Auf den Hausberg von Tragöß, mit Abstieg zum Grünen See.
Vom Bahnhof Bruck/Mur fährt die auch an diesem Samstag gut frequentierte Buslinie 175 ins Lamingtal nach Tragöß, wir steigen nach einer halben Stunde Fahrtzeit bei der vorletzten Haltestelle „Tragöß Oberort Ort“ aus.
Es geht auf knapp 800 Metern Seehöhe zunächst die Straße geradeaus weiter, beim Gasthof zur Post rechts, wir kommen beim Heimatmuseum vorbei und folgen dem Haringgrabenweg einen guten halben Kilometer, bevor wir links in den Wald zum Wanderweg abbiegen.


Mit Plan zum Berg – Personalisierte Fahrplanabfrage
Aufstieg zur Messnerin
Orthografisch interessant: während Tragöß (so wie z.B. Gußwerk) das scharfe ß aufgrund des Eigennamens korrekterweise behalten hat, wurde jenes der Messnerin „von Amts wegen“ (BEV) in ein Doppel-s umgewandelt, obwohl der Berg ja noch dazu in der Region mit langem e („Meesnerin“) ausgesprochen wird. Aber genug der Spitzfindigkeiten…
Das Waldwegerl ist angenehm zu gehen, auf knapp 1.000 Metern ist die Abzweigung zum Kampelsteig Richtung Klamm, wir gehen aber rechts hinauf, wo kurz danach eine erfrischende Quelle das Gemüt erfreut.
Immer wieder gibt es Forststraßenkontakt, es wird allmählich steiler und dann kommen wir in den Bereich der Kampelmauer, wo es schöne Einblicke in die Felsabstürze der Messnerin gibt und auch einen nicht minder schönen Tiefblick zum Grünen See.

Weiter geht’s hinauf, wir lassen die Baumgrenze hinter uns, kommen in Latschengebiet und schließlich zu den grasigen Matten des Gipfelbereichs.

Nach etwa 2 ½ Stunden ist das Gipfelkreuz auf 1.835 Metern erreicht und wir werden mit einem wunderbaren Schwåb‘npanorama belohnt. Da die Messnerin dem Hochschwabstock nach Süden vorgelagert ist, hat man natürlich einen wunderbaren Blick zum Hochschwabgipfel und seinen Trabanten.


Abstieg auf der Nordseite
Wer sich an die gewarteten, markierten Wanderwege halten will, muss vom Gipfel den gleichen Weg wieder retour. Für Freundinnen und Freunde von unmarkierten Pfaden lockt aber ein nordseitiger Abstieg (in der Open Street Map verzeichnet), so auch uns.
Am Gipfelplateau geht es zunächst ein Stück Richtung Westen, dann hat man die Wahl zwischen einem direkteren Pfad (gleich rechts) oder einem gemütlicheren, der in einem weiten Rechtsbogen vom Gipfelbereich Richtung Sperberkogel hinunterführt. Wir wählen letzteren.

Die Wegspuren sind meist gut erkennbar, durch die Latschen ist es teilweise ein Gewühl.


Wir gelangen auf rund 1.600 Metern in eine Senke, hier ist es wichtig, nicht wie vielleicht instinktiv geleitet nach links hinunter zu gehen, sondern weiter geradeaus bzw. halbrechts zu einem kleinen, kurzen Gegenanstieg (Standort auf der Karte am Smartphone sehr hilfreich). Wir erreichen das Zusammentreffen mit dem direkten Weg vom Gipfel, kommen bei einer lieben kleinen Jagdhütte vorbei, passieren den Sperberkogel und dann geht es wieder etwas steiler bergab.


Auf etwa 1.250 Metern gelangen wir zu einer Forststraße, die zum Scheideck führt. Kurz nach dem Scheideck zweigen wir links ab zu einem schönen Weg Richtung Klammboden. Am letzten Hang oberhalb des Klammbodens ist jedoch ordentlich geschlägert worden, der Weg wurde teilweise kleinräumig verlegt.
Ab dem Klammboden sind wir wieder auf der Forststraße, nach etwa 200 Metern erfrischen wir uns vom Mund bis zu den Zech‘n an der sprudelnden Quelle.


… und runter zum Grünen See
Nach der wohltuenden Erfrischung folgen wir der Forststraße Richtung Tragöß, ein kleiner Gegenanstieg ist auch noch erforderlich, auf 970 Metern verlässt der Wanderweg die Forststraße. Da wir noch beim Grünen See vorbei schauen wollen, stoßen wir auf rund 880 Metern wieder kurz zur Forststraße, um diese bei der nächsten scharfen Linkskurve auf 860 Metern wieder zu verlassen, da gibt es nämlich ein unmarkiertes, aber gut „gespurtes“ Weglein direkt hinunter.
Wir erreichen nach etwa 6 ½ Stunden den See beim Nordost-Teil, der bei unserem Besuch abgeschnitten ist vom größeren Teil und etwas armselig wirkt. Auch dem Grünen See machen dauerhaft geringe Niederschlagsmengen sehr anschaulich zu schaffen.


Am Seeufer ist reichlich Besuch, wir kommen uns etwas „exotisch“ vor. Nach kurzer Rast spazieren wir beim Gasthaus vorbei und die Straße entlang, nach dem Pfarrerteich kommen wir zum Bereich der Parkplätze und der Bushaltestelle. Die Linie 175 bringt uns – und viele andere – wieder verlässlich zum Bahnhof in Bruck.
Fazit
Eine feine Schwåb’ntour mit wunderbarem Panorama, spannendem unmarkiertem Abstieg und nettem Abschluss bei „Österreichs schönstem Platz“ des Jahres 2014. Bei arger Sommerhitze aufgrund des südseitigen Aufstiegs weniger empfehlenswert.




Danke für die Beschreibung des unmarkierten Abstiegs in Form der original Variante. Es gibt bei der
Jagdhütte übrigens noch links hinab an einem
Wassertrog vorbei einen alten Abstieg zum Klammboden, welcher in alten Karten noch eingezeichnet ist. Aber schwierig zu finden mit kleiner kletterstelle im Mittelteil.
Hallo Andreas, danke für deine Rückmeldung und den Hinweis zum alten Abstieg!