sehr mühsam über Geröll führt.

Man könnte hier alternativ auch zur Klagenfurter Hütte absteigen und dann weiter nach Feistritz im Rosental, aber dann würde man die tolle Dom pri izviru Završnice mit gutem Essen und gemütlichen Betten verpassen.

Nach dem Frühstück breche ich auf und man geht weiterhin auf einem gut markierten Pfad, wobei die Zeitangaben der Wegweiser etwas z.T. knapp bemessen sind.

Blick zurück zur Koča na Golici. Foto: Birgit Matzinger
Blick zurück zur Koča na Golici. Foto: Birgit Matzinger

Immer wieder hat man fabelhafte Ausblicke nach Kärnten und Slowenien (inkl. Bled) und der Weg ist einfach.

Ausblick nach Kärnten. Foto: Birgit Matzinger
Ausblick nach Kärnten. Foto: Birgit Matzinger

Erst der letzte Anstieg beim Hochstuhl wird mühsam, aufgrund des Gerölls, welches dann auch bis zur Hütte eine treue Begleitung ist. Aufmerksamkeit ist gefragt!

Blick zurück beim Abstieg nach Slowenien. Foto: Birgit Matzinger
Blick zurück beim Abstieg nach Slowenien. Foto: Birgit Matzinger

Beim Abstieg vom Hochstuhl sollte man öfter die Karte zur Hand nehmen und checken, ob man noch am richtigen Weg ist, da es ein paar Abzweigungen gibt. Bei der Hütte gibt es dann einen Ausblick ins Tal bis zum Bleder See.

Ausblick von der Hütte. Foto: Birgit Matzinger
Ausblick von der Hütte. Foto: Birgit Matzinger

Tag 4: Abstieg

Ich steige an diesem Tag nach Koroška Bela ab und mein Ziel ist es den Bus (Station Koroška Bela Acroni, Abfahrt stündlich um 53 nach Jesenice) um 11:53 nach Jesenice zu erreichen, sodass ich am frühen Nachmittag wieder zurück in Villach bin (S-Bahn ab Jesenice 12:30). Der Weg hat knapp 13 Kilometer, 350 Höhenmeter im Aufstieg und 1.100 Höhenmeter im Abstieg. Ich brauche dafür 3:45 Stunden.

Zumeist geht man durch den Wald, häufig ist es mühsam, da die Wege steinig/geröllig sind. Vor allem gegen Ende werden es aber angenehmer zu begehende Waldpfade/Forststraßen.

Abstieg durch den Wald. Foto: Birgit Matzinger
Abstieg durch den Wald. Foto: Birgit Matzinger

Der Bus kommt mit wenigen Minuten Verspätung und das Ticket nach Jesenice kostet 2 Euro. Dort fährt kurz darauf der Zug nach Villach ab. Bei einer Weiterreise wird ein Zwischenstopp für Kasnudeln jedenfalls empfohlen.

Kontrastprogramm Straße. Foto: Birgit Matzinger
Kontrastprogramm Straße. Foto: Birgit Matzinger

Fazit

Eine wunderschöne und einsame Mehrtagestour durch die Karawanken. Auf den Hütten war wenig los, trotz der Hochsaison August. Wer also am benachbarten Karnischen Höhenweg keinen Platz bekommt, kann quasi nebenan auch einige schöne Wandertage erleben.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   4 Tage Wandern   3.250 HM   3.350 HM   53 km   GPX Track

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