Im Sommer 2024 hat es mich nach Slowenien verschlagen und rechtzeitig vor dem kommenden Sommer möchte ich über diese wunderschöne, eher gemütliche Tour durch den Nationalpark Triglav berichten, die Teil unseres Urlaubes war. Wir haben uns keine langen Tage, sondern kürzere Etappen und viel Landschaft genießen vorgenommen.
Steckbrief
| Tag 1: Bohinj See – Kosijev dom na Vogarju | 5 km, +500 hm, 2 Std. |
| Tag 2: Kosijev dom na Vogarju – Koča pri Triglavskih jezerih | 11 km, +1.000/-300 hm, 5 Std. |
| Tag 3: Koča pri Triglavskih jezerih – Soča Tal (Bio-Bauerhof ‚Pri Plajerju‘) | 15 km, +500/-1600 hm, 6 Std. |
| Tag 4: Soča Tal – Bovec | 18 km, -200 hm, 5 Std. |
Wir sind von Wien via Kärnten zum Bahnhof Lesce-Bled gereist. In Bahnhofsnähe haben wir eine Nacht geschlafen und sind am nächsten Tag mit dem Bus nach Bled. Nach dem Frühstück und einem Besichtigungsspaziergang sind wir am frühen Nachmittag mit dem Bus weiter nach Bohinjsko jezero (Die Bushaltestelle ist vor dem Infocenter Bohinj) beim Bhinj See. Die Fahrt dauert nicht ganz eine Stunde. Bei Hitze bringt der See eine notwendige Abkühlung und dann kann auch der Aufstieg zur ersten Hütte losgehen. Die Anreise von Wien zum Bohinj See und der Aufstieg zur ersten Hütte gehen sich auch an einem Tag aus, dann kann man allerdings Bled nicht besichtigen.

Tag 1: Vom Bohinj See zur Hütte Kosijev dom na Vogarju
Vom Infocenter Bohinj zur Hütte sind es knapp 4.5 km und ca. 550 Höhenmeter. Wir haben dazu, mit Pause und Ausblick genießen, zwei Stunden gebraucht.
Zuerst spaziert man am Ostufer des Sees entlang und folgt dann, bevor man an das Nordufer gelangt, einem Pfad rechts hoch, bis man auf die Straße Planina Blato trifft.

Diese geht man kurz bergauf entlang und biegt dann links auf einen Steig ab. Stetig aufwärts geht es immer wieder mit wunderbarer Aussicht auf den See. Auch oben bei der Hütte gibt es dann, keine 5 Minuten entfernt, noch einen Aussichtspunkt.

Hat man die Höhenmeter erledigt, spaziert man bei einigen Ferienhäusern vorbei, bis man zur Hütte Kosijev dom na Vogarju kommt. Die Hütte hat nur wenige Zimmer und neben uns schlafen nur 2 weitere Personen hier. Das Essen schmeckt und das alkoholfreie Bier auch.

Tag 2: Von der Hütte Kosijev dom na Vogarju zur Hütte Koča pri Triglavskih jezerih
Am nächsten Morgen brechen wir gegen 09:30 zu unserem nächsten Ziel – einer sehr großen, bekannten und dadurch sehr vollen Hütte bei den Zwillingsseen – auf. Quasi das Gegenprogramm zur letzten Nacht. Etwas mehr als 10 Kilometer und ca. 1.000 Höhenmeter sind heute zu bewältigen.
An der Hütte vorbei geht man nach oben und hält sich bei der Gabelung links. Die ersten Gipfel (Bari – 1.314 Meter, Voket – 1.489 Meter, Pršivec – 1.761 Meter) am Weg sind nicht weit und von dort hat man wieder wunderbare Ausblicke.

Um ca. 12 Uhr machen wir Nahe der Hütte Bregarjevo zavetišče Pause. Es ist eine sehr einfache Hütte ohne fließend Wasser oder Strom. Wir trinken dort nach der Jause noch einen Tee, da es zu regnen beginnt.

Um 13 Uhr machen wir uns dann wieder auf den Weg und gehen auf einem wunderschönen Pfad in Richtung Tagesziel, die Hütte Koča pri Triglavskih jezerih bei den Zwillingsseen. Um ca. 15 Uhr erblicken wir den ersten See und kommen rechtzeitig, bevor es richtig zu schütten beginnt, bei der Hütte an. Die Hütte ist riesig, top organisiert und das Essen ist ok. Reservierung definitiv empfohlen (Hier geht es zur Buchungsplattform). Es gibt etwas zu wenig Sitzplätze bei Schlechtwetter und zu wenige Waschgelegenheiten. Leider feiern auch einige der Bergsteiger*innen ihre Triglav-Besteigung bis spät in die Nacht und daher ist es auch recht laut.

Tag 3: Von der Hütte Koča pri Triglavskih jezerih ins Soča Tal
Von der Hütte könnte man nun auf den Triglav aufsteigen. Da der Triglav viel bestiegen wird, kommt es immer wieder zu Steinschlägen. Daher braucht man unbedingt einen Helm und idealerweise ein Klettersteigset für die letzten versicherten Meter. Wir hingegen haben uns, hauptsächlich weil wir keinen Helm und kein Klettersteigset den restlichen Urlaub über mittragen wollten, gegen eine Besteigung entschieden. Da der Tag mit Regen beginnt und wir aufgrund von Nebel nur wenige Meter weit sehen, sind wir froh über diese Entscheidung. Der Vorteil des Wetters ist auch, dass wir, als wir um 9 Uhr starten, alleine den Weg Richtung Triglav gehen.
Der heutige Tag bringt ca. 15 Kilometer und 550 Höhenmeter im Aufstieg und knackige 1.650 Höhenmeter im Abstieg. Wir starten hinter der Hütte und gehen den Pfad hoch, stetig bergauf in Richtung Triglav. Der Weg ist wunderschön. Es gibt viele kleine Seen (Der Name der Gegend ist auch “Tal der Triglav Seen”) und im neblig, diesigen Wetter ist es, trotz des mangelnden Panoramas, bezaubernd und es wächst überall Schnittlauch (Ich liebe Schnittlauch!).


Wir kommen um kurz vor 11 bei der Hütte Zasavska koča na Prehodavcih an (In dieser Hütte könnte man nach einer Triglav-Besteigung nächtigen). Eigentlich wollten wir so früh noch keine Mittagspause machen, aber da es regnet und wir nass sind, kehren wir ein. Wir wärmen uns auf, essen Suppe und machen uns eine Stunde später auf den Weg in Richtung Abstieg ganz nahe der Hütte.

Der Weg ist zuerst eine Steig und später ein breiter befestigter Weg. Es ist komisch, mitten in den Bergen auf einem angelegten Pfad zu gehen. Er wird wohl auch häufig genutzt, bei dem schlechteren Wetter sind wir aber fast alleine und treffen nur vereinzelt andere Menschen.

Gegen 14 Uhr kommen wir bei unserer Unterkunft, dem Bio-Bauerhof ‚Pri Plajerju‘, an und schlafen dort in einem Holzzelt. Man muss definitiv reservieren, ansonsten gibt es noch andere Unterkünfte entlang der Soča. Wir bleiben zwei Nächte, weil es schön ist, Tiere gibt und das Essen großartig ist. Wir haben schließlich Urlaub.


Tag 4: Durch das Soča Tal nach Bovec
Am letzten Tag folgen wir dem Alpe Adria Trail von unserer Unterkunft nach Bovec. Der Weg ist wirklich gut ausgeschildert und man geht quasi durchgehend am Fluss entlang. Es ist wirklich wunderschön, das Wasser eiskalt erfrischend (zum Glück ist es warm und sonnig!) und der Weg entspannt mit wenig Höhenmeter. Die Etappe ist knapp 18 km lang und bringt etwas mehr als 300 Höhenmeter im Aufstieg und 500 Höhenmeter im Abstieg mit sich. Wir starten um 09:15 nach einem guten Frühstück mit Proviant im Gepäck.

Am Weg gäbe es ca. bei der Hälfte im Kamp Klin ein Restaurant. Wir entscheiden uns aber für eine Jause am Fluss – denn dort ist es einfach zu schön – und holen uns im Kamp Klin nur einen Kaffee und ein Eis.



Wir kommen am Nachmittag , so gegen 15:45, Nahe Bovec beim Camp Liza an, wo wir noch 3 Tage in einer kleinen Hütte bleiben und uns in unterschiedlichen Wassersportarten üben (Nahtoderfahrung beim white water rafting inklusive – nichts für schwache Nerven!). Das Soča Tal ist viel zu schön, um es nur so kurz zu genießen.

Von Bovec kann man mit dem Bus in wenigen Stunden in Ljubljana sein. Die Busbetreiber sind Arriva und Nomago. Zugegebenermaßen ist es nicht leicht, die Buspläne ausfindig zu machen, aber es gibt Busse nach Tolmin und von dort nach Ljubljana. Irgendwann bin ich auf diesen Link gestoßen, der tatsächlich eine Auskunft über die Buszeiten gibt. Im Sommer gibt es auch Busse durch das Soča Tal via Kranjska Gora nach Ljubljana. Man kann auch nach Triest fahren und dort weiter urlauben. Es gibt viele Möglichkeiten, den Urlaub zu erweitern. Wir haben uns jedenfalls auf den Weg nach Ljubljana gemacht und sind von dort ans Meer zum Radfahren. Auch das ist empfehlenswert.
Fazit
Der Nationalpark Triglav ist wunderschön, die Route war nicht allzu schwer und gut beschildert. Man kann die Route auch verlängern oder abändern, es gibt viele Hütten in der Gegend. Die An- und Abreise ist vielleicht für 4 Tage zu lang, aber gleichzeitig ist die Schönheit die Reise jedenfalls wert. Am besten einfach länger bleiben und ausgiebig urlauben.





Liebe Birgit, wieder eine sehr schöne Mehrtagestour! Waren auch grad etwas weiter östlich in Slowenien unterwegs, wirklich ein schönes Land!
Liebe Grüße
Birgit
Liebe Birgit,
ja Slowenien ist wirklich wunderschön! Es war eine sehr schöne Tour und ein richtig guter Urlaub. Ich war heuer auf der italienischen Seite der julischen Alpen unterwegs und auch das war echt großartig.
Liebe Grüße
Birgit