Herumgondeln auf der Grebenzen

Scharfes Eck. Foto: Lisa Nussdorfer

Es ist Anfang Juli 2025 und ich möchte im Urlaub den Mariazeller Gründerweg erwandern. Die Anreise erfolgt am Freitag direkt vom Büro von Wien nach St. Lambrecht, wohin mich mein Partner begleitet.

Der Zug von Wien Hauptbahnhof fährt um 13:18 nach Knittelfeld, wo wir ausgeschlafen nach ca. 2,5 Std. ohne Bahnsteigwechsel vom IC739 in die S8 Richtung Friesach umsteigen. Nach 45 min erreichen wir Mariahof-St. Lambrecht, wo wir nach wenigen Minuten in den Bus 885 nach St. Lambrecht umsteigen, der auf der Bahnhofsseite hält. Perfekt getaktet. Positiv fällt mir auch der Radweg neben der Straße auf. Um 17 Uhr sind wir in der Unterkunft, wo wir uns am Samstag eigentlich noch einen Wellness-Tag gönnen wollten, bevor wir am Sonntag die erste Etappe vom Gründerweg gemeinsam beschreiten. Da wir die Murau-Gästecard zu unserem Aufenthalt bekommen, die eine Gondelfahrt auf die Grebenzen beinhaltet, beschließen wir dieses Angebot zu nützen.

Mit der Gondel auf die Grebenzen. Foto: Lisa Nussdorfer
Mit der Gondel auf die Grebenzen. Foto: Lisa Nussdorfer

Wir gehen es am Samstag gemütlich an und fahren erst um halb zehn mit der Gondel rauf zur Bergstation Greben10. Die heißt wirklich so. Von dort führt der Wanderweg über Weidegebiet neben der Skipiste auf die Grebenzen (1.870 Meter), von wo aus man einen wunderbaren Blick auf die Bergwelt hat, wie eine Panoramatafel verrät. Zur Dreiwiesenhütte geht es durch einen Waldpfad etwas bergab.

Dreiwiesenhütte. Foto: Lisa Nussdorfer
Dreiwiesenhütte. Foto: Lisa Nussdorfer

Zum Einkehren ist es uns noch zu früh und wir lassen sie rechts liegen. Entlang der Zweiten Grebenzenhöhe geht es durch den Wald leicht bergauf zur 33 Meter tiefen, ungesicherten Schachthöhle Wildes Loch. Wir schauen vorsichtig über die Kante in die Dunkelheit.

Wildes Loch. Foto: Lisa Nussdorfer
Wildes Loch. Foto: Lisa Nussdorfer

Weiter geht’s. Wir verlassen den Wald und kommen auf eine Alm. Die Grenze zu Kärnten wird von Kühen bewacht, die sich nicht für uns interessieren. Damit das so bleibt, gehen wir zügig weiter und auf die privat wirkende Gunzenberger Hütte zu, wo sich heraußen eine Menge Wanderer versammelt haben und noch weitere dazukommen.

Gunzenberger Alm. Foto: Lisa Nussdorfer
Gunzenberger Alm. Foto: Lisa Nussdorfer

Sie dürften am Scharfen Eck (1.818 Meter) gewesen sein, wo wir auch hin wollen. Über die Weidefläche lässt sich kein richtiger Weg erkennen und wir versuchen mithilfe des GPX-Tracks halbwegs die Spur zu halten. Wider Erwarten gibt es am Scharfen Eck keine Würstel 😉 und wir genießen ohne Jause die wolkenverhangene Aussicht über das Metnitztal.

Scharfes Eck. Foto: Lisa Nussdorfer
Scharfes Eck. Foto: Lisa Nussdorfer

Dort sehen wir auch Friesach, die Endhaltestelle von unserem Zug mit dem wir gestern angekommen sind. Im Hinterkopf kristallisiert sich der Plan einer Überschreitung heraus, doch nicht für diesen Tag.

Wir gehen die ersten paar hundert Meter den gleichen Weg bis zum Wanderwegweiser zurück und halten uns ab da oben an der Kante.

Blick zurück aufs Scharfe Eck. Foto: Lisa Nussdorfer
Blick zurück aufs Scharfe Eck. Foto: Lisa Nussdorfer

Bei einer weiteren Karsthöhle, dem Dachenloch, das nach den dort nistenden Dohlen „Dachen“ benannt ist, müssen wir wieder durch Kühe durch.

Dachenloch. Foto: Lisa Nussdorfer
Dachenloch. Foto: Lisa Nussdorfer

Auch hier will man nicht unabsichtlich reinfallen. Wir gehen schnell weiter und steigen über den Weidezaun wieder zurück in die Steiermark. Auf der Dritten Grebenzenhöhe (1.892 Meter) hat man wieder eine tolle Rundumsicht.

Wir folgen dem Weglein nach unten, tauchen wieder in den Wald ein und gehen bei der T-Kreuzung nach rechts um wieder auf den Weg zu gelangen auf dem wir zum Wilden Loch gekommen sind. Bei besagter T-Kreuzung nach links könnte man auch nach links gehen und auf die Zufahrtsstraße gelangen, die wir angesichts des vollen Parkplatzes lieber auslassen. Jetzt ist der Hunger groß genug um bei der Dreiwiesenhütte einzukehren. Die 40köpfige Wandergruppe ist auch schon da und wir beschränken uns auf Mehlspeisen, die schnell serviert werden. Am Abgang zur Toilette kann man die Pläne der Höhlen betrachten, an denen wir vorbeigekommen sind.

Da uns der Retourweg auf die erste Grebenzenhöhe durch eine Kuhherde versperrt ist, die neben der Hütte grast, beschließen wir doch ein Stück auf der Straße zu gehen und über einen Forstweg ohne nennenswerte Steigung ca. 3 km zurück zur Bergstation zu gehen.

Für die 12 Kilometer Wanderung benötigt man laut Tourenplanung 3,5 Std. Wir haben inkl. Pausen und Einkehr 5 Stunden auf der Grebenzen verbracht.

Wir fahren mit der Gondel wieder runter ins beschauliche St. Lambrecht, wo wir uns noch das imposante Stift von außen und den Stiftsgarten anschauen. Den Abend lassen wir bei einer Veranstaltung des Musikvereins ausklingen.

Stiftsgarten. Foto: Lisa Nussdorfer
Stiftsgarten. Foto: Lisa Nussdorfer

Am Sonntag wandern wir wie geplant von St. Lambrecht los.

Blick zurück aufs Stift St. Lambrecht. Foto: Lisa Nussdorfer
Blick zurück aufs Stift St. Lambrecht. Foto: Lisa Nussdorfer

Wir kommen aufgrund einer Wetterwarnung bis Scheifling, von wo wir mit der Murtalbahn bis Unzmarkt fahren. Mein Partner nimmt ab hier den Zug zurück nach Wien und ich suche mir ein Zimmer. Das Wetter hat meine weiteren Wanderpläne ordentlich durcheinandergewirbelt.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   4:00 Std Wandern   450 HM   450 HM   12 km   GPX Track

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