Umrundung des Kellerjoch mit dem E-Radl

Die Umrundung des Kellerjoch ist eine abwechslungsreiche und sehr schöne E-Rad-Rundtour auf Asphaltstraßen, Radwegen, Land- und (genehmigten) Forststraßen mit sehr schönen Tiefblicken ins Inn- und Zillertal. 57 Kilometer, 1240 Höhenmeter, 3:40 Stunden in Bewegung, 1 Ladestation auf der Strecke.

Anreise nach Jenbach

Genaugenommen sollte die Tour am Bahnhof Schwaz beginnen, weil man dann tageszeitlich früher in der Steigung am Weg wäre und am Nachmittag mit Mitwind ab Strass zurückfahren könnte. Wegen des Bahnhof-Umbaus in Schwaz (2020) mit seinen Unannehmlichkeiten erfolgt der aber Start in Jenbach. Die Anreise vom Innsbrucker Hauptbahnhof erfolgt mit einer der zahlreichen Zugverbindungen nach Jenbach, wobei diese etwa eine halbe Stunde dauert. Wichtig ist dabei, die „Regio-Biking-Tageskarte Tirol“ nicht zu vergessen. Der Bahnhof Jenbach ist barrierefrei und verfügt über 2 Lifte. Man muss die schweren „Böcke“ also nicht über Treppen wuchten. In der Unterführung gehen wir nach links ganz bis zum Ende, mit dem Lift links hinauf zum Bus-Terminal.

Erste Etappe bis zum Schloss Freundsberg

Die Tour um das Kellerjoch beginnt am großen Platz des Bus-Terminals und geht in Richtung West hinauf auf den Autobahnzubringer. Dort fahren wir links bis zum Kreisverkehr und nehmen die dritte Ausfahrt, fahren hinunter und dann gleich in die Gegenrichtung. Wir sind jetzt auf dem asphaltierten Inntalradweg. Bis zum Unterlauf des Achensee-Kraftwerkes müssen wir uns neben der lauten Autobahn bewegen. Gleich nach der Brücke fahren wir scharf rechts unter Auto- und Eisenbahn hindurch und dann links-links auf dem asphaltierten Radweg in Richtung West. Bei Schönwetter mit Gegenwind aber angenehm in der Vormittagssonne fahren wir nach Stans. Die Straße führt rechts hinauf. Wir nehmen die erste Abzweigung links, fahren über den Stanserbach und gleich danach dem Bach entlang bis zum Inn hinunter.

Ab dort geht es dem Inn entlang bis nach Schwaz. Wir überqueren die erste Innbrücke und folgen rechts der B171 bis zur nächsten Innbrücke. Dort ordnen wir uns links ein. Bei der Ampel fahren wir links über die Einbahn in die Stadt zum Stadtplatz mit Brunnen. Ein kurzer Abstecher links in die Franz-Josefstraße mit der interessanten Pfarrkirche könnte nicht schaden.

Franz-Josef-Strasse mit Pfarrkirche in Schwaz
Franz-Josef-Straße mit Pfarrkirche in Schwaz (Foto: Kurt Wirtenberger)

Die Fortsetzung der Route geht vom Stadtbrunnen bergwärts, immer der Burggasse und den Hinweistafeln „Burg Freundsberg“ folgend, hinauf zum Schloss. Ab der zweiten Lahnbachbrücke hat man die eher unschöne Stadtdurchquerung hinter sich.

Schloss Freundsberg
Schloss Freundsberg (Foto: Kurt Wirtenberger)

Man sollte unbedingt die paar Schritte in den Burghof hinein machen. Dort bietet sich eine wunderschöne Aussicht nach Schwaz, ins Inntal und zum Karwendel-Kamm. Für die Besichtigung des Schlosses, der Burgschenke und des sehr interessanten Museums sollte man sich einen eigenen Termin vormerken!

Talblick vom Schloss Freundsberg
Talblick vom Schloss Freundsberg (Foto: Kurt Wirtenberger)

Zweites Teilstück zum Loassattel

Weiter geht es die asphaltierte Straße hinauf, wobei man immer auf der Hauptroute bleibt. Den Markierungstafeln nach „Grafenast“ ist zu folgen. Inmitten einer großen Wiese steht das Haus „Egertboden“, in meinen Jugendjahren ein gerne besuchtes Gasthaus mit Harfe spielenden Wirtsleuten. Heute ist dort eine Rehabilitation-Station für Drogenpatienten untergebracht. Hier endet die Asphaltstraße. Beim Weiterweg gibt es einige Abzweigungen, bei denen aber eindeutige Wegweiser stehen. Das Abschnittsziel ist „Grafenast“. Bei der letzten, wichtigen Abzweigung habe ich keinen Wegweiser gefunden. Dort, wo das Starthäuschen der Rodelbahn steht, muss man geradeaus fahren, sonst landet man beim Hecherhaus. Dieses wäre allerdings auch ein lohnendes Ziel mit wunderschöner Aussicht und guter Gastronomie.

Hier geradeaus fahren
Hier geradeaus fahren (Foto: Kurt Wirtenberger)

Wir fahren aber geradeaus weiter, an der Talstation der Kellerjoch-Bahn und einigen Hotels vorbei. Rechts unten liegt das Biohotel Grafenast. Ab nun gilt „Loassattel“ als Teilziel bei den Wegweisern: Dort wo die Asphaltstraße zu fallen beginnt zweigt links der „Hoferweg“ ab, dem wir folgen. Die Auffahrt bis zum Ende „Hoferweg“ ist im Hochsommer relativ angenehm im Schatten. In den Übergangszeiten empfehle ich die sonnigere Auffahrt über die Pillbergstraße, die am westlichen Ende von Schwaz beim Kreisverkehr nach dem Schwimmbad abzweigt und nicht verfehlt werden kann. Am Ende des „Hoferwegs“ treffen sich die Routen.

Der „Hoferweg“ ist ziemlich naturbelassen aber ohne wesentliche Steigung. Nach circa 1,5 Kilometern kommen wir zur Fahrstraße, die vom Pillberg heraufkommt und die uns weiterführt. Nach weiteren circa 2 Kilometern lockt links der Alpengasthof Loas, der durch seine „Riesenwiener“ im Umfeld bekannt ist, zur Einkehr. Wer das mag, sollte unbedingt zuschlagen.

Die Loas
Die Loas (Foto: Kurt Wirtenberger)

Nächste Etappe zur Ladestation

Ich selber fahre aber immer vorbei und mache meine Mittagsrast auf der Zillertaler Seite beim Schellenberg, weil es dort eine Ladestation für den Akku, köstliches Schneider-Weißbier und manchmal Wildspezialitäten gibt. Bis zum Joch (Loassattel) sind es nur mehr wenige Minuten und eine Kehre weit. Dort muss man sein Rad durch ein ungutes Drehkreuz zwängen, was bei breitem Lenker lästig sein kann.

Schwierige Durchfahrt
Schwierige Durchfahrt (Foto: Kurt Wirtenberger)

Jetzt öffnet sich der Blick ins Finsingtal. Einige Rastbänke laden zum Verweilen ein. Der Weiterweg um das Kellerjoch führt bei der nächsten Abzweigung nach links hinunter Richtung Hochfügen. Ich mache aber immer einen Abstecher den rechten Weg hinauf, einfach weil es mir „taugt“.

Die Abzweigung
Die Abzweigung (Foto: Kurt Wirtenberger)

Die Abfahrt nach Hochfügen ist problemlos. Unten angekommen könnte man die paar Meter nach Hochfügen hineinfahren. Im Sommer versäumt man dort aber nichts: Alles ist zu! Wir fahren über die Asphaltstraße talaus, wo man es ziemlich „tuschen“ lassen kann.

Achtung! Diejenigen, die bei der „Loas“ ein Riesenwiener konsumiert haben und jetzt nicht mehr einkehren möchten, sollten nach circa 1,5 Kilometern bei dem auf dem Foto (von der Gegenrichtung geschossen) zu sehenden „Gestell“ abzweigen, weil sie sonst sinnlose circa 600 Metern von der Jausenstation Schellenberg zurückfahren müssten. Mein Track geht zum Schellenberg, zur Schneiderweisse, zum Hirschschnitzel und zur Ladestation, weil ich den Gegenwind, das Zillertal hinaus, kenne.

Jausenstation Schellenberg (Foto: Kurt Wirtenberger)
Jausenstation Schellenberg (Foto: Kurt Wirtenberger)

Schlussetappe über Kupfnerberg, Zillertal und Inntal

Die Schellenberg-Einkehrer fahren für den Weiterweg die 600 Meter zurück und dann bei der Abzweigung nach links. Am Talgrund angekommen fährt man nach links das Tal hinaus auf einer angenehmen Schotterstraße, die im Juli von Orchideen (Knabenkraut) gesäumt ist.

Orchideen (Knabenkraut)
Orchideen/Knabenkraut (Foto: Kurt Wirtenberger)

Ganz draußen kommen wir wieder zu einer Asphaltstraße, die in wenigen Kehren ins Tal führt. Dort geht es über den Finsingbach hinüber und gleich bei der zweiten Brücke zurück auf die orographisch rechte Bachseite. Wir folgen dem Finsingbach bis hinunter ins Dorf (Uderns/Finsing), wo wir auf eine Querstraße stoßen. Kurz links und schon wieder rechts, geht es dann unter der B169 und der Zillertalbahn hindurch und wir kommen auf den Zillertaler Radweg, der uns zum Inn hinausführt. Dort kommen wir auf den Inntalradweg, dem wir bis Rotholz folgen.

Rastplatz Rotholz
Rastplatz Rotholz (Foto: Kurt Wirtenberger)

Beim Rastplatz mit Brunnen fahren wir über die Innbrücke und gleich danach weiter unter der Autobahn hindurch und links auf der Austraße zurück zum Bus-Terminal des Bahnhofs Jenbach. Der Kreis um das Kellerjoch ist geschlossen.

Innbruecke
Innbrücke (Foto: Kurt Wirtenberger)

Rückfahrt von Jenbach

Vom Bahnhof Jenbach geht es wieder mit einer der zahlreichen und regelmäßig verkehrenden Zugverbindungen zum Innsbrucker Hauptbahnhof.

Tourdaten

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