Göllerüberschreitung mit Schneeschuhen

Am Gipfel des Göller.

Die Tour, erneut von mir als „Jolly-Joker-Tour“ beim Alpenverein Edelweiss ausgeschrieben, führe ich als Schneeschuhwanderung über den Göller.

Anreise


Wir fahren vom Wiener Hauptbahnhof mit der frühestmöglichen Verbindung nach St. Pölten. Das bedeutet: 5:55 Abfahrt in Wien. Aufstehen mussten wir dementsprechend deutlich früher. In St. Pölten wollen wir in die Mariazellerbahn umsteigen. Leider hat unser Zug dort schon mehr als 10 Minuten Verspätung und der Anschlusszug nach Mariazell wartet laut Schaffner nicht auf uns.

Wir müssen also 50 Minuten auf die nächste Verbindung warten. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich ärgerlich, weil ich lieber 50 Minuten länger geschlafen hätte, als am kalten Bahnhof warten zu müssen.

Das Taxi (+436645129651) rufe ich an und gebe Bescheid, dass wir erst um 9:52 statt schon um 8:52 in Mariazell ankommen.

Die Anreisemöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Göller sind nicht berauschend. Am Wochenende fährt gar kein Bus.

Unter der Woche fährt er nur auf die Südseite, zum Lahnsattel – siehe Fahrplanabfrage. Will man die Tour so machen wie hier beschrieben, kommt man also um den Einsatz eines Autos nicht herum – emtweder Taxi oder zwei Autos am Start- und Endpunkt.

Die Zugfahrt nach Mariazell ist landschaftlich wunderschön. Wenn man sich in die Mariazeller Bahn setzt, sollte man die herrliche Aussicht auch wirklich genießen. Auf diese Art weiß man es auch zu schätzen, dass der Zug so langsam unterwegs ist und die Fahrt von St.Pölten bis Mariazell 2:15h dauert.

Unser Taxi steht in Mariazell am Bahnhof schon bereit, wir laden unsere Rucksäcke ein, steigen ein und fahren los. Die Siedlung, bei der wir aussteigen, heißt „Oberknollenhals“ und ist etwa 20 Minuten entfernt. Es ist dort ein Parkplatz, von dem viele Schitourengeher aus starten – gegenüber ist eine Kapelle.

Göller


Um 10:30 gehen wir schließlich los. Wir gehen nicht den Göllergraben hinein, sondern östlich davon, den Kamm hinauf. Der Weg ist für uns ganz einfach zu finden, weil es eine ausgeprägte Schitourenspur gibt. Auch ohne diese wäre der Weg relativ leicht zu finden, weil wir einfach am Kamm bleiben müssen. Der „Kamm“ ist hier eigentlich eher ein breiter Bergrücken.

Am Kamm, östlich des Göllergrabens bergauf.

Am Kamm, östlich des Göllergrabens bergauf.

Es ist teilweise recht wildromantisch.

Es ist teilweise recht wildromantisch.

Bis zum Gsenger geht es ziemlich gerade in einer Linie hinauf. Dort kommen wir aus dem Wald heraus und in die Latschenzone hinein. Jetzt ist es 12:30. D.h. wir sind jetzt vom Parkplatz aus 2h unterwegs.

Ab der Waldgrenze beginnt der Hochnebel und der Wind frischt auf.

Ab der Waldgrenze beginnt der Hochnebel und der Wind frischt auf.

Durch den Nebel haben wir keinerlei Rundumsicht. Bisher war es einfach, den Spuren im Schnee zu folgen. Weil der Wind den Schnee verweht, sind aber die Spuren ab jetzt nicht mehr sichtbar. Da wir bergauf unterwegs sind und der Nebel nicht zu dicht ist, ist die Orientierung relativ leicht. Das Gipfelkreuz ist halt typischerweise am höchsten Punkt zu finden.

Vom Gsenger bis zum Gipfel des Göller brauchen wir 1h.

Am Gipfel des Göller.

Am Gipfel des Göller.

Da der Wind am Gipfel heroben wirklich unangenehm stark weht und uns feine Eiskristalle ins Gesicht schleudert, halten wir uns nur für das Gipfelfoto auf und machen uns dann auf den Weg zum Kleinen Göller hinüber.

Kamm


Der Abstieg zum Kamm ist – im Gegensatz zum Aufstieg – nicht ganz so leicht zu finden. Die existierenden Spuren hat der Wind zugedeckt und ich muss ein, zwei Mal vorausgehen, um den Weg zu suchen.

Wir finden den Einstieg zum Kamm und gehen langsam und vorsichtig weiter. Von den Wechten halten wir uns fern, weil ich von oben nicht einschätzen kann, wie viel sie überhängen. Kritische Stellen mit Absturzgefahr gehen wir einzeln.

Am Kamm zwischen Göller und Kleinem Göller.

Am Kamm zwischen Göller und Kleinem Göller.

Wir brauchen für die Strecke zwischen Göller und Kleinem Göller fast 1h, obwohl wir den Gipfel des Kleinen Göller auslassen und unterhalb daran vorbeigehen.

Abstieg von Göllerhütte


Der Abstieg zur Göllerhütte vom Kleinen Göller ist dann wiederum kein Problem. Wir finden den Weg zwar nicht durchgängig, aber das Gebiet ist so schneebedeckt, dass die Latschen kein Problem darstellen.

Vor der Göllerhütte gibt es noch einen kurzen Gegenanstieg – den letzten des heutigen Tages. Um 15:00 kommen wir in der Göllerhütte an.

Vom Gipfel des Göllers haben wir also etwa 1,5h bis zur Göllerhütte gebraucht. Da wir als Gruppe an einigen Stellen einzeln gegangen sind, haben wir länger gebraucht, als wenn man alleine unterwegs ist.

Abstieg von der Göllerhütte zum Forstweg.

Abstieg von der Göllerhütte zum Forstweg.

Von der Göllerhütte gibt es einen letzten Abstieg zu einer großen Wiese. Den Abhang laufen wir in Falllinie hinunter. Im tiefen Schnee macht das mit den Schneeschuhen viel Spaß!

Am Ende der Wiese beginnt schon die Forststraße. Kurz vor 16:00 sind wir dort – kurz nach 16:00 wird es finster. Gut, dass wir alle unsere Stirnlampen mithaben! Eine Vorsichtsmaßnahme, die ich im Vorfeld ausgegeben habe, da ich schon wusste, dass die Lichtstunden knapp werden können.

Die Dämmerung bricht herein - die in der Früh verlorene Stunde müssen wir jetzt in der Dunkelheit gehen.

Die Dämmerung bricht herein – die in der Früh verlorene Stunde müssen wir jetzt in der Dunkelheit gehen.

Wir haben alle Stirnlampen mit, weil wir schon damit gerechnet hatten, möglicherweise in die Dämmerung zu kommen.

Wir haben alle Stirnlampen mit, weil wir schon damit gerechnet hatten, möglicherweise in die Dämmerung zu kommen.

Für den Abstieg auf der Forststraße brauchen wir noch einmal 1:15h bis hinunter.

Rückfahrt


Da ich von der Göllerhütte aus das Taxi schon anrufen konnte, wartet der Fahrer mit dem Kleinbus um 17:15 schon mit eingeschaltetem Licht auf uns. Wir sind schon ein bisserl müde und der illuminierte Taxibus schaut unglaublich sympatisch aus, als wir aus der Siedlung Donaudörfl heraus kommen!

Wir fahren nach Mariazell zum Bahnhof – erwischen problemlos den Zug und fahren nach St. Pölten. Ehrlich gesagt genieße ich diese Fahrt jetzt nicht mehr so. Draussen ist es dunkel und die Mariazellerbahn bleibt gefühlt alle zwei Kilometer stehen.

In St.Pölten steigen wir endlich in einen schnellen Railjet um und sind eine halbe Stunde später wieder in Wien.

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Tourdaten

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