Über die Karlalm zur Voisthalerhütte

Gipfelkreuz Karlhochkogel

Sehr lange Schneeschuhwanderung auf unmarkierten Wegen im Hochschwabgebiet auf die Karlalm und auf den Karlhochkogel. Übernachtung in der Voisthalerhütte.

Anmerkung: Dieser Beitrag beschreibt Tag 1 einer Mehrtagestour.

Anreise


Wir fahren mit dem Zug nach Kapfenberg und von dort mit dem Bus weiter nach Thörl. Die Bushaltestelle ist gleich nach der Ruine. Bis dorthin vergehen von Wien aus 2:33h.

Bei der Bushaltestelle wartet um 9:31 schon das Taxi Hochschwabreisen (03861/2400) auf uns. Die Fahrt bis zum Bodenbauer kostet EUR 25,-.

Wir lassen uns heute allerdings nur bis zum Beginn des Wanderwegs in die Karlschütt bringen. Kostet auch EUR 25,-.

Um 9:50 starten wir schließlich.

Karlschütt


Dafür, dass es kein markierter Weg ist, beginnt es gleich einmal mit einem wunderbar ausgetretenen Weg. Die Orientierung bleibt auch weiterhin einfach, weil wir die ganze Zeit links vom Bachbett bleiben.

Besonders fällt uns auf, dass der Weg unheimlich abwechslungsreich ist: Wir gehen neben und im Bachbett, im Wald, über Geröll, Felsen, Blockgestein, Wiese, Heidekraut, Latschen. Es ist flach, moderat und steil – schön durchgemischt. Wirklich alles dabei!

Karlschütt

Karlschütt

Wasserkaskaden Karlschütt

Wasserkaskaden Karlschütt

Der Weg ist recht abwechslungsreich.

Der Weg ist recht abwechslungsreich.

Querung eines Zulaufes

Querung eines Zulaufes

Durch die Karlschütt bis zur ersten Steilstufe – siehe nächstes Foto unten – brauchen wir 1:40h.

Karlgraben


Kurze Kletterstelle

Kurze Kletterstelle

Ein Schitourengeher kommt uns bei der ersten Steilstufe entgegen. Er erzählt uns dass er bis hierhin mit den Schi abgefahren ist. Wir nehmen also unsere Schneeschuhe in Betrieb. Für uns ist das recht erfreulich, weil wir die Schneeschuhe vergangenen Oktober drei Tage lang am Buckel quer über den Hochschwab getragen haben (siehe auch Drei Tage Hochschwab). Zwei Kilo weniger am Rücken und nicht laufend in den Schnee einzubrechen, empfinden wir als wirklich angenehm!

Durch die geschlossene Schneedecke ist der Weg für uns nicht mehr immer eindeutig erkennbar und wir biegen im guten Glauben falsch ab. Dass es falsch ist, stellt sich für uns erst heraus, als wir an einer steilen und ausgewaschenen Kante stehen, über die der Weg früher einmal geführt haben mag. Mittlerweile hat sich der Bach umentschieden und den Weg verlegt. Wir entschließen uns das letzte Stück wieder abzusteigen und zurückzugehen. Dadurch lassen wir etwa 20min liegen.

Das ist jetzt vielleicht eine passende Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass es auf unmarkierten Wegen und bei Schneelage manchmal schwierig sein kann den (richtigen) Weg zu finden. Im Falle des Falles muss man dann noch genug Kraftreserven haben um umdrehen und die gleiche Strecke zurück gehen zu können.

Teilweise ist es recht steil

Teilweise ist es recht steil

Der Karlgraben erweitert sich etwas, bevor wir in den Talschluss kommen.

Der Karlgraben erweitert sich etwas, bevor wir in den Talschluss kommen.

Sobald man den Talschluß betritt, befindet man sich genau östlich vom Gipfel des Mühlbachkogel. Dort schwenken wir scharf nach links, in Richtung Mühlbachkogel hinauf. Bis zur Abzweigung sind wir – inkl. Pause & inkl. Verirren – 3:20h unterwegs.

Karlhochkogel


Der Weg führt an einer Jagdhütte vorbei. Wir haben die Abzweigung aber verpasst und gehen statt an der Geländekante, im nächsten Einschnitt hinauf zum Mühlbachboden, schwenken in einem Halbkreis nach Norden und weiter nach Osten um den Karlhochkogel zu besteigen.

Abzweigung Richtung Mühlbachkogel hinauf.

Abzweigung Richtung Mühlbachkogel hinauf.

Am Mühlbachboden

Am Mühlbachboden

Vor dem letzten Anstieg auf den Karlhochkogel.

Vor dem letzten Anstieg auf den Karlhochkogel.

Schon am Mühlbachboden haben wir ein unglaubliches Panorama. Nicht nur auf den Hochschwab uns gegenüber, sondern rundherum. Dass das Wetter so wunderschön ist, ermöglicht natürlich diese Fernsicht überhaupt erst.

Gipfelkreuz Karlhochkogel

Gipfelkreuz Karlhochkogel

Bis zum Gipfel des Karlhochkogel haben wir 5h für 1.250HM gebraucht. Besonders schnell waren wir nicht. Auch nicht, wenn man das Verirren abzieht.

Das Panorama ist jedenfalls absolut überwältigend. Didi und ich stimmen überein, dass das eine der schönsten Touren bisher war.

Panorama Hochschwab vom Karlhochkogel aus

Panorama Hochschwab vom Karlhochkogel aus

Abstieg Karlmauer


Am Tag davor habe ich bei Thomas Panhölzl, dem Hüttenwirt der Voisthalerhütte angerufen. Nicht nur um ein Zimmer zu reservieren, sondern auch um die aktuellen Bedingungen zu erfragen. Erst am Donnerstag hatte es ja noch einmal 10cm geschneit.

Thomas hat mir empfohlen nicht über den Trawiessattel abzusteigen. Da ich das bei Schneelage vorigen Mai schon einmal ausprobiert und nicht besonders genossen hatte (siehe auch Vom Bodenbauer zur Voisthalerhütte), hätte ich diese Variante auch nicht gewählt. Ich möchte gerne von der Karlmauer, westlich der Edelspitzen, direkt zur Voisthalerhütte hinunter absteigen. Thomas rät mir jedenfalls vom Weg östlich der Edelspitzen ab.

Daher machen wir uns jetzt auf den Weg hinüber zur Karlmauer. Den Weg müssen wir selbst suchen. Das ist weiters kein großes Problem, weil die Sicht ja perfekt ist.

So schaut Schneeschuhwandern aus!

So schaut Schneeschuhwandern aus!

Dort wollen wir jetzt hin - zur Voisthalerhütte.

Dort wollen wir jetzt hin – zur Voisthalerhütte.

Den Einstieg hinunter finden wir ganz einfach, weil hier Stangen eingeschlagen sind. Vom Gipfel des Karlhochkogel bis zum Einstieg sind wir 40min unterwegs.

Den Markierungsstangen folgen wir zuerst diagonal nach links unten. Dort liegt wenig Schnee und der ist weich. Das bedeutet, dass es sehr rutschig ist. Wir haben unsere Grödel angezogen. Die sind für solche Stellen ein deutlicher Stabilitätsfaktor.

Später liegt genug Schnee, dass wir in Falllinie hinunterlaufen.

Der obere Teil des Abstiegs von der Karlmauer ist unangehm rutschig, weil wenig Schnee.

Der obere Teil des Abstiegs von der Karlmauer ist unangehm rutschig, weil wenig Schnee.

Weiter unten können wir in der direkten Falllinie hinunter gehen.

Weiter unten können wir in der direkten Falllinie hinunter gehen.

Links der Hochschwab...

Links der Hochschwab…

...rechts die Hütte.

…rechts die Hütte.

Vom Einstieg oben bis zur Voisthalerhütte brauchen wir 20min.

Voisthalerhütte


Kulinarisch hat mich die Voisthalerhütte erneut überzeugt – mir schmeckt es bei Thomas einfach wahnsinnig gut. Das hat sicher auch damit zu tun, dass ich nach 6h gehen, ganz schön hungrig bin. Das ist es aber nicht alleine.

Ich bin sonst ja nicht so ein Essen-Fotograf, „Foodporn“ sagt Dr. Köllerer dazu. In diesem Fall fotografiere ich unser Abendessen aber:

Tipp: Als Tour für den zweiten Tag bietet sich

  • eine Runde über den Hochschwabgipfel an (siehe Von der Voisthalerhütte auf den Hochschwab),
  • ein direkter Abstieg nach Seewiesen,
  • nach Aflenz (sofern der Ochsensteig halbwegs schneefrei ist. Bei mehr Schnee kann das sonst so aussehen.) an.
  • Ein Abstieg nach Norden ist prinzipiell eine wunderschöne Tour. Abhängig von der Schneelage ist der Abstieg vom Ringkamp zur Edelbodenalm aber nicht unkritisch. (Hier kann ich leider auf noch immer nicht auf einen Beitrag verweisen, weil Didi diesen zwar begonnen, aber bisher nicht fertig gestellt hat. @Didis Papa: Vielleicht könnten Sie ja hier einmal positiv auf ihn einwirken?)

Fazit: Wahnsinnstour! Im positivsten Sinn.

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