Schneeschuhwanderung zum Grünen See

Schneeschuhwandern wie es sein soll

Die Besonderheit dieser Tour liegt im Abstieg vom Lamingsattel zum Grünen See hinunter. Das ist perfektes Schneeschuhgebiet.

Anreise mit Bahn und Bus


Wir treffen uns schon um 6:00 in der Früh am Hauptbahnhof, weil unser Zug schon um 6:25 abfährt. Dafür muss man natürlich auch entsprechend früh aufstehen und ich bin entsprechend müde.

Da ich diese Alpenverein Edelweiss Tour aber heute führe, muss ich pünktlich sein. Etwa die Hälfte der Teilnehmer steigt mit mir am Wiener Hauptbahnhof ein, die andere Hälfte steigt in Meidling zu. Heute haben sich zehn Teilnehmer angemeldet – wir sind damit eine recht große Gruppe und besetzen im Zug zwei Vierer- und zwei Zweierplätze.

Da der Zug in Leoben 4 Minuten Verspätung hat, beeilen wir uns zum Bus zu kommen. Wir hätten normalerweise 6 Minuten Zeit – jetzt bleiben uns nur mehr zwei. Seit der letzten Fahrplanumstellung hat sich diese Umstiegszeit deutlich reduziert. Bisher konnten wir im Supermarkt im Bahnhof noch locker etwas einkaufen gehen. Für mich ist diese Straffung dann gut, wenn der Zug so pünktlich ist, dass man den Bus erreichen kann. Heute waren es nur ein paar Minuten und wir haben den Bus erreicht. Das letzte Mal (siehe Göllerüberschreitung mit Schneeschuhen) mussten wir eine Stunde warten, weil wir den Anschlusszug nicht mehr erreichen konnten.

Mit dem Bus 820 fahren wir eine dreiviertel Stunde bis Präbichl Almhäuser. Um 9:22 steigen wir dort aus und machen uns bereit für den Abmarsch.

Aufstieg Lamingsattel


Es liegt mehr Schnee, als ich gedacht habe. Das erste Stück auf der Asphaltstraße tragen wir die Schneeschuhe trotzdem. Nach der Brücke über die Schienenstrecke zweigen wir rechts in den Wald ab. Ich gehe noch bis zur querenden Straße ohne Schneeschuhe hinauf. Direkt danach schnallen wir alle an.

Es geht moderat steigend durch den Wald, bis sich der Handlgraben als Kessel öffnet. Rechts unter der Materialseilbahn der Leobner Hütte zweigen wir nach unten zum Bach ab. Diesen queren wir und steigen zur Handlalm auf.

Nach der Handlalm führt der Weg nach links oben in den Wald. Ab hier ist der Weg nicht immer leicht zu finden. Wintermarkierungen gibt es nicht und die Farbmarkierungen an den Bäumen sind teilweise so weit voneinander entfernt, dass wir dazwischen suchen müssen. Spuren, denen wir folgen könnten, gibt es nicht.

Ab der Handlalm ist es steil und neblig.

Ab der Handlalm ist es steil und neblig.

Der Weg ist nicht immer gut erkennbar.

Der Weg ist nicht immer gut erkennbar.

Im Sommer ist der Aufstieg zum Lamingsattel keine besonders ausgesetzte Wanderstrecke. Wir finden eine gut durchgefrorene Schneedecke vor, die mit Schneeschuhen prinzipiell gut zu gehen ist, weil die Zacken gut greifen.

Bei Rinnen, die gequert werden müssen, besteht bei diesen Bedingungen allerdings schon das Risiko sehr weit abzurutschen, weil man bei einem Sturz im ungünstigsten Fall auf der Harschoberfläche sehr schnell werden kann.

Die konditionell stärkeren Teilnehmer wechseln sich daher vorne ab um Tritte zu schlagen. Für die 11te Person am Schluß existiert dann schon fast eine Schneeschuhautobahn.

Bei den kritischen Stellen lassen wir uns Zeit.

Bei den kritischen Stellen lassen wir uns Zeit.

Wir brauchen für das letzte Stück entsprechend lange: Weg suchen, Tritte schlagen, im steilen Gelände aufsteigen. Das verlangsamt uns.

Von der Bushaltestelle bis zum Lamingsattel brauchen wir daher 3h.

Lamingsattel


Am Lamingsattel ist es heute leider nicht sehr einladend. Es ist neblig mit Null Rundumsicht. Wenigstens geht kein Wind und wirklich kalt ist es auch nicht.

Am Lamingsattel.

Am Lamingsattel.

Wir rasten trotzdem nur kurz, essen eine Kleinigkeit und schnallen dann unsere Schneeschuhe ab. Didi und ich graben testweise ein Schneeprofil. Weil es Spaß macht. Es sagt uns aber auch, dass wir besser ohne Schneeschuhe den kommenden Hang hinunter gehen sollten, weil wir sowieso nur durch die ersten 15cm durchbrechen und danach auf die kompakt gefrorenen 40cm treffen ohne groß einzusinken.

Didi und ich schauen uns in der Pause den durchgefrorenen Schnee genauer an.

Didi und ich schauen uns in der Pause den durchgefrorenen Schnee genauer an.

Abstieg zum Grünen See


Abstieg vom Lamingsattel

Abstieg vom Lamingsattel

Wir laufen also ohne Schneeschuhe den Steilhang hinunter. Ich spurte voran – höre hinter mir noch Lachen, weil ich breitbeinig, hin- und herwackelnd hinunterlaufe.

In der Hälfte stoppe ich ab um die nachfolgende „Meute“ zu fotografieren. Das Foto fängt es nicht ganz ein – für mich wirkt es jedenfalls in dieser Situation so, als ob da richtig viele Menschen aus dem Nichts erscheinen würden und auf mich zulaufen. Hätten sie noch geschrien, hätte ich mich gefürchtet!

Bevor wir uns die Schneeschuhe wieder anziehen, schauen wir uns noch schnell einen alten Lawinenkegel aus der Nähe an.

Unten ziehen wir uns die Schneeschuhe wieder an.

Unten ziehen wir uns die Schneeschuhe wieder an.

Im flacheren Teil schnallen wir uns die Schneeschuhe wieder an. Ab hier geht es praktisch nur mehr leicht fallend bergab. Nach dem anstrengenden Aufstieg und dem kurzen Ablaufen ist das jetzt ein gemütliches Wandern über sanfte Hügel, zwischen weitläufigen Lärchen – quasi ohne Anstrengung leicht bergab.

Dieses Mal liegt mehr Schnee, bzw. ist der Schnee angenehmer zu gehen, als beim letzten Mal (siehe auch Von Präbichl zum Grünen See). Dafür schien Sonne. Die Kombination wäre ideal.

Vorbei an der Lamingalm immer leicht bergab.

Vorbei an der Lamingalm immer leicht bergab.

Schneeschuhwandern wie es sein soll

Schneeschuhwandern wie es sein soll

Grüner See


Als wir entlang der Laming, die rechts unter uns braust, zwischen Heuschlagmauer und Zellerwart durchgehen, schnallen wir die Schneeschuhe wieder ab. Es ist zwar teilweise ziemlich eisig – wobei die Eisplatten unter einer dünnen Schneeschicht versteckt sind – allerdings schauen dazwischen auch immer wieder erdige und felsige Stellen heraus.

Im letzten Drittel liegt schon zu wenig Schnee für Schneeschuhe.

Im letzten Drittel liegt schon zu wenig Schnee für Schneeschuhe.

Schließlich kommen wir zu einer Forststraße, die wir bei der letzten Gegensteigung noch einmal kurz nach links verlassen. Allerdings hat uns zu diesem Zeitpunkt die Zivilisation bereits so gut wie eingeholt. Hütten, geräumte Straßen, das Jugendferienheim, Autos, andere Menschen.

Wir schauen uns noch kurz den Grünen See an, versuchen uns vorzustellen wie er mit viel Wasser im Frühling wirken würde und machen ein abschließendes Gruppenfoto.

Gruppenfoto vor dem Grünen See

Gruppenfoto vor dem Grünen See

Vom Lamingsattel bis zum Grünen See sind wir 2:30h unterwegs gewesen.

Heimfahrt mit Taxi und Zug


Vom Gasthaus beim Grünen See (das geschlossen hat) rufe ich das Taxi (+43386255500) an und gebe Bescheid, dass wir in einer halben Stunde am großen Parkplatz unten abgeholt werden können.

Am Wochenende fährt kein Bus nach Tragöß. Unter der Woche gibt es aber diese Möglichkeit.

Wer wochentags für diese Schneeschuhwanderung Zeit hat, sollte eventuell die Tour in der anderen Richtung machen – also beim Grünen See starten und nach Präbichl hinunter gehen. Dort fahren die Busse öfter und sind damit viel leichter erreichbar.

Da wir 11 Personen sind, brauchen wir einen Bus und ein Auto. Insgesamt zahlen wir EUR 110,- bis Bruck an der Mur – also EUR 10,- pro Person. Das ist vertretbar finde ich.

In Bruck an der Mur laufen wir hinein um die Fahrkarten zu kaufen. Wir haben nur 6 Minuten Zeit von Ankunft der Taxis bis zur planmäßigen Abfahrt des Zugs.

Hätten wir den Zug verpasst, hätten wir eine dreiviertel Stunde warten müssen. Auch nicht schlimm.

So steigen wir um 17:04 ein und sind um 19:03 bereits wieder in Wien!

Ähnliche Beiträge

facebookgoogle_plusmail

Tourdaten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.