Es ist eine dieser Zeiten im Jahr, in denen es selbst auf Modebergen noch ruhig ist. Bevor der Seilbahnbetrieb anläuft und der große Trubel beginnt, gehört der Monte Lussari noch denjenigen, die die Ruhe suchen und bereit sind, den Berg aus eigener Kraft zu erklimmen.
Genau das war mein Plan. Ich wollte diesen Dienstag nach Pfingsten für eine langersehnte Bike & Hike-Wallfahrt auf den Monte Lussari nutzen.
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Meine grenzüberschreitende Tour beginnt in Graz mit der Fahrt im Frühzug nach Villach. Sobald das Fahrrad an seinem reservierten Platz verstaut ist, wird in Ruhe gefrühstückt und anschließend noch ein wenig gedöst. Viel Zeit bleibt dazu ohnehin nicht, denn nach einer Stunde und 20 Minuten heißt es umsteigen in die S4 nach Arnoldstein.

Am Alpe-Adria-Radweg geht es nun hinüber nach Italien. Die Strecke ist perfekt zum Aufwärmen. Über Thörl-Maglern rolle ich nach Tarvis und erreiche schließlich Camporosso, den Ausgangspunkt für meine anschließende Wanderung. Bei der Talstation der Telecabina Monte Lussari halte ich mich links und folge der Straße bis zur Informationstafel, wo der Einstieg in den Wanderweg beginnt.

Der Aufstieg führt mich über den bekannten Pilgerweg Sentiero del Pellegrino auf den Monte Lussari. Der Weg zieht sich im unteren Teil über einen schottrigen Weg durch den Wald, durchgehend steil und begleitet von schönen Kreuzwegstationen. Nach etwa zwei Dritteln der Wegstrecke zweigt die Route in den Wald hinein. Auf angenehm zu begehendem Waldboden erreiche ich bald die auf etwa 1.570 m gelegene Luscharialm. Nun ist es nicht mehr weit zu meinem Ziel. 20 Minuten später stehe ich bei herrlichstem Wetter am Monte Lussari. Pünktlich zum Zwölfuhrläuten genieße ich meine Gipfeljause und das wunderbare Panorama. Am Gipfel treffe ich zwei weitere Wanderer, die mir freundlicherweise die umgebenden Berggipfel bestimmen helfen und mir auch noch weitere Tourenvorschläge mit auf den Weg geben.




Vom Gipfel aus schweift mein Blick nicht nur über zahlreiche Berggipfel, sondern auch zur nahe gelegenen Marien-Wallfahrtskirche, die den Mittelpunkt des kleinen Wallfahrtsortes bildet. Ihr statte ich nun einen Besuch ab. Wie schon in unzähligen Kirchen zuvor zünde ich eine Kerze an und denke an all die Menschen, die mir wichtig sind und waren und die ich in diesem Moment gerne bei mir hätte.




Nach diesen besinnlichen Minuten mache ich mich auf den Rückweg. Und nachdem die Gastronomie am Berg wohl auch erst mit dem Gondelbetrieb öffnet, werde ich mir Café und Cornetto einfach in einer der zahlreichen Bars im Tal gönnen. Über Tarvis fahre ich schließlich zurück nach Arnoldstein und mit den Zug geht´s heim nach Graz.


Eine etwas andere Wallfahrt, weniger religiös im klassischen Sinn, aber doch sehr persönlich, mit Gedanken, Fragen und Antworten, die irgendwo zwischen Aufstieg und Gipfel entstanden sind.



