Die 4 schönsten Wege von Graz zur Voisthalerhütte

Seit 2019 sind Maja und Lisi (mittleres Bild) Hüttenwirtinnen auf der Voisthalerhütte. „Wegen der Geschichten von Bergen und Menschen“ wollte Maja Hüttenwirtin werden. Und warum die Voisthalerhütte? Lisis Antwort: „Wegen der Lage, der Wildheit des Hochschwabs – und dem Abseitigen: hier ist’s noch nicht so überlaufen.“

Im Jahr 2021 soll der Neubau fertig sein. Maja und Lisi möchten dann die neue Hütte betreiben.

Die Voisthalerhütte liegt im östlichen Hochschwab, auf einem Felsen in der Dullwitz. Wen die Geschichte, der 1898 gegründeten Hütte interessiert, kann diese auf Wikipedia nachlesen.

Aufstiege Voisthalerhütte, öffentlich erreichbar

Keine andere Hütte im Hochschwabgebiet, von der aus attraktive Touren unternommen werden können, ist öffentlich von Graz aus so gut erreichbar wie die Voisthalerhütte: Es gibt einen täglichen Linienbus bis Aflenz und Seewiesen – Sommer wie Winter.

Durch die relativ kurze Fahrzeit von Graz von eineinhalb Stunden, ist eine späte Anreise – zum Beispiel Freitag Nachmittag, nach der Arbeit – sehr schön machbar. Samstag dann eine Wanderung und Heimfahrt. So steht der Sonntag auch noch zur Verfügung!

Seewiesen – Dullwitz

  • Schwierigkeit: leicht
  • Aufstieg: 800 Höhenmeter
  • Abstieg: 50 Höhenmeter
  • Dauer: 3 Stunden
  • Distanz: 8 Kilometer

Den Aufstieg von Seewiesen habe ich bei meinem allerersten Besuch der Voisthalerhütte gewählt. Als Öffi-Wanderer geht man von der Bushaltestelle etwa einen Kilometer bis zu einem Parkplatz, wo die motorisierten Wanderer ihre Autos abstellen. Ab da sind dann alle gleichermaßen zu Fuß unterwegs.

Es geht zuerst auf dem Schotterweg am Talgrund entlang, bis der Weg von der Straße nach links abzweigt und in den Bösen Wald führt. Ab hier geht es bergauf. Im Wesentlichen geht man einen langgezogenen Rechtsbogen um in die Untere Dullwitz zu gelangen, das ist der Talboden nach der Florlhütte.

Aufstieg zum Franzosenkreuz
Foto: Martin Heppner

Die Untere Dullwitz entlang geht es den Höllkampl hinauf, mit dem Franzosenkreuz (Tipp: geschichtlich interessant – Inschrift lesen). Dort sieht man das erste Mal die Voisthalerhütte, die am Ende der Voisthalergasse auf dem Felsen thront.

Ab dem Franzosenkreuz geht es kurz in den Talgrund der Voisthalergasse hinunter, diese hindurch zum letzten Anstieg zur Voisthalerhütte hinauf.

Diese Route bietet sich meiner Meinung nach bei einer zweitägigen Tour für den Abstieg an: In der Früh nur mit den notwendigsten Sachen im Rucksack auf den Hochschwab gehen (zum Beispiel Graf-Meran Steig hinauf und Jägermayersteig hinunter), in der Voisthalerhütte Mittagessen und nach Seewiesen wieder absteigen. Das geht sich am zweiten Tag schön aus.

Aflenz – Fölzklamm

  • Schwierigkeit: leicht
  • Auch für kleine Kinder geeignet
  • Langer Zustieg auf Asphalt- und Schotterstraßen
  • Aufstieg: 1.000 Höhenmeter
  • Abstieg: 150 Höhenmeter
  • Dauer: 5 Stunden
  • Distanz: 12 Kilometer

Von der Bushaltestelle „Aflenz Kurort Ort“ geht man ein Stück zurück in die Richtung, aus der der Bus gekommen ist und nach links. Die erste Straße nach rechts ist die Schulstraße. Auf dieser für fast vier Kilometer (eine Stunde) bleiben und immer rechts auf der Asphaltstraße halten bis zum Wanderparkplatz. Dieser Teil ist nicht besonders aufregend, ein klassischer Asphalthatscher. Besonders schlimm ist es aber nicht – auch weil es zu Beginn gleich einmal leicht fallend bergab geht.

Nach dem Wanderparkplatz quert die Schotterstraße zwei Mal den Fölzbach, bis man schließlich in der Fölzklamm angelangt ist: Nach rechts liegt nach der sichtbaren Steigung schon der Schwabenbartl, nach links geht es über die Holzbrücke, in die Fölzklamm hinein.

Wegen der Strecke ab der Holzbrücke ist der Aufstieg durch die Fölzklamm so schön: Zwischen den Bergen, geht es dem Fölzbach entlang – auf einem breiten, unschwierigen Schotterweg. Der Betreiber der Grasserhütte auf der Fölzalm fährt mit seinem Jeep hier hinauf.

Nachdem der Weg den Fölzbach quert, beginnt der Anstieg im Wald. Danach führt der Weg zwischen Fölzstein und Schartenspitz felsig und ohne Schatten hinauf zur Fölzalm.

Oben angekommen bietet sich eine Einkehr auf der Grasserhütte an, bevor man die herrliche Almlandschaft der Fölzalm bis zum Fölzsattel durchschreitet.

Ochsensteig zwischen Fölzsattel und Voisthalerhütte
Foto: Martin Heppner

Ab dem Fölzsattel geht es alpiner weiter: Ein schmaler Pfad, der Ochsensteig, führt mit leichtem Höhenverlust und anschließendem Gegenanstieg zur Voisthalerhütte hinüber. Auch dieser Teil ist für kleinere Kinder (eventuell an der Hand) problemlos machbar.

Seebergsattel – Aflenzer Staritzen

  • Schwierigkeit: mittel
  • Aufstieg: 1.000 Höhenmeter
  • Abstieg: 600 Höhenmeter
  • Dauer: 5 Stunden
  • Distanz: 12 Kilometer

Die Wanderung vom Seebergsattel über die Aflenzer Staritzen ist nur bei schönem Wetter sinnvoll und empfehlenswert. Ist oben Nebel, verpasst man die grandiose Rundumsicht, wegen der man diese Tour ja eigentlich macht und hat noch das Risiko des Verirrens. Bei schlechtem Wetter steigt man besser schon in Seewiesen aus und geht durch die Dullwitz hinauf – da kann man sich nicht so leicht verirren.

Vom Seebergsattel startet man zwar schon auf 1.246m Seehöhe, muss aber dann doch gleich noch einmal 500 Höhenmeter recht steil aufsteigen. In eineinhalb Stunden ist das gut machbar. Ab der Abzweigung des Prinzensteigs, geht es immer geradeaus – bergauf, bergab. Am Ende des Tages werden sich so doch 1.000 Höhenmeter im Aufstieg und 600 Höhenmeter im Abstieg zusammensammeln.

Wer Lust hat, kann einen kurzen Abstecher auf die Hohe Weichsel einbauen. Mein Tipp dazu: Unten Rucksackdepot machen und nicht alles raufschleppen!

Steinböcke am Jägermayersteig
Foto: Martin Heppner

Nach dem Hutkogel, zweigt der Weg nach links ab – das ist der Jägermayersteig, der durch Latschengebiet hinunter zur Voisthalerhütte führt. Ab hier ist die Wahrscheinlichkeit Steinböcken zu begegnen relativ hoch.

Aflenz – Bürgeralm

  • Schwierigkeit: mittel
  • Aufstieg: 1.300 Höhenmeter
  • Abstieg: 400 Höhenmeter
  • Dauer: 6 Stunden
  • Distanz: 13 Kilometer

Von der Bushaltestelle „Aflenz Kurort Ort“ geht man ein Stück zurück in die Richtung, aus der der Bus gekommen ist und nach rechts um die Ecke. Eine der nächsten Gassen geht man nach links – vorbei am Freibad und die Badstraße geradeaus – leicht rechts und bergauf haltend – in den Wald. Das nächste Zwischenziel ist das Wirtshaus Pierergut.

Dieses lassen wir links liegen, wählen aber nicht die Fahrstraße, sondern den Forstweg am Waldrand. Ab hier ist die Bürgeralm gut markiert – ab und zu sind Schotterwege zu benützen – wo möglich und markiert, sollten aber die Wanderwege gewählt werden, weil sich die Fahrstraße unendlich weit um den Berg herumzieht und man im direkten Aufstieg sicher deutlich schneller ist.

Auf dem Plateau der Bürgeralm kann man entweder direkt zum Schönleitenhaus hinaufgehen, oder man hält sich östlich davon und geht sanft steigend Richtung Endriegel. Beide Wege treffen sich am Endriegel, wo es dann für ein kurzes Stück alpiner wird und der Steig schmal und leicht ausgesetzt ist.

Man läßt die Abzweigungen Richtung Hackentörl (einem alternativen Aufstieg von Seewiesen) und zum Feistringstein jeweils rechts liegen und steigt zur Unterstandshütte auf.

Auf der Mitterbergalm führt der Weg unterhalb des Kampls vorbei. Bei schönem Wetter bietet sich der Spaziergang hinauf jedoch an – immerhin der höchste Punkt des Tages mit 1.990m Seehöhe! Statt eines Gipfelkreuzes, gibt es einen originellen Kamm (Kampl) aus Holz.

Gipfel des Kampl
Foto: Martin Heppner

Vom Kampl aus geht es jetzt bergab zum Fölzsattel. Ab dort führt ein schmaler Pfad, der Ochsensteig, mit leichtem Höhenverlust und anschließendem Gegenanstieg, zur Voisthalerhütte hinüber.

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