Endlich bin ich wieder mal im Gesäuse gewesen – landschaftlich eine meiner liebsten Regionen in Österreich. Eineinhalb Tage wandern mit insgesamt 21 Kilometern und 1.600 Höhenmeter im Aufstieg und 1.500 Höhenmeter im Abstieg.
Am ersten Tag lass ich mir offen, ob ich direkt zur Ennstalerhütte aussteigen oder einen (anstrengenden) Abstecher über den Tamischbachturm machen werde. Da es unglaublich heiß und ich unterwegs merke, dass meine Wasserflasche leider undicht ist, entscheide ich mich für den direkten Aufstieg zur Hütte. Dafür hole ich den Gipfel am nächsten Tag nach und steige von dort nach Gstatterboden im Nationalpark ab. Logischer wäre die Wegführung vermutlich, wenn man am Tag Eins von Gstatterboden zur Ennstalerhütte aufsteigt und am nächsten Tag via Tamischbachturm nach Hieflau absteigt. Oder am ersten Tag von Hieflau via Tamischbachturm aufsteigt und am nächsten Tag nach Gsattterboden absteigt und den früheren Zug zurück nach Wien nimmt oder in die Enns springt. Aber: So oder so eine wunderschöne Tour und der Weg ist das Ziel.
Von Hielfau zur Ennstalerhütte
Am ersten Tag sind knapp 9 Kilometer und 1100 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Man sollte dafür ca. drei bis dreieinhalb Stunden einplanen. Will man am Tag eins bereits den Tamischbachturm mitnehmen, muss man 10 Kilometer und ganze 1600 Höhenmeter schaffen (Gehzeit circa fünfeinhalb bis sechs Stunden).
Ich komme von Wien um kurz vor 14:00 mit etwas Verspätung in Hieflau an. Vom Bahnhof geht es kurz ein Stück in die Richtung zurück, aus der man mit dem Zug angereist ist, und dann links über die Enns. Bei der Brücke gibt es bereits einen Wegweiser. Anfangs gehe ich noch an Häusern vorbei, komme aber bald in den Wald und steige stetig auf – auf Forststraßen oder Abkürzer.

Nach circa zwei Stunden erreiche ich die Hochscheibenalm, kurz vorher sehe ich noch bei einer Bank, die zur Rast einlädt, die Abzweigung zum Tamischbachturm.

Von der Hochscheibenalm muss ich laut Wegweiser mit eineinhalb Stunden zur Ennstaler Hütte rechnen. Der Pfad geht weniger steil als bisher nach oben. Nach einer Stunde komme ich bei der Hütte an und habe noch gemütlich Zeit bis das Abendessen serviert wird. Ich sitze in der Sonne, plaudere, lese und genieße das Panorama.


Von der Ennstalerhütte via Tamischbachturm nach Gstatterboden
Nach dem Frühstück folge ich dem Wegweiser hinter der Hütte auf den Tamischbachturm. Der Anstieg ist nicht steil und dauert ca. eine Stunde (ca. 2 km und 500 Höhenmeter).

Von oben hat man einen wunderbaren Ausblick, Berge soweit das Auge reicht. Ich mache eine lange Pause.


Man könnte nun denselben Weg wieder zurück zur Hütte gehen oder man wählt, wie ich, den Abstieg an der Südseite (also den Weg, den man bei einem Aufstieg von Hieflau wählen würde). Der Abstieg ist anstrengend, weil sehr steil (rund 850 Höhenmeter auf knapp 2,5 Kilometer), aber in gut 1 Stunde erledigt. Ich treffe wieder auf die Rastbank, kurz vor der Hochscheibenalm, die ich von meinem gestrigen Aufstieg bereits kenne und nutze sie dankbar.

Ich gehe wieder in Richtung Ennstaler Hütte, halte mich aber links und steige von nun an fast ausschließlich auf gut ausgeschilderten Forststraßen und angenehm sanft via Kroisen Alm (bewirtschaftet) weitere 600 Höhenmeter ab.

Am Weg gibt es auch eine Quelle zum Durst löschen (Kropfbründl). Kurz vor meinem Ziel mache ich mit phänomenalen Ausblick noch eine späte Mittagspause und esse den letzten Proviant.

In Gstatterboden warte ich nur kurz auf meinen Zug um 15:12 zurück nach Wien. Wer in Amstetten umsteigt, ist schneller zu Hause.

Fazit
Das Gesäuse ist einfach schön und ich werde immer wieder hinfahren, egal ob mich vom steilen Abstieg am nächsten Tag ein Muskelkater quält.



