Mit Öffis auf die Hohe Wand

Schneeberg und Hohe Wand vom Zug aus

Die Hohe Wand hat nicht nur eine hohe Hüttendichte, sondern es führen auch unglaublich viele Aufstiege hinauf! Ganz gemütliche Wanderwege, steile Aufstiege, Steiglein mit Kraxelstücken, Klettersteige und unzählige Kletterrouten.

Ich stelle hier vier einfache Routen vor – von ganz gemütlich bis zu steil und ausgesetzt: Pfarrersteig, Grafenbergweg, Springlessteig und Wagnersteig.

Anreise


Alle vier Aufstiege sind im Süden der Hohen Wand vom Bahnhof Grünbach am Schneeberg aus zu erreichen. Man könnte auch eine Station früher, in Unterhöflein, aussteigen, um weiter östlich zu starten, was sich eventuell für den Springlessteig anbieten würde.

Ich finde den Start in Grünbach aber schöner, weil ich da sehr schnell von den Asphaltstraßen weg und auf der grünen Wiese bin.

Die Fahrt von Wien Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Grünbach am Schneeberg dauert – inklusive dem Umsteigen in Wiener Neustadt in den Zug Richtung Puchberg – 1:12h. Das ist meiner Meinung nach recht schnell.

Tipp: Der Norden der Hohen Wand schaut ganz anders aus und gefällt mir auch sehr gut. Diese Route kann ich z.B. empfehlen.

Zustieg


In allen vier Fällen starte ich am Bahnhof Grünbach am Schneeberg.

Direkt vor dem Bahnhof liegt ein Bahnübergang, dessen Schranken sich geschlossen haben, als der Zug in den Bahnhof eingefahren ist. Über diesen quere ich die Schienen, nachdem sich die Schranken wieder geöffnet haben.

Der Straße folge ich für kurze Zeit, um dann beim ersten Wegweiser nach links zur Wiese hinauf abzubiegen. Die Schilder zeigen alle zum Seiser Toni (derzeit geschlossen). Das ist praktisch, weil dort will ich vorbeigehen.

Parkplatz Seiser Toni: Pfarrersteig und Grafenbergweg führen nach links, Wagnersteig und Springlessteig gerade aus.

Parkplatz Seiser Toni: Pfarrersteig und Grafenbergweg führen nach links, Wagnersteig und Springlessteig gerade aus.

Bis zum Seiser Toni gehe ich sehr gemütlich (um mich aufzuwärmen und den Schneeberg zu fotografieren) etwa 30 min.

Dauer Aufstieg ab Seiser Toni: Die Aufstiegszeit ohne Pausen beträgt für alle vier Steige gleich lang – nämlich etwa 1h.

Pfarrersteig


Der Pfarrersteig ist der einfachste Aufstieg von den vier vorgestellten.

Pfarrersteig

Pfarrersteig

Der Pfarrersteig zweigt bei einer Bank vom Grafenbergweg (noch vor der Forststraße) im Aufstieg links ab – Foto des dortigen Wegweisers oben.

Dass der Hinweis auf die Forstarbeiten noch immer dort steht, führe ich auf einen „Irrtum“ zurück. Es gibt sicher immer wieder Forstarbeiten im Wald – allerdings ist dieses Schild jetzt schon viele Monate dort.

Der Pfarrersteig ist jedoch nicht mehr durchgängig gepflegt. Er wird mehrmals von der Forststraße durchkreuzt. Das führt dazu, dass man sich im Aufstieg teilweise mühsam über die lockere Böschung der Straße hinaufarbeiten muss.

Im Abstieg muss man den Weg ab und zu etwas suchen, weil man von der Kante der Straße aus hinunterschauen muss, um zu sehen wo der Weg weitergeht.

Prinzipiell führt der Pfarrersteig bis zum Plackles hinauf durch den Wald. Außer den Straßenböschungen wartet der Steig mit keinerlei technischen Schwierigkeiten auf.

Der Pfarrersteig ist durchgängig ein Waldsteig.

Der Pfarrersteig ist durchgängig ein Waldsteig.

Leider ist der Pfarrersteig mehrmals durch dieses Juwel unterbrochen.

Leider ist der Pfarrersteig mehrmals durch dieses Juwel unterbrochen.

Man muss sich daher öfter über solche Abhänge kämpfen.

Man muss sich daher öfter über solche Abhänge kämpfen.

Berghaus Plackles. Das war früher die Bergstation des Lifts.

Berghaus Plackles. Das war früher die Bergstation des Lifts.

Pfarrersteig:

Grafenbergweg


Der Grafenbergweg führt zur Eicherthütte hinauf und beinhaltet keinerlei technische Schwierigkeiten.

Der erste Teil der Strecke ist für Pfarrersteig und Grafenbergweg der gleiche Weg. Ab Seiser Toni ist der Grafenbergweg angeschrieben.

Der Grafenbergweg wird durch die Forststraße auch einmal gekreuzt. Bei dieser Bank führt der Weg hinauf.

Der Grafenbergweg wird durch die Forststraße auch einmal gekreuzt. Bei dieser Bank führt der Weg hinauf.

Grafenbergweg

Grafenbergweg

Betonsockel des alten Sessellifts, der auf den Plackles geführt hat.

Betonsockel des alten Sessellifts, der auf den Plackles geführt hat.

In der Hälfte des steilen Stücks ist die Grafenbergbank, die zu einer Pause einlädt.

Kurz vor der Grafenbergbank ist eine Schautafel mit der Geschichte von Alois Wildenauer. Hat man diese gelesen, erschließt sich einem warum es einen Pfarrersteig oder einen Wildenauer-Steig gibt!

Schautafel, hinten Grafenbergbank

Schautafel, hinten Grafenbergbank

Der Grafenbergweg endet bei der Wilhelm-Eichert-Hütte.

Wilhelm-Eichert Hütte

Wilhelm-Eichert Hütte

Grafenbergweg:

Springlessteig


Der Springlessteig führt zum Hubertushaus hinauf.

Vom Parkplatz Seiser Toni geht man geradeaus weiter. Zuerst auf der Asphaltstraße, dann gerade weiter auf der Forststraße.

Zuerst zweigt der Wagnersteig, dann der Gebirgsvereinsteig nach links ab. Schließlich zeigen Schilder den Weg zum Springlessteig an – siehe nächstes Foto.

Springlessteig

Springlessteig

Da es oben gespannte Stahlseile zum Anhalten und eine 3m lange Stahlleiter zum Überwinden einer Steilstufe gibt, gilt der Springlessteig als Klettersteig der Schwierigkeit A.
Ganz oben ist er für eine kurze Zeit sogar leicht ausgesetzt.

Ab dem Wandfusssteig wird es steil.

Ab dem Wandfusssteig wird es steil.

Die einzige Leiter im Springlessteig.

Die einzige Leiter im Springlessteig.

Blick zurück, kurz vor dem Ausstieg zum Hubertushaus.

Blick zurück, kurz vor dem Ausstieg zum Hubertushaus.

Den Springlessteig bin ich mit meinen Kindern oft gegangen, als sie noch klein waren. So lange sie vom Gewicht her leicht waren, habe ich sie an ein kurzes Sicherungsseil genommen. Später sind sie den Steig unversichert gegangen.

Die Mitnahme von Handschuhen zahlt sich auf jeden Fall aus, weil man sich dann an den Stahlseilen nicht weh tun kann.

Hubertushaus

Hubertushaus

Springlessteig:

Wagnersteig


Der Wagnersteig gefällt mir persönlich sehr gut, weil er abwechslungsreich ist. So wie der Springlessteig gilt auch der Wagnersteig als Klettersteig der Schwierigkeit A. Er ist ein Stück steiler und ausgesetzter als der Springlessteig.

Wagnersteig

Wagnersteig

Vom Seiser Toni geht man geradeaus um nach relativ kurzer Zeit dem Schild nach links zur Wand hin zu folgen.

Wagnersteig ist sehr gut gelb markiert.

Wagnersteig ist sehr gut gelb markiert.

Am Wagnersteig gibt es mehrere Leitern.

Am Wagnersteig gibt es mehrere Leitern.

Wagnersteig mit versicherter Querung

Wagnersteig mit versicherter Querung

Als meine Kinder noch kleiner waren, habe ich sie an ein kurzes Seil genommen bzw. habe ihnen ein Klettersteigset verpasst. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ausrutschen und abstürzen minimiert.

Generell ist es so, dass ein Sturz, bei dem man eine Fallstrecke zurücklegt, in einem Klettersteiggelände immer schwere Verletzungen nach sich ziehen kann. Im Gegensatz zum Klettern baumelt man ja nicht an einer senkrechten, oder überhängenden Felswand, sondern geht über Felsenstufen hinauf. Diese touchiert man beim Sturz natürlich.

Das letzte Stück ist ausgesetzt und sehr aussichtsreich.

Das letzte Stück ist ausgesetzt und sehr aussichtsreich.

Man kommt direkt unter der Wilhelm-Eichert-Hütte heraus (Foto siehe oben beim Grafenbergweg).

Wagnersteig:

Heimfahrt


Die Rückfahrt erfolgt so wie die Anreise: Von Grünbach am Schneeberg nach Wiener Neustadt. Dort Umstieg in den nächsten Zug nach Wien. Dauer: 1:12h.

Fazit: Die Hohe Wand ist ein lohnendes Wandergebiet, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell und einfach zu erreichen ist!

Neben diesen vier gut markierten Steigen von Grünbach aus, gibt es noch unzählige andere, die ich hier nicht angeführt habe (Klettersteige wie den Gebirgsvereinsteig, Steiglein wie den „Wir zwa Steig“ oder das „Perchersteiglein“, etc)!

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