Reiting (Gößeck) Überschreitung von Trofaiach (Oberschardorf) nach Kammern

Genussvolle Reiting Überschreitung mit Fernblick. Fotos: Thomas Schönig

Technisch einfache, aber konditionell sehr anspruchsvolle Wanderung über das gesamte Reiting Massiv mit schönen Aussichten und Potential für Tierbeobachtungen. Nur bei stabilem Wetter zu empfehlen! Keine Einkehrmöglichkeit unterwegs!

Von Wien gelangt man schnell und bequem mit Umstieg in Leoben in den Bus nach Trofaiach. Von dort bietet sich an Werktagen außer Samstag eine Fahrt mit dem gMeinBus vom Busterminal in den Ortsteil Oberschardorf an, von wo man direkt auf das Gößeck, den höchsten Gipfel des Reitingstocks starten kann. Der gMeinBus Trofaiach ist ein Rufbus, den man rechtzeitig im Voraus bestellen muss (Tel: +43 699 1234 8793; 7-19 Uhr) und der mit dem Busfahrschein nach Trofaiach gleich mitbenutzt werden kann. Am Wochenende kann man die Buslinie 25 ab Leoben bis Gimplach Feuerwehr benutzen, was jedoch ca. 3 Kilometer zusätzlichen Anmarsch bedeutet.

Aufwärts durch den Bechlgraben

Am Ortsende von Oberschardorf biege ich rechts in einen Weg ein, der mich bereits nach kurzer Zeit entlang von Viehweiden und beeindruckenden Blicken auf den Reitingstock zum Wanderparkplatz bringt, wo der Weg 693 durch den Bechlgraben auf das Gößeck (höchster Punkt des Reiting Massivs) verläuft.

Zu Beginn verläuft der Weg nur sehr sanft ansteigend und ein Brunnen ermöglicht das Auffüllen der Trinkwasservorräte für den Aufstieg. Ein eingezäuntes Wasserschutzgebiet wird umgangen und in weiterer Folge führt der Weg zunehmend steiler werdend, aber dafür von beeindruckenden Felsabstürzen flankiert, zuerst durch Wald und dann durch ein teilweise gerölliges Kar mit Latschen Richtung Gößeck Gipfel (2.214 Meter).

Bei einer Weggabelung führt der Weg über sanfte Wiesenflächen die letzten 15 Minuten zum Gößeck Gipfel, wo ich nach über 3 Stunden Wanderzeit ankomme.

Atemberaubende Aussicht vom Gipfelkreuz mit Steinbockbeobachtung

Bei klarer Sicht genießt man eine fantastische Aussicht auf die Gesäuse Berge, Eisenerzer Alpen und den Hochschwab. Auf der anderen Seite sieht man weit zu den Bergen des Murtals, den Seetaler Alpen und den Seckauer Tauern. Es lohnt sich an den Rand der nördlichen Felsabbrüche zu gehen, wo man mit etwas Glück Steinböcke beobachten kann.

Gustostück Reiting Überschreitung

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast beginnt für mich das Gustostück der Tour: die ca. 4 Kilometer lange Überschreitung des Reitingstocks über die Kahlwandspitze bis zum Klauen. Eine aussichtsreiche Genusswanderung über weitläufige Almflächen und entlang von beeindruckenden Felsabstürzen.

Ab dem Klauen ist über eine weitere große Almfläche bald die Rammelhütte erreicht, wo sich nochmals eine Rast anbietet. Die Hütte ist zwar unbewirtschaftet, allerdings sind Getränke für durstige Wanderer vorhanden und vor der Hütte bietet ein hübscher Rastplatz einen tollen Rückblick auf die Tour.

Abstieg nach Kammern im Liesingtal

Ab der Rammelhütte geht es großteils durch Wald auf dem schön angelegten Wanderweg 691 hinab nach Kammern im Liesingtal, wo man alle zwei Stunden direkt mit dem Zug nach Leoben und weiter nach Wien oder an Wochentagen auch mit dem Bus über St. Michael die Heimreise antreten kann. Eine großartige Überschreitung ist geschafft!

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   7:30 Std Wandern   1.400 HM   1.550 HM   17.5 km   GPX Track

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