Idyllische und sehr abwechslungsreiche kleine Wanderung durch schöne Wälder und über die malerischen Wiesen der Ochsenheide und des Almgebiets am Kitzbergs.
Der Wetterbericht verspricht endlich wieder einen trockenen Tag und als Pensionistin habe ich zum Glück die Freiheit, mich an einem Mittwoch auf den Weg machen zu können. Ich starte um 10:00 in Meidling und der CJX9 bringt mich in 30 Minuten nach Wiener Neustadt. Hier steige ich in den R97 Richtung Gutenstein um und lande 50 Minuten später bei der Haltestelle „Pernitz-Raimundviertel“.

Ab hier geht’s erst einmal am Gehsteig der Straße entlang Richtung Westen und nach ca. 300 m biege ich links ab auf die Straße Richtung Schallhof. Bei der ersten Kreuzung geht’s geradeaus weiter in die Sackgasse hinein und bei der nächsten Gabelung halte ich mich links. Direkt bei der Kreuzung mit der Schallhofstraße beginnt der unmarkierte Waldweg mit einem ziemlich versteckten Einstieg an der Straßenböschung.

Ab hier führt ein kleiner Fußpfad, der stellenweise kaum erkennbar ist, durch einen locker mit Bäumen bestandenen Wiesenhang stetig bergauf. Um den Weg nicht zu verlieren, lohnt sich ein Blick auf den Track, aber bald erreicht man eine deutlich erkennbare Fahrspur. Sie führt durch eine ungewöhnliche Landschaft mit abwechselnden Wald- und Wiesenstreifen – sie werden in meiner Karten-App „Mapy“ als „ehemalige Hofäcker“ bezeichnet.

Nach der Querung der Forststraße geht es geradeaus weiter auf dem Waldweg, der mit einem orangenen Pfeil am Baum markiert ist. Hier beginnt ein wunderschöner Waldweg durch einen intakten Föhrenwald.

Das erste Stück ist relativ steil, aber nach ca. 10 Minuten flacht sich der Weg ab und führt dann teilweise fast eben über den langgezogenen Waldrücken. Kurz nachdem von links ein Forstweg einmündet, erreicht man den grün markierten Weg und biegt hier links ab. Leider ist diese Markierung schon sehr verblasst und man muss sich ziemlich konzentrieren, um diese Abzweigung nicht zu verpassen.

Am markierten Weg geht es eben oder auch leicht bergab weiter durch einen schönen Mischwald, bis man den Waldrand erreicht. Hier öffnet sich der Blick auf die Ochsenheide, eine weitläufige Wiesenlandschaft auf dem Sattel zwischen Pernitz und Waidmannsfeld. Hier halte ich meine Mittagsrast im Schatten eines Baumes mit sensationellem Ausblick auf die wunderschöne bäuerliche Landschaft.

Nach der Mittagsjause gehe ich weiter Richtung Kitzberg, der hier auch erstmals angeschrieben ist. Nach der Querung der Straße geht es am Strommast vorbei auf einem kaum sichtbaren Fußpfad über die Wiese Richtung Waldrand, an dem ein kleines Bankerl steht. Hier ist der Einstieg zum Waldweg, der mich zur Forststraße Richtung Kitzberg führt.

Die Forststraße führt nun stetig bergauf bis man das Almgebiet des Kitzbergs erreicht. Nun geht es annähernd eben durch Wiesen- und Waldstücke und immer wieder sind dabei Viehgatter zu überqueren. Leider stehen die Kühe diesmal nicht als Fotomodell zur Verfügung, was die Romantik ein wenig schmälert.

Am Ende des Almbodens erreicht man das Rudolf Fordinal-Haus, das aber nur am Wochenende von einem Verein bewirtschaftet wird.

Bisher habe ich mich hier immer an den Abstieg gemacht, aber in meiner Wander-App ist kurz hinter der Hütte eine „Elisabeth-Aussicht“ eingetragen, die will ich diesmal erforschen. Und tatsächlich erreiche ich in paar Minuten einen kleinen Felsengrat, den man aber nur betreten sollte, wenn man absolut trittsicher und schwindelfrei ist.

Die Aussicht ist allerdings ein wenig enttäuschend und außerdem dringt der Verkehrslärm aus dem Piestingtal herauf. Deshalb mache ich mich auch noch auf den Weg zum Gipfel des Kitzbergs, um zu schauen, ob sich hier die Aussicht lohnt.

Der Platz ist zwar ganz nett und es gibt sogar ein Mini-Gipfelkreuz am Baum, aber der Blick Richtung Norden ist mit seinen bewaldeten Bergkuppen auch hier nicht sehr spektakulär. Nach einer kurzen Teepause geht’s wieder hinunter zum Rudolf-Fordinal-Haus und dort folge ich dem Schild Richtung Bahnhof Miesenbach-Waidmannsfeld. Die grünen Markierungen sind zwar schon ziemlich verblasst, aber bei genauerem Hinschauen findet man an den entscheidenden Stellen immer die nächste Markierung.

Nach der Durchquerung des schönen Waldstücks landet man auf einem idyllischen Wiesenrücken, auf dem man noch gut die alten Landschafts-Terrassierungen erkennen kann. Vorbei am kleinen Bildstock geht’s weiter Richtung Bahnhof.

Ein letztes Mal geht’s durch ein kleines Waldstück bergab ins Piestingtal und nach einem ganz kurzen Stück auf der Straße landet man direkt bei der Haltestelle Miesenbach-Waidmannsfeld. Leider hat der Gasthof beim Bahnhof dauerhaft geschlossen. Aber ich habe Glück und der Zug kommt bald.

Fazit
Wunderschöne und abwechslungsreiche kleine Wanderung, die durch ihre meist moderaten Steigungen auch für weniger Geübte gut zu schaffen ist. Allerdings ist das erste Drittel des Weges unverständlicherweise nicht markiert und daher erfordert die Wegsuche hier ein bisschen Kartenlesekunst und Konzentration. Die An- und Abreise ist durch den stündlichen Taktfahrplan der Bahn ganz unproblematisch, es ist nur schade, dass es bei der Rückreise beim Bahnhof keine Einkehrmöglichkeit mehr gibt.





Ein sehr schöner Weg, eine originelle Hütte der „Alpenfreunde“ wo wir einkehrten. Für dem Nahbereich von Wien unglaublich wenig los.
Danke für diesen Tipp.
Lieber Peter, danke für diesen netten Kommentar!
Wieder eine wunderschöne und gelungene Tour liebe Barbara! Danke!