Drei Tage Hochschwab: von Aflenz zur Gsollkurve

Drei Tage wandern im Hochschwab: Von Aflenz über die Voisthalerhütte zum Schiestlhaus (N), Häuslalm, Sonnschienhütte (N), Frauenmauerhöhle, Gsollkehre bei Eisenerz.

Ursprünglich wollten wir über die Aflenzer Starizen zum Schiestlhaus gehen. Da Didi und ich zwei Tage vorher im Schnee zum Ringkamp hinauf aufgeben und umdrehen mussten, haben wir uns diesmal auf die Südseite konzentriert.

Anreise


Die früheste Anreisemöglichkeit startet in Wien um 5:58. Dadurch kommt man nach 2:40h um 8:38 in Aflenz Ort an.

Je nachdem wann man fährt, steigt man entweder in Kapfenberg oder in Bruck/Mur in den Bus. In Kapfenberg muss man aus dem Bahnhof hinaus und hinunter auf den Hauptplatz, am Einkaufscenter ece vorbei.

Alternative: Mit dem Bus bis Seebergsattel weiterfahren und über die Aflenzer Starizen gehen. Ist an einem Tag locker machbar, aber auch nicht zu unterschätzen. Siehe auch: Aflenzer Starizen im Nebel. Da wir zwei Tage davor auf der Nordseite des Ringkamps wegen zu viel Schnee umdrehen mussten, wählen wir den Südanstieg von Aflenz.

Tag 1: Aflenz – Schiestlhaus


Wir gehen ein Stück der Buslinie entlang zurück: Zuerst wieder um die Kurve, dann nach der Bankfiliale die erste Straße rechts hinein.
Es gibt dann auch bald einmal Schilder, die zum Schwabenbartl weisen.

Von Aflenz Ort bis zum Schwabenbartl sind es 5km, die sich ziehen.

Von Aflenz Ort bis zum Schwabenbartl sind es 5km, die sich ziehen.

Fölz


Bis zur Abzweigung in die Fölzklamm, brauchen wir recht genau 1h. Der Schabenbartl ist von dort 3min entfernt.

Wir wählen diesmal den Weg durch die Klamm. Der Alternativweg über den Fölzriegel startet direkt beim Schwabenbartl. Ab der Seehöhe 1.168m kommen beide Wege wieder zusammen.

Blick zurück vom letzten Stück vor der Fölzalm. Links hinten ist Aflenz.

Blick zurück vom letzten Stück vor der Fölzalm. Links hinten ist Aflenz.

Bis auf die Fölzalm hinauf brauchen wir vom Schwabenbartl weg 1:30h.

Auf der Fölzalm liegen Grasserhütte und Herzerhütte direkt gegenüber. Das letzte Mal war ich in der Herzerhütte. Die ist sehr gemütlich; die Grasserhütte hat zu. Daher kehren wir auch diesmal für eine halbe Stunde in der Herzerhütte ein.

Bis zum Fölzsattel hinauf sind es etwa 20min.

Dullwitz


Danach kommt der möglicherweise kritischste Teil der gesamten Tour: Der Ochsensteig, hinunter zur Voisthalerhütte, ist bei Schneelage nicht zu unterschätzen! Wer sich hier nicht wohl fühlt, sollte diesen Steig nur im Sommer begehen.

Beginn des Ochsensteigs vom Fölzsattel zur Voisthalerhütte hinunter.

Beginn des Ochsensteigs vom Fölzsattel zur Voisthalerhütte hinunter.

Für den Ochsensteig brauchen wir wieder etwa 30min – inkl. exzessivem Fotoshooting von Hütte und Hochschwabgipfelkreuz.

Links unten (dunkelbraun) die Voisthalerhütte, rechts oben das Gipfelkreuz des Hochschwabs.

Links unten (dunkelbraun) die Voisthalerhütte, rechts oben das Gipfelkreuz des Hochschwabs.

Nach einer weitere Stärkung in der Voisthalerhütte, gehen wir die obere Dullwitz zum Graf-Meran Steig hinauf (30min).

Graf-Meran Steig


Der Graf-Meran Steig ist - weil südseitig ausgerichtet - schneller von Schnee und Eis befreit, als andere Aufstiege.

Der Graf-Meran Steig ist – weil südseitig ausgerichtet – schneller von Schnee und Eis befreit, als andere Aufstiege.

Bis zum Schiestlhaus gibt es keine besonderen Schwierigkeiten – auch wenn etwas Schnee liegt. Wir benötigen von der Dullwitz weg 2h.

Schiestlhaus


Schiestlhaus

Schiestlhaus

Insgesamt waren wir – inkl. aller Pausen – von Aflenz Ort bis zum Schiestlhaus 7h unterwegs und haben 1.600HM hinter uns gebracht.

Im Schiestlhaus ist diesmal nicht viel los. Uns stört das nicht und wir sind früh im Bett.

Tagestour: Prinzipiell ist diese Tour auch als Tagestour denkbar. Wir waren um 15:30 beim Schiestlhaus, 20min später ist man am Gipfel. Ich würde dann nach Seewiesen hinunter gehen. Der letzte Bus fährt dort um 18:55 ab. Das geht sich aus, wenn man zügig geht.

Tag 2: Schiestlhaus – Sonnschienhütte


Der zweite Tag beginnt zwar mit einem schönen Morgenrot – die Sonne selbst bleibt aber hinter Wolken versteckt.

Hochschwab


Hochschwab Gipfel

Hochschwab Gipfel

Beim Aufstieg auf den Hochschwab Gipfel zieht es komplett zu. Für die nächsten drei Stunden bleibt das auch so. Zusätzlich frischt der Wind auf und Regen setzt ein. Meine Stimmung ist am Tiefpunkt.

Fleischer-Biwak zwischen G'hacktem und Hochschwabgipfel.

Fleischer-Biwak zwischen G’hacktem und Hochschwabgipfel.

Speikböden


Auf diesem Teil der Strecke nutzen wir unsere Schneeschuhe. Wir hätten sie nicht unbedingt benötigt, aber da wir sie jetzt schon mithaben, verwenden wir sie auch.

Allerdings ist der Weg immer wieder durch kurze, gesicherte Querungen unterbrochen, wo wir die Schneeschuhe abnehmen müssen.

Steiler Abstieg zwischen Fleischer-Biwakschachtel und Häuslalm. Die Querung ist sogar mit einer Stahlkette versichert.

Steiler Abstieg zwischen Fleischer-Biwakschachtel und Häuslalm. Die Querung ist sogar mit einer Stahlkette versichert.

Kurz vor der Häuslalm gefällt mir der Weg wieder besser. Liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass der Regen aufgehört hat, wir aus dem Nebel herausgekommen sind und vor uns sogar sonnige Abschnitte liegen. Mein Bedürfnis bei der Häuslalm nach links hinunter zum Bodenbauer zu gehen und dort ein Taxi zwecks Heimfahrt zu rufen, sinkt wieder.

Wir sind beide jedenfalls auf der rechten Seite komplett nass, links zumindest feucht. Du magst die vorherrschende Windrichtung erraten haben…

Häuslalm


Für die Strecke Schiestlhaus – Häuslalm haben wir 3:30h (inkl. Hochschwab Gipfel und obligatorischer Gipfelpause) gebraucht.

Auf der Häuslalm, die nur am Wochenende geöffnet hat, trocknen wir alle unsere Sachen - und uns selbst.

Auf der Häuslalm, die nur am Wochenende geöffnet hat, trocknen wir alle unsere Sachen – und uns selbst.

Auf der Häuslalm ziehen wir uns komplett um und hängen alle nassen Sachen zum Trocknen auf. Wir bleiben 2h dort, essen, schlafen und geniessen die Sonne!

Um halb drei Uhr machen wir uns schliesslich wieder auf den Weg. Es herrscht eine schöne Almenlandschaft vor und wir machen einen Umweg um den Sackwiesensee herum. Auf der Nordseite des Sees steigen wir noch zu einer Höhle hinauf um diese zu erkunden. Diese ist aber nicht sehr ergiebig, weil sie nicht sehr tief in den Berg hinein führt.

Wir machen den Umweg um den Sackwiesensee herum. Von hier kommt ein Großteil des Wiener Wassers.

Wir machen den Umweg um den Sackwiesensee herum. Von hier kommt ein Großteil des Wiener Wassers.

Sonnschienhütte


Von der Häuslalm bis zu Sonnschienhütte brauchen wir 1:30h.
Ohne die zwei Stunden Pause waren wir am zweiten Tag daher 5h unterwegs.

Sonnschienhütte. Kein Mobilfunkempfang.

Sonnschienhütte. Kein Mobilfunkempfang.

Auf der Sonnschienalm stehen viele Halterhütten und die Sonnschienhütte selbst.

Mir kommt die Hütte recht groß vor. Außer uns ist noch eine Alpenverein-Jugendleiterkurs-Gruppe dort. Sonst ist es auch in der Sonnschienhütte schon recht beschaulich.

Da wir unseren Daheimgebliebenen versprochen haben uns jeden Tag zu melden, es in der Sonnschienhütte aber Null Empfang gibt, gehen wir nach dem Abendessen im Regen noch alle Hügel rundherum ab. Ich komme mir schliesslich blöd dabei vor mit dem Handy in der nach oben gestreckten Hand in der Dämmerung herum zu laufen und gehe ohne eine SMS geschickt zu haben – erneut nass – wieder in die Hütte zurück.

Tag 3: Sonnschienhütte – Gsollkurve

Um 8:30 brechen wir von der Sonnschienhütte auf. Es regnet immer wieder etwas, die Sonne kommt nicht wirklich heraus.

Zuerst führt der Weg die Schotterstraße entlang, über Almen gehen wir immer bergab.

Dr.Kotek-Steig


Der Dr.Kotek-Steig ist teilweise sehr schmal und führt an hohen, teilweise wirklich senkrechten Wänden vorbei.

Die Sicht ist schlecht, daher bemerkt uns ein riesiger Steinbock erst in letzter Sekunde. Leider sucht er sofort das Weite – ich hätte ihn wirklich gerne fotografiert!

Am Dr.Kotek-Steig - im steinschlaggefährdetem Bereich (!) - haben wir endlich wieder Empfang und können Bescheid geben, dass alles ok ist.

Am Dr.Kotek-Steig – im steinschlaggefährdetem Bereich (!) – haben wir endlich wieder Empfang und können Bescheid geben, dass alles ok ist.

Schließlich führt der Weg am Langstein entlang, unter dem es die Langsteinhöhle gibt. Seit ein paar Jahren ist bekannt, dass dieses Höhlensystem mit dem der Frauenmauerhöhle verbunden ist.

Blick vom Dr.Kotek-Steig den Jassinggraben entlang. Rechts um die Kurve ist der Grüne See.

Blick vom Dr.Kotek-Steig den Jassinggraben entlang. Rechts um die Kurve ist der Grüne See.

Frauenmauerhöhle


Der letzte Anstieg zur Frauenmauerhöhle ist noch einmal steil und anstrengend. Der Osteingang der Höhle ist sehr hoch – ein Vorgeschmack auf die hohen Hallen, die in der Höhle auf uns warten.

Führungen gibt es zwischen 15. Juni und 15. September: Frauenmauerhöhle

Bevor wir einfahren, wechselt Didi noch die Batterien in seiner Stirnlampe. Ich mache das nicht, werde es aber drinnen bereuen. Die Stirnlampen sind ident, seine scheint jedoch deutlich heller zu sein. Die Reservebatterien sind im Rucksack und ich will sie nicht suchen.

In der Frauenmauerhöhle

In der Frauenmauerhöhle

Der Weg durch die Höhle ist recht gut zu finden, es gibt nur eine Engstelle an der wir nicht einmal den Rucksack abnehmen müssen. Es gibt allerdings viele Geschichten über Leute, die sich in der Frauenmauerhähle verirrt haben und dort gestorben sind!

Wir haben uns viel Zeit gelassen um uns alles anzuschauen und Fotos zu machen. Daher haben wir fast eine Stunde von Ausgang zu Ausgang gebraucht.

Am Westausgang steht eine Aluleiter die zu einer Plattform hinauf führt, auf der der lokale Höhlenforschungsverein eine Hütte errichtet hat. Zwei Höhlenforscher sind gerade nach drei Tagen in der Höhle zurück gekehrt, weil sich einer der beiden verletzt hatte. Sie laden uns auf ein Bier ein und erzählen uns ein paar Geschichten, die unseren Tag noch einmal aufwerten! (Siehe auch Höhlenbären)

Plattform der Leobner Höhlenforscher, auf die sie uns eingeladen haben.

Plattform der Leobner Höhlenforscher, auf die sie uns eingeladen haben.

Gsollkurve


Vom Westeingang der Frauenmauerhöhle führen mehrere Eisenstiegen hinunter. Danach geht es in Serpentinen durch den Wald, bis wir auf die Forststraße kommen.

Über die Gsollalm gehen wir bis zur Gsollkurve ziemlich genau 1h.

Das Ende des Hochschwabs: Die Gsollkurve bei Eisenerz

Das Ende des Hochschwabs: Die Gsollkurve bei Eisenerz

Heimreise


Direkt in der Gsollkurve, beim Parkplatz, bleibt der Bus stehen. Wir hätten etwa 40min auf den nächsten Bus warten müssen.

Von der Gsollkurve bis nach Wien dauert es mit einer schnellen Verbindung 3:14h, 3:40h mit einer langsameren. Positiv betrachtet also genug Zeit um alles Revue passieren zu lassen!

Thomas, einer der beiden Höhlenforscher, nimmt uns in seinem Auto mit und bringt uns direkt zum Bahnhof in Leoben. Danke, Thomas!

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Tourdaten

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