2 Tage am Dachstein: Königlicher Karst und smaragdgrüne Seen

Genussvolle Ausblicke laden zum Verweilen ein. Foto: Johannes Reinprecht

Abwechslungsreiche, landschaftlich besonders reizvolle 2-Tages-Wanderung über das Dachstein Hochplateau. Von Obertraun mit der Gondel auf den Hohen Krippenstein, zur Übernachtung ins Guttenberghaus und am nächsten Tag Abstieg vorbei an 3 türkisen Bergseen nach Weißenbach.

Steckbrief

Tag 1: Bergstation Krippenstein – Guttenberghaus14 km, +600/-450 hm
Tag 2: Guttenberghaus – Weißenbach bei Haus17 km, +200/-1.750 hm

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Ich fahre mit dem Zug aus Graz über Selzthal zum Bahnhof „Obertraun-Dachsteinhöhlen“. Dort treffe ich Veronika aus Wien, die aus der anderen Richtung über Attnang-Puchheim angereist ist. Für die 97 Meter zur Bushaltestelle brauchen wir weniger als die angeschriebenen 4 Minuten. Bus 543 bringt uns in 7 Minuten zur Winkl bei Obertraun Dachsteinseilbahn Talstation.

Warten bei der Talstation. Foto: Johannes Reinprecht
Warten bei der Talstation. Foto: Johannes Reinprecht

Tag 1: Von der Bergstation Krippenstein bis zum Guttenberghaus

Bei der Talstation kaufen wir uns Gondel-Tickets für die Fahrt in 2 Etappen auf den Krippenstein (Bergstation). Wir freuen uns, dass es ermäßigte Ein-Weg-Tickets gibt und wir nicht den vollen Preis zahlen müssen. Die Gondel fährt alle 15 Minuten und hat Platz für 60 Personen. Das Anstellen dauert nicht allzu lange und bald sind wir unterwegs nach oben.

Schöne Aussicht aus der Gondel auf den Hallstätter See. Foto: Johannes Reinprecht
Schöne Aussicht aus der Gondel auf den Hallstätter See. Foto: Johannes Reinprecht

Bald sind wir oben und verlassen die Bergstation. Vor uns breitet sich unmittelbar die Dachstein Bergregion aus.

Blick von der Bergstation. Foto: Johannes Reinprecht
Blick von der Bergstation. Foto: Johannes Reinprecht

Wir machen ein paar Schritte und bestaunen die Gletscher und das Bergpanorama.

Herrlicher Ausblick vom WeltNATURerbeblick (oder Welterbeblick). Foto: Johannes Reinprecht
Herrlicher Ausblick vom WeltNATURerbeblick (oder Welterbeblick). Foto: Johannes Reinprecht

Auf einem Anfangs noch gut befestigten und von Familien frequentierten Weg beginnen wir die Wanderung. Das erste Etappenziel ist das Heilbronner-Kreuz.

Start ins Bergabenteuer. Foto: Johannes Reinprecht
Start ins Bergabenteuer. Foto: Johannes Reinprecht

Bald schon zweigen wir und nehmen den wilderen Weg Nr. 661, der vorbei am Margschierf, ebenfalls zum Heilbronner-Kreuz führt, aber mehr Wildnis und Schönheit bietet. Auf diesem Weg sind wir fast alleine unterwegs.

Unterwegs durch eine eindrucksvolle Karsteinöde. Foto: Johannes Reinprecht
Unterwegs durch eine eindrucksvolle Karsteinöde. Foto: Johannes Reinprecht

Immer wieder bieten sich imposante Ausblicke, die man nur im Stehen genießen sollte, da der Weg recht unberechenbar ist.

Genussvolle Ausblicke laden zum Verweilen ein. Foto: Johannes Reinprecht
Genussvolle Ausblicke laden zum Verweilen ein. Foto: Johannes Reinprecht

Zurück auf der „Hauptstraße“ zum Heilbronner-Kreuz treffen wir noch einige Wanderer, bevor es auf den Weg 666 geht, der seiner diabolischen Zahlensymbolik durchaus Ehre macht. Der Weg ist anspruchsvoll, weil äußerst uneben zu gehen. Man merkt, dass hier nur wenige Wanderer unterwegs sind.

Weg 666 fordert unsere Konzentration und Ausdauer. Foto: Johannes Reinprecht
Weg 666 fordert unsere Konzentration und Ausdauer. Foto: Johannes Reinprecht

Wir gehen bergauf und bergab und bergauf und bergab und sammeln so ordentlich Höhenmeter ohne wirklich an Höhe zu gewinnen. Etwa 2 Stunden nach dem Heilbronner Kreuz erreichen wir schließlich einen Wegweiser, auf dem zum ersten mal unser Tagesziel, das Guttenberghaus mit einer Gehzeit von 3 h angeschrieben ist. Wir verlassen Weg Nr. 666 und folgen der Markierung. Die Berggipfel rücken langsam näher. Bald erreichen wir eine Alm Gegend, die Lackenmoosalm. Hier gilt es aufmerksam zu bleiben, um die Markierung nicht aus den Augen zu verlieren.

Almgegend. Foto: Johannes Reinprecht
Almgegend. Foto: Johannes Reinprecht

Bald danach erreichen wir die Wachhütte „Bei der Hand“, eine Unterstandshütte des Österreichischen Bundesheeres.

Schnuckelige Wachhütte. Foto: Johannes Reinprecht
Schnuckelige Wachhütte. Foto: Johannes Reinprecht

Von der Wachhütte folgen wir dem Wegweiser Richtung Guttenberghaus. Die Landschaft wird felsiger. Kurze seilversicherte Abschnitte bewältigen wir ohne Schwierigkeiten.

Kurze seilversicherte Abschnitte. Foto: Veronika Schöll
Kurze seilversicherte Abschnitte. Foto: Veronika Schöll

Etwa eine Stunde nach der Wachhütte erblicken wir schließlich unser Tagesziel: das Guttenberghaus, die höchste Alpenvereinshütte der Steiermark auf 2.146 Meter. Wer möchte, kann zuvor noch den Gipfel des Sinabell auf 2.349 Meter erklimmen. Wir möchten nicht. Müde und zufrieden freuen wir uns auf die Einkehr. Der Wirt (Anmerkung: ab Juni 2026 gibt es neue Pächter) ist sehr freundlich und wir erhalten ein gutes Abendessen und lernen in der voll belegten Hütte andere Wanderer kennen. Die Nacht im 5er-Stockbettzimmer verläuft überraschend ruhig. Dank zweier dicker Decken ist es trotz einstelliger Außentemperaturen auch nicht zu kalt.

Das Guttenberghaus. Foto: Johannes Reinprecht
Das Guttenberghaus. Foto: Johannes Reinprecht

Tag 2: Vom Guttenberghaus bis Weißenbach bei Haus

18 km, 330 Hm Anstieg, 1.760 Hm Abstieg

Am nächsten Morgen geht es nach einem herzhaften Frühstück weiter nach Weißenbach. Wir starten relativ spät um 8.45 Uhr. Für die vor uns liegende Strecke brauchen wir inklusive 30 min Pause ca. 6 h 20 min, sodass wir gegen 15 Uhr im Tal sind. Wobei wir die letzten 2 Stunden recht zügig bergab eilen, um den früheren Bus zu erreichen. Ich empfehle, hier ggf. mehr Zeit einzuplanen, um nicht hetzen zu müssen. Unterwegs passieren wir 3 schöne Seen. Der erste ist der wunderschöne Silberkarsee, den wir aber nur von oben sehen. Ein Abstecher vom Weg braucht laut Wegweiser etwa 15 min bergab und mindestens ebenso lange zurück, was wir uns ersparen.

Smaragdgrüner Silberkarsee. Foto: Johannes Reinprecht
Smaragdgrüner Silberkarsee. Foto: Johannes Reinprecht

Wir folgen dem gut markierten Weg 618 durch Latschenfelder und Gegenanstiege Richtung Grafenbergalm. Unterwegs erblicken wir in der Ferne den markanten Grimming.

Weg Richtung Grafenbergalm. Foto: Johannes Reinprecht
Weg Richtung Grafenbergalm. Foto: Johannes Reinprecht

Nach etwa 3 Stunden Gehzeit erreichen wir schließlich die Grafenbergalm.

Grafenbergalm. Foto: Johannes Reinprecht
Grafenbergalm. Foto: Johannes Reinprecht

Auf der Grafenbergalm zweigen wir ab auf Weg 668. Dieser führt uns am Grafenbergsee und Ahornsee vorbei. Beide sind wunderschön und laden zum Verweilen ein. Der stille Ahornsee liegt romantisch in einem schmalen, von hohen Felswänden umsäumten Tal.

Malerischer Grafenbergsee. Foto: Johannes Reinprecht
Malerischer Grafenbergsee. Foto: Johannes Reinprecht
Romantischer Ahornsee. Foto: Johannes Reinprecht
Romantischer Ahornsee. Foto: Johannes Reinprecht

Am Ahornsee beschließen wir, den früheren Bus nach 15 Uhr anzupeilen. Der nächste ginge erst 2 Stunden später. Dementsprechend erhöhen wir das Gehtempo und eilen die ca. 7 Kilometer und 700 Höhenmeter vom Ahornsee bis Weißenbach Ort in 2 Stunden hinunter. Der Waldweg ist teilweise steil und schmal. Nach diesem Kraftakt gönnen wir uns noch einen erfrischenden Radler, erfahren, dass die Bushaltestelle im Ort derzeit (Stand August 2025) nicht befahren wird und gehen zur Bushaltestelle „Weißenbach bei Haus – Hartwegermarterl“. Von dort treten wir mit dem Bus müde und zufrieden den Heimweg an. Zuerst nach Schladming Bahnhof und von dort mit dem Zug weiter nach Graz bzw. Wien.

Idyllische Bushaltestelle und Ende der Wanderung. Foto: Johannes Reinprecht
Idyllische Bushaltestelle und Ende der Wanderung. Foto: Johannes Reinprecht

Fazit

Eine lohnenswerte, relativ unkomplizierte 2-Tagestour mit traumhaften Ausblicken und faszinierender Karstlandschaft.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   2 Tage Wandern   800 HM   2.100 HM   31 km   GPX Track

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