Von Admont auf das Sparafeld

Gipfel Nr. 4 – der Admonter Kalbling, mit Blick zu Sparafeld und Reichenstein. Abstieg zur Klinkehütte (ganz links auf der Wiese im Vordergrund). Fotos: Manfred Hinteregger

Es ist natürlich aufgelegt, das Sparafeld als Bike&Hike-Tour zu absolvieren, wie das die Martina  gemacht hat. Wen es nicht stört, auch einmal ein paar Kilometer extra zu marschieren, der oder die kann das Sparafeld aber auch als Tagestour vom Tal aus machen.

Anreise und Beginn

Admont liegt an der ehemaligen Kronprinz-Rudolf-Bahn und ist damit sowohl über die Westbahnstrecke als auch von weiten Teilen der Steiermark gut erreichbar. Ich starte von der Bushaltestelle Admont Kasteneck – wer mit dem Zug kommt, beginnt halt ein paar Minuten weiter östlich am Bahnhof (GPX-Track von dort angelegt).

Start „mit Herz“ in Admont bei der Bushaltestelle Kasteneck. Foto: Manfred Hinteregger
Start „mit Herz“ in Admont bei der Bushaltestelle Kasteneck. Foto: Manfred Hinteregger

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Der Aufstieg folgt bis zur Scheiblegger Hochalm der Etappe 4 des Luchstrails, zunächst geht es einmal über die Eisenbahngleise und dann durch die Oberhofallee in sanfter Steigung. Nach gut 1 ½ Kilometern ist in der Siedlung Kematen die Abzweigung zum Wanderweg. Es geht in den Wald und die Steigung nimmt im Kematengraben allmählich zu.

Richtung Hahnstein kommend lichtet sich der Wald und es tun sich schöne Rückblicke ins Tal auf. Auf der Scheiblegger Hochalm auf 1.660 Metern zweigt der Luchstrail hinunter in die Kaiserau ab.

Aufstieg zu den Gipfeln

Zum ersten Gipfel der heutigen Tour sind es von hier gut 350 hm, nämlich auf den Kreuzkogel (Kreuz vorgelagert auf 2.011 Metern). Unschwierig ist das relativ flott geschafft.

Vom Kreuzkogel aus gibt es schon ein feines Bergpanorama und einen eindrücklichen Tiefblick ins Ennstal. Auf die Riffel führt dann ein schöner, anregender Steig über den Kamm (bis T5 klassifiziert), wobei es zunächst netto 40 Höhenmeter bergab sind und dann 120 Höhenmeter bergauf.

Blick nach vorne: Riffelspitz rechts der Bildmitte, rechts dahinter das Sparafeld, links im Hintergrund der Buchsteinstock. Foto: Manfred Hinteregger
Blick nach vorne: Riffelspitz rechts der Bildmitte, rechts dahinter das Sparafeld, links im Hintergrund der Buchsteinstock. Foto: Manfred Hinteregger

Vom Riffelspitz geht es wieder hinunter, anfangs etwas bröslig, bis auf knapp 2.000 Meter. Dann sind noch gut 250 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt des heutigen Tages zu absolvieren – den Admonter Kalbling vorerst rechts liegen gelassen.

Etwa 3 ½ h nach dem Aufbruch in Admont stehe ich am Sparafeld auf 2.248 Metern. Durch die Bewölkung ist die Rundumsicht eingeschränkt, aber immer noch famos! An klaren Tagen kann man in das über 130 Jahre alte Sparafeld-Loblied des Gesäusepioniers Heinrich Heß einstimmen:

„Aussicht sehr lohnend und weitreichend. Nach Süden, Westen und Norden schweift der Blick gänzlich ungehindert hinaus. […] westlich wird die Glocknergruppe prächtig sichtbar. Dann strebt neben dem Grimming der Riesenleib des Dachsteins mit seinem flimmernden Gletscherdache empor. […] Den Glanzpunkt aber bildet die Hochthorgruppe mit ihren prallen Riesenwänden und elegant geformten kühnen Gipfelbauten.“

Heinrich Heß: Special-Führer durch das Gesäuse und durch die Ennsthaler Gebirge zwischen Admont und Eisenerz, 2. Auflage 1890, Artaria-Verlag, S. 96

Aber auch an diesem bewölkten Tag ragt direkt neben dem Sparafeld stolz und wuchtig der um 3 m höhere Admonter Reichenstein in die Höhe, dahinter ist die Hochtorgruppe:

Admonter Reichenstein, links dahinter Hochtorgruppe und der Tamischbachturm. Foto: Manfred Hinteregger
Admonter Reichenstein, links dahinter Hochtorgruppe und der Tamischbachturm. Foto: Manfred Hinteregger

Von der Buchsteingruppe ist das markante Gipfelpaar Reichenstein/Sparafeld aus der geradezu ikonischen Perspektive zu sehen:

Blick von der Tieflimauer zum massigen Buchsteinstock sowie zu Reichenstein und Sparafeld (links davon). Foto: Manfred Hinteregger, 8/2025
Blick von der Tieflimauer zum massigen Buchsteinstock sowie zu Reichenstein und Sparafeld (links davon). Foto: Manfred Hinteregger, 8/2025

Der Blick vom Sparafeld zurück zum Aufstiegsweg ist ebenso äußerst fein – Admonter Kalbling, Riffel und Kreuzkogel aufgereiht, und zu Füßen das Ennstal. Den Blick nach Südwesten gewandt sieht man ins Paltental und zu den Rottenmanner Tauern.

Nach ausgedehnter Gipfelrast geht es dann wieder hinunter, und ich kümmere mich jetzt auch um das zuvor rechts liegen gelassene…

Abstieg – mit kleinem Gegenanstieg auf Gipfel Nr. 4

Den Admonter Kalbling nehme ich nun nämlich noch mit. Diesen hat Liselotte Buchenauer mit einem Loblied gesegnet:

„Der Admonter Kalbling ist einer der schönsten Berge der Ennstaler Alpen, ja vielleicht der Nördlichen Kalkalpen überhaupt. Eigentlich nur ein […] Vorbau am breiten Felsgebilde des Sparafelds und Admonter Reichensteins, stürzt er mit […] bis vierhundert Meter hohen Wänden, Graten und Pfeilern zu Tal.“

Liselotte Buchenauer: Bergwandern in der Steiermark, Tyrolia-Verlag 1976, S. 99.

Der Aufstieg von hier heroben über den Normalweg ist hingegen ein Spaziergang von schlanken 60 hm.

Gut 700 Höhenmeter sind es dann hinab zur Klinkehütte der ÖAV-Sektion Admont auf 1.486 Meter. Dort gibt es ein erfrischendes Getränk mit Blick zur schroffen Seite des Kalblings.

Zur Klinkehütte führt auch eine Mautstraße von der Kaiserau herauf, der Wanderweg zweigt aber gleich beim Parkplatz davon ab und überquert diese weiter unten nur ein Mal. 250 Höhenmeter sind rasch bergab gegangen und es beginnt der weite Almboden der Kaiserau. Hier könnte man beim Siegltörl halbrechts abzweigen, um über die Sieglalm und den Veitlgraben nach Admont zu gelangen. Ich entscheide mich aber für die „Kaiserau-Gesamtdurchquerung“.  

Beim Blick auf die Karte könnte man erwarten, dass dies ein fader Hatscher ist – ich habe das Ambiente aber als angenehm empfunden, nicht zuletzt die Rückblicke zum Kalbling sind fein. 

Kurz vor dem Schloss Kaiserau tangiert man im Bereich des Skigebiets wieder die öffentliche Autostraße, beim Restaurant ist der Kaiseraubach zu überqueren und sodann geht es wieder eine Güterstraße entlang, beim Schloss Kaiserau vorbei, kurz danach an Photovoltaikanlagen und schließlich beim Rückhaltebecken für den Lichtmessbach.

Wieder auf der Straße angelangt, und zwar am Sattel zwischen Enns- und Paltental, geht es 200 Meter bis zum (ehemaligen) Gasthaus Nagelschmied.

Der Weg über den Lichtmessbach schaut auf der Karte ja fast einladend aus – er ist aber leider eine ziemlich ruppige, steile Forststraßenpartie. Kein Genuss, sondern eine Pflichtübung. Die 2 Kilometer Ruppigkeit sind aber auch recht rasch überwunden und dann geht es abschließend die Kaiserau- und die Paradiesstraße in das Ortszentrum von Admont (unterbrochen von einem kurzen Seitwärtsschlenker in den Wald, bei einem kleinen E-Werk vorbei).

In Admont kann je nach Fahrplan und Heimkehrwunsch das reichhaltige gastronomische, kulturelle und spirituelle Angebot mehr oder weniger ausgiebig genutzt werden.

Fazit, Varianten

Hand auf’s Herz: der Abstieg von der Kaiserau war teilweise schon ein eher räudiger Hatscher. Wer (Forst)Straßenmärsche abgrundtief hasst, sollte lieber das Rad in den Zug mitnehmen oder eine andere Tour machen. Wer bereit ist, für schöne, vielfältige Eindrücke etwas (langweilige) Anstrengung in Kauf zu nehmen, könnte Gefallen an dieser Tour finden. Das befriedigende Gefühl, sich in einem Tag vier Gipfel in einer der schönsten Regionen Österreichs ehrlich ergangen zu haben, kann jedenfalls schon was!

Als Variante wäre es auch möglich, Richtung Paltental abzusteigen:

  • von der Klinkehütte über den Lahngang und die Wagenbänkalm zum Bahnhof Gaishorn
  • vom Sattel in der Kaiserau zunächst neben der Straße, dann abzweigend zur Bushaltestelle in Bärndorf („Bärndorf bei Rottenmann Volksschule“, kein Verkehr an Sonn- und Feiertagen)

Die Gipfel dieser Tour sind jedenfalls picobello! Und für mich persönlich hat der Admonter Schlussabstecher für ein Gesäusekipferl schlussendlich alle Strapazen mehr als wettgemacht:

4-Gipfel-Tour gemacht, im Zug mit Gesäusekipferl und Blick zur Hochtorgruppe – Wanderer, was willst du mehr? Foto: Manfred Hinteregger
4-Gipfel-Tour gemacht, im Zug mit Gesäusekipferl und Blick zur Hochtorgruppe – Wanderer, was willst du mehr? Foto: Manfred Hinteregger

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   10:00 Std Wandern   1.800 HM   1.800 HM   24 km   GPX Track

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2 Kommentare

  1. Lieber Manfred, was für eine Traumtour – danke für die einfühlsame Beschreibung und die tollen Bilder!(Wenn auch völlig außerhalb meiner Reichweite)
    Liebe Grüße, Veronika

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