Mobile Working unterbrochen durch eine Skitour

David und Martin am Start der Skitour im Skigebiet Präbichl. Foto: Martin Heppner

Wir treffen uns zu einem sportlichen „Bahn zum Berg“ Meeting in einer der landschaftlich beeindruckendsten und geschichtsträchtigsten Regionen der Obersteiermark. Das Erzbergland in der Hochschwabregion ist besonders von der Landeshauptstadt Graz und den Städten im Mur- und Mürztal sehr gut öffentlich erreichbar.

Anreise Martin

Ich muss schon um 6:32 in Wien Meidling in den Zug steigen. Da ich weiß, dass ich bis Leoben zwei Stunden unterwegs sein werde, packe ich mein Notebook ein um arbeiten zu können. Während der Skitour bleibt es in meinem Rucksack verstaut. Inklusive Ladegerät, Wasser, Jause, LVS Ausrüstung etc. wiegt mein Rucksack 10kg. Das ist ok.

In den zwei Stunden „mobile working“ stelle ich ein SQL fertig, das Zuugle in Zukunft mit Daten aus „Bahn zum Berg“ versorgen wird. Ich bin mit mir sehr zufrieden, als ich in Leoben aussteige und David treffe.

„Mobile working“ bei der Anreise zur Skitour. Foto: Martin Heppner

Anreise David

Ich darf etwas länger schlafen als Martin. Mit Mamas Frühstück gestärkt „Bahn-zum-Bergle“ ich um 07:45 Uhr vom Grazer Hauptbahnhof weg. Nach einer kleinen Mathe-Lern-Session steige ich rund 45 Minuten später in Leoben Hauptbahnhof aus. Dort treffe ich mich mit Martin und gemeinsam fahren wir mit dem Postbus 820 zur Schiarena auf den Präbichl, unserem Tourenausgangspunkt.

Aufstieg entlang der Piste unter dem Polsterlift durch. Foto: Martin Heppner
Aufstieg entlang der Piste unter dem Polsterlift durch. Foto: Martin Heppner

Aufstieg

Die ersten Höhenmeter bewältigen wir auf der Piste 05 unter dem Polster Quattro Sessellift und unter der neuen Bundesstraße hindurch. Immer am rechten Rand der Piste folgend (Bitte an unübersichtlichen und engen Stellen hintereinander gehen) überquert man in einer Linkskurve die Laufstraße, die zum Gehöft und Skitourenparkplatz der Handlalm führt.

Nach dem Tunnel kommt noch eine Steigung bis zur Höhe Laufstraße. Dort verlassen wir die Piste. Foto: Martin Heppner
Nach dem Tunnel kommt noch eine Steigung bis zur Höhe Laufstraße. Dort verlassen wir die Piste. Foto: Martin Heppner

Nach der Überführung steuert man auf eine Pistengabelung zu. Zur rechten Hand führt ein breiter, meist gespurter Weg in den Wald hinein. Ein gelber Wegweiser bestätigt, dass wir hier Richtung Leobner Hütte richtig abgebogen sind. Geradeaus Richtung Norden geht es etwas bergab durch den lichten Fichtenwald.

Kurzes Stück im Wald. Foto: Martin Heppner
Kurzes Stück im Wald. Foto: Martin Heppner

Nach einer Lichtung und einem großen Schlag auf rechter Seite, geht es kurz bergab.

Handlgraben. Foto: Martin Heppner
Handlgraben. Foto: Martin Heppner

Entlang des Handlgrabens wird im oberen Bereich der Wald immer lichter. Über tief verschneite Almwiesen steigen wir bis zum Talschluss auf. Dort folgen wir weiter den Markierungen des Wanderweges zur Leobner Hütte.

Traumwetter & Traumaussicht. Foto: Martin Heppner
Traumwetter & Traumaussicht. Foto: Martin Heppner
Ab jetzt wird es steiler. Foto: Martin Heppner
Ab jetzt wird es steiler. Foto: Martin Heppner

Nun führt der Wanderweg in einer Linkskurve durch das Krummholzgebüsch mit darauffolgender kleinen Wechte unterhalb eines Geländerückens direkt in Richtung Leobner Hütte. Wir aber „bahnen“ uns den Weg weiter auf dem Südhang, direkt auf die Hochspannungsleitung zusteuernd.

Der Gipfel des Polsters ist fast die ganze Tour über im Blick. Foto: Martin Heppner
Der Gipfel des Polsters ist fast die ganze Tour über im Blick. Foto: Martin Heppner

Bis wir oberhalb des Geländerückens, der Wechte und des Gebüsches parallel zur 380 kV-Leitung (oder 180 kV) den Hang Richtung Westen queren. Am Ende des Hanges erreichen wir den vom Wind schneebefreiten Hirscheggsattel. Hier mussten wir unsere Tourenski von den Füßen auf den Rücken ummontieren.

Am Eisenerzer Reichenstein gegenüber geht lautstark eine Lawine ab. Foto: Martin Heppner
Am Eisenerzer Reichenstein gegenüber geht lautstark eine Lawine ab. Foto: Martin Heppner

Nun folgen wir dem Rücken des Berges Richtung Süden bis wir einen weiteren Sattel erreichen. Von dort aus kann man bereits den Sender und das kleine Kreuz des Polster Gipfels erspähen. Nachdem die Tragelast von 10 kg Rucksack samt Inhalt auf das Gewicht der Tourenski erhöht wurde, beschlossen wir ohne dem Marschgepäck die letzten Meter bis zum Gipfel zu erklimmen.

Am Vorgipfel machen wir ein Rucksack- und Skidepot und gehen unbeschwert weiter. Foto: Martin Heppner
Am Vorgipfel machen wir ein Rucksack- und Skidepot und gehen unbeschwert weiter. Foto: Martin Heppner
David und Martin mit dem Polster Gipfelkreuz. Foto: Martin Heppner
David und Martin mit dem Polster Gipfelkreuz. Foto: Martin Heppner

Nachdem der Weg entlang des Bergkammes zum Gipfel sehr exponiert ist und von Schneeverfrachtungen (Wechten auf der windabgewandten Seite) und sehr wechselnden Schneeverhältnissen (von Neuschnee über Harsch bis Eis) geprägt ist, ist es empfehlenswert Steigeisen auf die Schuhe zu montieren. Bitte auch den verlockend eindrucksvollen Wechten fernbleiben. Hier besteht Einbruch oder Absturzgefahr durch das Abbrechen der windgepressten Triebschneeansammlungen.
Obwohl der Polster Gipfel nicht zu den höchsten dieser Region zählt, ist das Gipfelpanorama sehr beeindruckend. Vom Eisernerzer Reichenstein und Erzberg im Süden, Kaiserschild und Hochkogel im Westen, Pfaffenstein, Frauenmauer, Grießmauer, TAC-Spitze, Hochturm, Leobner Mauern und Vordernberg unten im Tal reicht der Rundumblick von Nordwest über Nord bis Ost. Bei guter Fernsicht kann man im Westen das Dachsteinmassiv mit seiner Vergletscherung erkennen.

Abstieg und Abfahrt

Der Rückweg zum Ski- und Gepäckdepot ist ident zum Aufstieg. Bei stärkerer Vereisung des Weges kann man auch die steilsten Stellen über eine Schleife umgehen.

Ski sind angeschnallt und gleich fahren wir los. Foto: Martin Heppner
Ski sind angeschnallt und gleich fahren wir los. Foto: Martin Heppner

Wieder mit den Tourenski an den Füßen sucht man sich die beste Spur zum Abfahren, abhängig von den Schneeverhältnissen. Die Schleife um die Leobner Hütte haben wir nun enger gezogen.

David legt die Spur. Foto: Martin Heppner
David legt die Spur. Foto: Martin Heppner
Bei einer Pause in der Sonne graben wir zum Spaß ein Schneeprofil. Wir können keine wirkliche Schwachschicht entdecken. Foto: Martin Heppner
Bei einer Pause in der Sonne graben wir zum Spaß ein Schneeprofil. Wir können keine wirkliche Schwachschicht entdecken. Foto: Martin Heppner

Nach einer kleinen Rast in der Sonne und einer Schneeprofil Grabung nahe der Leobner Hütte geht es zuerst einen Nordosthang, dann in einer schmalen flachen Rinne Richtung Osten bergab. An dessen Ausfahrt quert man den Hang Richtung Süden bis zu einem lichten Lärchenwald. Entweder man fährt hier durch den Wald (etwa in mittlerer Höhe ändert man mit einer Linkskurve die Fahrtrichtung) ab oder direkt linker Hand des Lärchenwaldes über eine sehr steile Geländekante. Zweitere Variante sollte nur bei sicheren Lawinenverhältnissen und guter Skitechnik im Tiefschnee in Angriff genommen werden.

Hang vor dem einzigen steilen Abfahrtsstück. Foto: Martin Heppner
Hang vor dem einzigen steilen Abfahrtsstück. Foto: Martin Heppner

Nach dieser „Schlüsselstelle“ erreicht man wieder den Talboden des Handlgrabens. Hier kann man sich entscheiden ob man denselben Weg wie beim Aufstieg wählt oder nach dem ersten Waldstück nach den Almböden links auf dem weiten Schlag bis zu den Häusern nach der Handlalm und am Ende kurz über einen Wanderweg bis zur alten Bundesstraße abfährt. Auf dieser steigt man kurz auf und fährt schließlich auf der Piste 05 ab, um zum Ausgangspunkt zu gelangen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   6:30 Std Skitour   1.000 HM   1.000 HM   10 km   GPX Track

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.