Kurz vor Tiefenbach

Mountainbiketour Nr 3: Dürre Wand

Auf die Dürre Wand wollte ich schon lange einmal. Was als weiterer vorsichtiger Versuch einer Bike & Hike Tour angedacht war, hat sich zu einer sehr schönen Mountainbiketour mit meinem Sohn entwickelt!

Im August habe ich drei Mountainbiketouren unternommen – aber keine einzige „normale“ Wanderung. Das Mountainbike ist für mich als Sportgerät neu und interessant. Daher probiere ich jetzt einmal ein paar Touren aus!

Anreise

Die Anreise führen wir diesmal durchgängig mit Regionalzügen durch. Da braucht man keinen Platz für das Fahrrad reservieren, sondern nur das Ticket dafür kaufen. Dadurch sind wir nicht an einen bestimmten Railjet gebunden, sondern können jeden Regionalzug nehmen.

Wir fahren über Wiener Neustadt nach Puchberg am Schneeberg.

Puchberg am Schoberbach entlang
Puchberg am Schoberbach entlang

Am Bahnhof Puchberg ist die Hölle los! Ein Salamanderzug steht kurz vor der Abfahrt, Leute laufen auf ihn zu um noch mitfahren zu können. Wo diese noch Platz finden wollen, weiß ich nicht. Ich habe aber auch nicht die Zeit, das herauszufinden: Mit unseren Fahrrädern brauchen wir mehr Platz als die übrigen Menschen und stellen damit Hindernisse dar. Ob wir wollen oder nicht – wir werden auf den Vorplatz hinausgespült. Dort steigen wir auf unsere Räder und fahren illegal gegen die Einbahn nach Osten, um nicht den ganzen Teich großräumig umrunden zu müssen. Die Hauptstraße entlang geht es über die Gleise und weiter bis zu einem Marterl, bei dem wir links abbiegen. Ab jetzt gibt es praktisch keinen Verkehr und keine Menschen mehr und wir fahren beschaulich den Schoberbach entlang.

Bike zum Öhlerschutzhaus

Wir nehmen die linke Abzweigung
Wir nehmen die linke Abzweigung

An der Weggabelung halten wir uns weiterhin links am Schoberbach. Rechts zeigt die Wegmarkierung zum Öhlerschutzhaus, das auch unser Ziel ist.

Die Asphaltstraße endet und führt ab hier als Schotterstraße weiter. Da unsere Route unter Bäumen und am Bach entlangführt, ist es hier deutlich kühler als zwischen den Häusern unten in Puchberg. Sehr angenehm, weil die Sonne heute richtig herunter brennt!

Schotterstrasse am Schoberbach
Schotterstrasse am Schoberbach

Nach dem Öhlerhansl kommt zuerst eine Abzweigung nach rechts – das ist der Wanderweg, den ich vom Abstieg von meiner ersten Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln her kenne. Wir biegen aber nicht hier ab, sondern bei der nächsten Schotterstraße. Das erste Stück ist so steil, dass wir schieben müssen – nach der ersten Kurve steigt der Weg zwar weiter an, aber weniger steil.

Steile Abzweigung nach Öhlerhansl
Steile Abzweigung nach Öhlerhansl

Dieser Forstweg führt uns schließlich zur normalen Straße, auf der wir ab jetzt bleiben und der wir bis oben zur Hütte folgen.

Fahrverbot gibt es hier jedenfalls sicher keines, weil Autos bis zum Öhlerschutzhaus fahren dürfen und oben ein Riesenparkplatz ist! Aus diesem Grund sind wir auch die halbe Strecke über den Forstweg gefahren, statt zur Gänze auf der normalen Auffahrt. Ich wollte die Zeit in der wir potentiell von Autos überholt werden minimieren.

Angekommen beim Öhlerschutzhaus
Angekommen beim Öhlerschutzhaus

Vom Bahnhof in Puchberg bis zum Öhlerschutzhaus haben wir für 450 Höhenmeter 1,5 Stunden benötigt. Es ginge auch schneller.

Hike zum Öhlergipfel

Wir hängen unsere Fahräder an ein Geländer und machen uns zu Fuß auf den Weg zum Öhlergipfel (1.213m). Die etwa 200 Höhenmeter legen wir in einer halben Stunde zurück.

Aufstieg zum Öhler Gipfel
Aufstieg zum Öhler Gipfel
Ausblick vom Öhler nach Norden
Ausblick vom Öhler nach Norden

Der Weg hinüber zum Gipfel des Schober wäre sogar ganz nett, weil es am Grat (ungefährlich) entlang geht. Wir sind aber schon recht hungrig und sparen uns den Schober heute.

Öhlerschutzhaus

Wir drehen also um und gehen zur Hütte um mein eigentliches Ziel endlich erreichen zu können: Jutta hat in ihrem Kommentar zu meinem Beitrag vor wenigen Tagen erwähnt, dass die Hüttenwirtin des Öhlerschutzhauses mit Ende dieser Saison aufhören wird und einen sensationell guten Schweinsbraten machen soll!

Um es kurz zu machen: Wir bestellen uns beide jeweils einen Schweinsbraten – und bekommen beide ungefragt etwas anderes. Der Schweinsbraten ist aus!

Ich bin zwar etwas enttäuscht, aber auch schon sehr hungrig.

So viel kann ich aber verraten: Das, was wir bekommen haben, hat uns sehr gut geschmeckt!
Was ich nicht verraten kann: Was es war. Ich weiß es nämlich nicht. Es ist untergegangen in meinem Protest, dass wir Schweinsbraten bestellt hätten, der Erklärung, dass es einen solchen nicht mehr gäbe und meinem schnellen Versichern, dass wir dann natürlich das gerade abgestellte Essen gerne nehmen (statt zu verhungern)!

Nach einer Stunde Mittagspause gehen wir zufrieden zu unseren Mountainbikes hinaus und schieben diese den ersten steilen Abhang am Zaun entlang hinauf.

Bike Dürre Wand

Raddepot
Raddepot

Nach diesem ersten steilen Stück geht es anschließend flacher weiter.

Das erste „Highlight“ ist das Erzloch. Wir schauen einmal hinunter und fahren dann wieder weiter. Was es von hier oben zu sehen gibt, haben wir gesehen.

Erzloch
Erzloch

Der Weg führt bis zum Katharinenschlag fast durchgängig bergauf. Es sind etwa 200 Höhenmeter. An zwei Stellen muss ich unsere Fahrräder tragen: Über ein Felsstück und über einen umgefallenen Baum.

Waldweg auf der Dürren Wand
Waldweg auf der Dürren Wand
Dürre Wand
Dürre Wand
Fette Wiesen auf der Dürren Wand
Fette Wiesen auf der Dürren Wand

Den Gipfel Katharinenschlag (1.222m) hätten wir fast übersehen – sehr spektakulär ist das kleine rote Gipfelkreuz nicht. Außerdem führt der Weg etwas unterhalb durch eine hohe Wiese vorbei.

Ich bin extra zu Fuß zurück gegangen um die höchste Erhebung der Dürren Wand zu besuchen!

Vom Öhlerschutzhaus bis Katharinenschlag brauchen wir 1,5 Stunden (inklusive Suche meiner Sonnenbrille mit teilweisem Abgehen des zurückgelegten Weges).

Katharinenschlag, Dürre Wand
Katharinenschlag, Dürre Wand

Nach der ersten kurzen Abfahrt bietet sich plötzlich ein schönes Panorama von Osten bis Süden.

Ausblick von der Dürren Wand nach Südosten
Ausblick von der Dürren Wand nach Südosten

Würden wir am Rücken der Dürren Wand weiter nach Osten fahren, würden wir zur Gauermannhütte kommen. Wir wollen jetzt aber gemütlich abfahren und wählen gleich den ersten Forstweg, der zwar total mit Gras bewachsen ist, aber sehr schön zu fahren ist.

Schon die nächste Kreuzung lässt uns auf einen geschotterten Forstweg abbiegen.

Abfahrt über Forstwege
Abfahrt über Forstwege

Wir folgen nicht dem Wanderweg 201A zum Haselbauer, sondern bleiben auf der Forststraße und fahren nach Gefühl in der Talsenke und schließlich den Haselbach entlang.

Diese Route führt uns über sehr idyllische Wiesen nach Tiefenbach, an einem Gehöft vorbei und schließlich zur Bundesstraße hinunter. Dieser folgen wir nach Reichental, wo wir bei der Bahnhaltestelle Miesenbach für heute vom Fahrrad absteigen.

Kurz vor Tiefenbach
Kurz vor Tiefenbach

Vom Katharinenschlag bis zur Haltestelle Miesenbach waren wir etwas mehr als eine Stunde unterwegs.

Tourdaten

Heimreise

Bahnhaltestelle Miesenbach
Bahnhaltestelle Miesenbach

Conclusio

Wir waren mit allen Schiebestrecken und Pausen etwas mehr als 6 Stunden unterwegs. Die Hälfte der Strecke sind wir vom höchsten Punkt, dem Katharinenschlag, bis zum Bahnhof Miesenbach in einer Stunde gefahren. Eine Stunde haben wir im Öhlerschutzhaus gerastet. Das heißt wir waren vier Stunden zu Fuß und per Rad unterwegs.

Möchte man die Tour ohne Mountainbike durchführen, sehe ich am Wochenende nur die Möglichkeit vom Katharinenschlag zur Abzweigung ins Blättertal zurückzugehen und von dort nach Puchberg zum Bahnhof zu marschieren. Unter der Woche fährt an der Bundesstraße entlang des Miesenbachs ein Bus.

Das war für uns jetzt schon ein neues Erlebnis: Das Mountainbike als Sportgerät und nicht mehr ausschließlich als Transportmittel. Das bedeutet auch, dass wir mit unseren Mountainbikes mit zwei Wandergrüppchen am schmalen Wanderweg zusammengetroffen sind. Ohne irgendeine Eskalation – aber es war das erste Mal auf der Bike-Seite für mich – bisher war ich immer auf der Hike-Seite.

6 Kommentare

  1. Nette Geschichte. Es freut mich, dass Du deinen meinen Enkel mitnimmst und dass er ein tolles Mountainbike hat, sogar mit Licht und anderen Erfordernissen. Warum hat er beim Wandern den Helm am Kopf behalten und nicht beim Rad gelassen?

  2. Ganz feiner Tourenvorschlag … und Geschichte! – Ich wollte 5 Sterne geben, oft tippt man von 1 – 5. Hier wurde leider bei 1 schon weggeschaltet.

    1. Hallo Bernhard!

      Danke für dein Lob!

      Ja, die Sterne liegen ein bisserl zu nahe aneinander. Das haben jetzt schon mehrere Besucher gesagt. Ich muss mir das einmal anschauen, was ich da verbessern kann.

      LG, Martin

  3. Dass du keinen Schweinsbraten bekommen hast, tut mir leid. Aber die Wandersaison beginnt ja eben erst. Du findest sicher noch eine Möglichkeit für eine Tour in der Gegend. Dann musst du halt vorher anrufen und bitten, dass sie dir eine Portion aufheben (oder mehrere, je nach Begleitung).

    Ich überlege jetzt grad, um wieviel sich die Strecke wohl verlängert, wenn man sie zu Fuß geht und so lange wie möglich auf Wanderwegen bleibt.

    1. Hallo Jutta!

      Im allerletzten Absatz habe ich das eh ausgerechnet: Um mindestens zwei Stunden bist du zu Fuß länger unterwegs, wenn du ins Piestingtal gehst.
      Nach Puchberg hinunter, wird es nicht so viel mehr sein.

      Beides gerechnet on top zu der einen Stunde, die wir für die Abfahrt benötigt haben.

      LG, Martin

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