Wo man ein Auto braucht

Aussicht vom Gipfel des Ferlacher Horns nach Süden.

Will man eine schnelle Vormittags Tour auf einen Gipfel machen, gibt es um 3:00 in der Früh keine Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Dafür braucht man ein Auto.

Eine Zwei-Tagestour draus zu machen, zahlt sich im Normalfall auch nicht aus und am Vorabend anzureisen und zu übernachten, ist auch übertrieben.

Also ist ein Auto – sprich: Individualverkehr – ein probates Mittel um den Nachmittag z.B. mit der Familie zu verbringen.

Wandern in Kärnten ohne Auto


Für mich sind die Berge Kärntens prinzipiell öffentlich nicht erreichbar. Das muss jetzt gar nicht der objektiven Realität entsprechen – ich erlebe es so, weil mich mein Papa per Auto vom Bahnhof abholt und wir ab dann nur mehr mit dem Auto fahren.

Sehr seltene Krainer Lilie am Ferlacher Horn

Sehr seltene Krainer Lilie am Ferlacher Horn

Die wenigen Fälle, wo ich bisher am Rande öffentliche Verkehrsanbindungen zu Bergtouren mitbekommen habe, waren auch nicht so prickelnd. Ein Beispiel, das mir einfällt ist eine Kleinbusverbindung an zwei Wochentagen in den Sommermonaten Juli und August zum Erlacher Haus, östlich des Großen Rosennocks. Startpunkt: Der hiesige Campingplatz. Ich begrüße es, dass für den Tourismus solche Möglichkeiten geschaffen werden – es zeigt mir auch, dass der Bedarf für die Einheimischen nicht gegeben ist.

Kein Bedarf – und damit keine Angebote. Damit bin ich wieder an dem Punkt, dass ich in Kärnten zu Bergtouren mit dem (ausgeborgten) Auto anreise.

Wobei ich wieder etwas relativieren muss: Kärnten ist nach Tirol das Bundesland mit den meisten Bergsteigerdörfern, also Orten, die Bergurlaub ohne eigenes Auto unterstützen.

Ferlacher Horn in der Früh


Der Mond scheint hell.

Der Mond scheint hell.

Ich möchte heute möglichst früh auf das Ferlacher Horn gehen um so früh wie möglich wieder in Klagenfurt zu sein und den Rest des Tages noch für andere Dinge nutzen. Mit dem Auto ist das mögkich.

Ich war sicher vor vielen Jahren schon einmal am Ferlacher Horn – habe aber keine aktive Erinnerung mehr daran. Ich will aber schon lang hinauf gehen, weil es von Klagenfurt aus so provokant zu sehen ist.

Den Wecker stelle ich mir auf 3:30, den TomTom programmiere ich mir mit dem Parkplatz als Ziel, von dem aus ich zu Fuß losgehen möchte.

Tipp: Ist der gewünschte Parkplatz im Navigationsgerät nicht zweifelsfrei erkennbar, rate ich dazu die GPS Koordinaten aus der Wanderkarte abzulesen und für das Navi als Zielort zu verwenden.

Ich habe den Zielort leider nur ungefähr, nach Gefühl, auf der Kartenansicht des TomToms eingegeben. Zufälligerweise war genau an dieser Stelle wirklich ein ausgeschildeter Parkplatz, auf dem ich dann geparkt habe. Der Parkplatz, zu dem ich eigentlich wollte, war allerdings 3km weiter und 250HM weiter oben. Hat mich eine zusätzliche Stunde gekostet.

Da ich etwas weiter unten in – schon in Male – starte, gehe ich in völliger Finsternis einen selten begangenen, teilweise völlig zugewucherten, aber gut markierten Weg für die erste Stunde dahin.

Der Weg führt ab dem Winkel stetig steigend dahin. Da die Tour durchgängig im Wald verläuft, ist sie für mich auch im Sommer bei warmen Wetter gut vorstellbar.

Erst die letzten 10min vor dem Gipfel sind unbewaldet, wodurch das Ferlacher Horn einen wirklich schönen Rundumblick bietet.

Aussicht vom Gipfel des Ferlacher Horns nach Süden.

Aussicht vom Gipfel des Ferlacher Horns nach Süden.

Da ich mit dem früheren Parkplatz eine Stunde länger unterwegs war, stehe ich um 7:30 am Gipfel. Die Sonnenaufgangsstimmung, die ich mir am Vorabend ausgerechnet habe, finde ich nur mehr begrenzt vor. Schön ist es trotzdem.

Habe ich für den Aufstieg 3h gebraucht, brauche ich für den Abstieg 1:30h.

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