Winterwanderung: Kapfwald-Runde in Oberstaufen

Blick über Oberstaufen. Foto: Bernhard Walle

Diese Wanderung wird auf der offiziellen Website als Premium-Winterwanderweg beworben. Allerdings hat man auf der Route den Bahnhof nicht eingebunden sondern beschreibt ihn von einem Parkplatz als Rundweg.

Ich habe diesen Weg etwas abgewandelt als Runde vom Bahnhof Oberstaufen, im wesentlichen habe ich mich aber an der offiziellen beschilderten Routenführung orientiert. Dadurch wird der Weg auch etwas länger, man schafft ihn aber gut in einem halben Tag, so dass noch Zeit für Hinfahrt und Rückfahrt bleibt, auch wenn man etwas weiter weg wohnt. Außerdem gehe ich ihn in umgekehrter Richtung.

Der Weg hat überschaubare Höhenmeter und wird gewalzt, die Schneeschuhe kann man also getrost zu Hause lassen. Grödel im Rucksack schaden aber nie, oftmals hat man halt die Situation, dass bei dünner Schneedecke der geschmolzene Schnee vereist und entsprechend glatt wird.

Durch den Staufenpark in den Kapfwald

Angekommen am Bahnhof Oberstaufen. Der Bahnhof ist kurz nach dem Oberstaufener Tunnel, dem einzigen Eisenbahntunnel der Bahnstrecke Buchloe–Lindau. Er hat eine Besonderheit: man kann ihn nicht nur durch die Unterführung sondern auch in der Mitte verlassen und befindet sich zwischen zwei Bahnübergängen, wobei der Fußgängerweg vom Bahnsteig noch eine eigene Schranke hat. So eine Konstruktion habe ich noch nirgends gesehen.

Außerordentlich positiv fand ich die kostenlosen Toiletten, die aber nicht der Bahn sondern der Gemeinde gehören. Im Zugangsraum befinden sich auch Schließfächer zu moderaten Preisen. Wer noch Hunger hat oder Lust auf Kaffee verspürt, sollte sich die Öffnungszeiten der Bäckerei vorher aber genau angucken. In der Innenstadt, die nur ein paar Gehminuten entfernt ist, gibt es aber noch andere Einkaufsmöglichkeiten wie einen SB-Supermarkt.

Friedhofskapelle St. Martin, hinten Oberstaufener Tunnel. Foto: Bernhard Walle
Friedhofskapelle St. Martin, hinten Oberstaufener Tunnel. Foto: Bernhard Walle

Egal wie man sich entscheidet, der Weg führt noch ein Stück entlang der Bahnstrecke und zwar, wenn man den Bahnhof über die Schranke verlässt, links der Bahnstrecke, also südlich. Nach dem Supermarkt und darauffolgenden Parkplatz verlassen wir den Weg nach links, überqueren die Hauptstraße und gehen durch den Kurpark. Es liegt Schnee, die Seen sind gefroren aber die Temperaturen sind relativ mild an diesem Samstag Anfang Februar.

Staufenpark. Foto: Bernhard Walle
Staufenpark. Foto: Bernhard Walle

Oberstaufen ist übrigens ein Kurort mit knapp 8.000 Einwohnern, verzichtet aber auf den Zusatz Bad. Dementsprechend findet man auch viele Übernachtungsmöglichkeiten.

Vom Park geht es dann aufwärts durch den Kapfwald. Wir können ab jetzt der Beschilderung folgen. Beim Aufstieg hat man einen herrlichen Blick zurück über Oberstaufen und – weiter oben – dann auch auf die Allgäuer Alpen.

Beschilderung. Foto: Bernhard Walle
Beschilderung. Foto: Bernhard Walle
Blick über Oberstaufen. Foto: Bernhard Walle
Blick über Oberstaufen. Foto: Bernhard Walle
Allgäuer Alpen. Foto: Bernhard Walle
Allgäuer Alpen. Foto: Bernhard Walle

Vorbei an Saneberg zum Sinswanger Moos

Nach dem Wald geht es bergab, allerdings flacher als es hochging. Ich fand den zweiten Abschnitt auch schöner. Toller Blick auf die Hügel nördlich der Alpen und Sonne im Gesicht. Während es im Wald stellenweise schneefrei war, lag hier auch ordentlich Schnee.

Ausblick in Richtung Norden. Foto: Bernhard Walle
Ausblick in Richtung Norden. Foto: Bernhard Walle

Kurz darauf geht es dann auch vorbei an Bauernhöfen und in der Nähe befindet sich in Sinswang ein kleines Skigebiet mit Lift. Es herrschte an diesem Samstag reger Betrieb.

Vorbei an Saneberg. Foto: Bernhard Walle
Vorbei an Saneberg. Foto: Bernhard Walle

Wir überqueren die Hauptstraße und gehen noch ein Stück im Sinswanger Moos, wo sich Langlaufloipen befinden. Solange man nicht direkt in den gespurten Loipen geht oder die beim Queren „beschädigt“ sollte es aber kein Problem sein.

Skilanglauf im Sinswanger Moos. Foto: Bernhard Walle
Skilanglauf im Sinswanger Moos. Foto: Bernhard Walle

Zurück zum Bahnhof

Statt an der Hauptstraße gehen wir durch ein Gewerbegebiet, unterqueren die Bahn und gehen dann auf der anderen Seite der Bahnstrecke zurück zum Bahnhof. Der Weg ist hier nicht mehr beschildert, schließlich endet der markierte Winterwanderweg am Parkplatz. Man folgt am besten dem GPS-Track oder einfach der Intuition, die Bahnstrecke ist schließlich schon sichtbar (und wenn die Züge der Baureihe 612 fahren auch hörbar) und der Bahnhof nicht mehr weit.

Fazit

„Premium-Winterwanderweg“ finde ich etwas arg übertrieben, aber es war ein echt schöner längerer Spaziergang, den man im Winter immer mal spontan ohne große Planung machen kann. Es reicht zeitlich, gegen Mittag am Bahnhof anzukommen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   2:30 Std Wandern   175 HM   175 HM   8 km   GPX Track

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