Auf der Südseite der Grebenzen

Auf meinen Fahrten mit der Südbahn von Kärnten in die Steiermark ist mir kurz nach Friesach am Eingang des Metnitztales schon oft ein markanter Berg ins Auge gestochen. 

Ein Blick auf die Landkarte zeigt: Es ist das Scharfe Eck (1818m), ein südlicher Vorposten der Grebenzen. Ein markierter Weg führt von Sankt Salvator über den Königkogel und die Gunzenbergalm auf den Gipfel hinauf. Was die Landkarte nicht verrät: ob es einen Abstieg über den Südgrat hinunter nach Sankt Salvator gibt. Wäre dies der Fall, so ergäbe sich eine interessante Runde.

Alternativ könnte man von der Gunzenbergalm über die Grebenzen nach Zeutschach und weiter durch die Gragger Schlucht nach Neumarkt in der Steiermark (Bahnhof) wandern…

Anreise

Tour

Am Samstag 23.5.2020 will ich das Scharfe Eck endlich einmal aus der Nähe inspizieren, und Martin erklärt sich bereit, mich zu begleiten. Wir reisen aus verschiedenen Richtungen, nämlich von Klagenfurt bzw. von Wien aus an. Aber auch von Graz ist das Scharfe Eck öffentlich gut zu erreichen und bietet sich als Tourenziel insbesondere dann an, wenn das Wetter im Südwesten besonders gut ist.

Von Graz aus gibt es am Samstag zwei Verbindungen nach Sankt Salvator, die zweite ist deutlich schneller, man kommt allerdings erst um 12:12 Uhr beim Ausgangspunkt dieser Tour an (Abfahrt von Graz Hbf um 9:26 Uhr, Umsteigen in Bruck/Mur und Friesach). An unserem Tourentag ist der späte Start aber nicht problematisch, denn in der Früh regnet es noch leicht, bevor sich dann am späten Vormittag – wie von der ZAMG vorhergesagt – deutlich freundlicheres Wetter durchsetzt. 

Wir treffen uns kurz vor 12 Uhr am Bahnhof in Friesach (Martin reist mit der S-Bahn an).

Foto: Peter Backé

Mit dem Bus fahren wir Richtung Metnitz ins 5km entfernte Sankt Salvator. Dort starten wir unsere Tour um die Mittagszeit nahe der Kirche (Wegweiser).

Foto: Peter Backé

Auf der Fürst Salm-Straße , dann auf der Sankt Johanner Straße wandern wir, der roten Markierung folgend, Richtung Ortsende und weiter auf einem Asphaltsträßlein in den Wald hinein.

Aufstieg am Kärntner Grenzweg
Foto: Martin Heppner

In einer markanten Rechtskurve verlassen wir die Straße nach links und gehen auf einem alten Hohlweg (unmarkiert) weiter bergwärts. Dieser Weg vermittelt einen direkteren Aufstieg und erreicht weiter oben wieder die Straße.

Foto: Peter Backé
Foto: Peter Backé

Bald darauf folgt eine Abzweigung, hier halten wir uns scharf rechts; weiter geht es auf einem unbefestigten Fahrweg zum Gehöft Moser…

Foto: Peter Backé
Foto: Peter Backé
Foto: Peter Backé

…und bald darauf auf einem wunderschönen alten Almsteig über den Königskogel zu einer idyllischen Wiese (1580m), auf der wir eine erste Rast einlegen. Allzu lange können wir angesichts unserer späten Startzeit allerdings nicht verweilen, so gerne wir dies auch täten.

Foto: Peter Backé
Foto: Peter Backé

Wir wandern also weiter, jetzt nur mehr leicht bergauf, und es dauert nicht lange, bis wir die ausgedehnten Matten der Gunzenbergalm erreichen, die nur etwa 150m von der Landesgrenze zur Steiermark entfernt liegt.

Wegweiser Gunzenbergalm
Foto: Martin Heppner

Bei der Almhütte halten wir uns links und wandern in einem großen Bogen zum Scharfen Eck, das wir nach etwa 3 1/2 Stunden Aufstiegszeit erreichen. 

Foto: Peter Backé

Martin hat zwei 0,33 Liter-Flaschen spezielles Hirter Bier mit – was für eine nette Überraschung! Wir stoßen auf unseren Gipfelerfolg an und stärken uns. Die Aussicht von hier heroben ist herrlich!

Foto: Peter Backé

Mit Freude sehen wir, dass am Südrücken des Scharfen Ecks ein schmaler Pfad hinunterführt. Diesem folgen wir talwärts.

Foto: Peter Backé

Nach etwa 20 Gehminuten wendet sich der Pfad in die Westflanke des Scharfen Ecks (Wegweiser). Durch diese Flanke steigen wir auf einem Almsteig, später auf Karren- und Forstwegen weiter ab (einzelne Wegweiser). In weiterer Folge wechseln wir wieder auf die Südseite, wobei es (zumindest) zwei Abstiegsvarianten gibt. Auf der Route, die wir wählen, ist ein kurzer Abschnitt am Rande einer Wiese (Durchschlupf) weglos zurückzulegen, bevor beide Varianten wieder zusammenkommen. Wenig später gelangen wir zum sehr schön restaurierten Gehöft Eckbauer. Ein Asphaltsträßlein vermittelt den weiteren Abstieg Richtung Sankt Salvator.

Foto: Peter Backé
Blick Richtung Friesach
Foto: Peter Backé

Der Ort ist bereits in Sichtweite, da schlägt Martin vor, die Talwanderung von Sankt Salvator nach Friesach durch eine Taxifahrt zu ersetzen. Dazu lasse ich mich gerne überreden, denn so erwische ich eine frühere und schnelle Verbindung für die Heimfahrt.

Rückfahrt nach Graz

Es bietet sich an, mit dem Zug um 18:16 Uhr von Friesach abzufahren. So erreicht man Graz Hbf um 20:33 Uhr (Umsteigen Bruck/Mur). Ein paar Minuten länger ist man mit der späteren Verbindung (Abfahrt von Friesach um 19:03 Uhr) unterwegs.

Mir hat diese Wanderung überaus gut gefallen! 

Tourdaten

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