Blick vom Kaiserstein auf die Fischerhütte und das Klosterwappen.

Schneeberg Fadensteig & Stadelwandgraben

Von der Bushaltestelle in Losenheim aus den Fadensteig hinauf, über die Fischerhütte zum Klosterwappen, hinunter über Stadelwandgraben zur Busstation in Kaiserbrunn.

Im Sommer bin ich diese Tour in die Gegenrichtung gegangen (siehe Beitrag „Überschreitung Schneeberg„). Der Vorteil im Sommer: Die Busse fahren öfter.

Von Kaiserbrunn fährt der letzte Bus im Winter samstags um 15:25 weg. Den gilt es zu erreichen.

Anreise nach Losenheim


Der Schneeberg ist einer der am besten an das öffentliche Verkehrsnetz angebundene Berg mit alpinen Anstiegen. Die Zugverbindungen nach Puchberg am Schneeberg sind fast stündlich getaktet und mit dem Bus fährt man direkt vom Bahnhof Puchberg zur Talstation des Lifts in Losenheim. Ich nutze die früheste Verbindung – Ankunft: 8:40.

Von dort gibt es mehrere Möglichkeiten Wanderungen zu starten: Nandlgrat, Fadensteig – aber auch gemütlicher Richtung Mamauwiese und Schober & Öhler.

Heute wähle ich den Fadensteig.

Aufstieg zur Edelweißhütte


Als ich auf der Straße rechts der Schipiste hinauf und dann den gelb markierten Wanderweg entlang gehe, fällt mir auf, dass ich diesen Teil noch nie gegangen bin. Ich bin entweder über die Piste gegangen, oder habe (meistens mit den Kindern) den Lift bis zur Edelweißhütte genommen.

Schöner Waldaufstieg zur Edelweißhütte.
Schöner Waldaufstieg zur Edelweißhütte.

Der Weg führt nur ganz kurz über die Schipiste, der Rest des Weges verläuft im Wald.

Bis zur Edelweißhütte benötige ich 45min – ohne mich zu beeilen.

Fadensteig


Der Fadensteig beginnt am Waldrand hinter der Edelweißhütte.

Am Beginn des Fadensteigs bin ich noch im Nebel.
Am Beginn des Fadensteigs bin ich noch im Nebel.

Der Steig führt für eine Viertelstunde durch den Wald – danach kommt der felsige Abschnitt.

Das letzte Bäumchen am Weg ist weihnachtlich geschmückt.
Das letzte Bäumchen am Weg ist weihnachtlich geschmückt.

Ab hier ist der Steig recht abwechslungsreich: Er führt in Serpetinen hinauf, enthält kurze Aufschwünge, gesicherte Querungen und erdige Passagen. Letztere kann ich im Sommer überhaupt nicht leiden, weil sie oft unangenehm rutschig sind. Jetzt ist alles festgefroren und steinhart. Quasi eine Freude drüber zu gehen!

Eine Kletterstelle, die am gut markierten Fadensteig zwischen den Felsen durchführt.
Eine Kletterstelle, die am gut markierten Fadensteig zwischen den Felsen durchführt.
Die vereisten Wipfel glitzern wie Diamanten an den sonnigen Stellen, im sonst schattigen Fadensteig.
Die vereisten Wipfel glitzern wie Diamanten an den sonnigen Stellen, im sonst schattigen Fadensteig.
Die vereisten Wipfel glitzern wie Diamanten an den sonnigen Stellen, im sonst schattigen Fadensteig.
Es gibt zwei versicherte Querungen. Liegt so viel Schnee, dass die Stahlseile nicht mehr sichtbar sind, empfinde ich diese Stellen als recht unangenehm.

Vor der letzten Kletterstelle, der Ausstiegswand, habe ich einen schönen Blick auf den Ötscher.

Ich lege meine Steigeisen an – nicht weil ich muss, sondern weil ich kann. Soll heißen: Es gibt auf den Felsen eine dünne Eisschicht, die es sehr rutschig macht. Ich könnte auch ohne Steigeisen gehen, will aber nichts riskieren.

Aussicht vom Ausstieg des Fadensteigs. Ab jetzt gehe ich in der Sonne!
Aussicht vom Ausstieg des Fadensteigs. Ab jetzt gehe ich in der Sonne!

Vom Parkplatz bis zum Ausstieg des Fadensteigs brauche ich etwas mehr als zwei Stunden.

Kaiserstein, Fischerhütte, Klosterwappen


Den jetzt folgenden Teil über den parabolisch geformten Bergrücken zum Kaiserstein, bzw. zur Fischerhütte, kann ich normalerweise nicht leiden (siehe auch „Fadensteig – nichts für Kinder!„). Heute scheint mir aber die Sonne ins Gesicht und dieser Gegensatz zum Nebelmeer unter mir, lässt gar keine negativen Gedanken aufkommen.

Blick vom Kaiserstein auf die Fischerhütte und das Klosterwappen.
Blick vom Kaiserstein auf die Fischerhütte und das Klosterwappen.

Für die Strecke von Losenheim bis herauf zum Kaiserstein brauche ich etwas über 3 Stunden, ohne mich groß zu beeilen.

Bei der Fischerhütte setze ich mich in die Sonne und jausne. Danach gehe ich zum Klosterwappen hinüber.

Eine gut markierte Abstiegsvariante führt über den Fleischer-Gedenkstein, auf dem Fadenweg, zur Edelweißhütte. Diesen Abstieg habe ich das letzte Mal gewählt, als ich über den Nandlgrat aufgestiegen bin. Der letzte Bus fährt von dort im Winter um 17:15 ab.

Abstieg über Stadelwandgraben


Kurze Rechnung vorweg:

  • Der letzte Bus fährt jetzt im Winter um 15:25 von Kaiserbrunn ab.
  • Für die bevorstehenden 1.500HM sind im Winter-Abstieg ohne Pause 2h einzurechnen. Abhängig von den Bedingungen ev. mehr.
  • Für die 2km auf der Bundesstraße etwa 20min.
  • Soll eine Pause am Gipfel/Ausstiegspunkt der Stadelwand gemacht werden (wegen Aussicht empfehlenswert), kommt das noch dazu.

Mit Puffer würde ich daher mit 3h rechnen. Das bedeutet: Abmarsch am Klosterwappen spätestens um 12:35.

Diese schöne Rechnung mache ich leider nicht schon am Klosterwappen. Da gehe ich froh und munter erst um 13:00 los. Dadurch weiß ich jetzt, dass die Taxifahrt von Kaiserbrunn zum Bahnhof Payerbach-Reichenau EUR 20,- kostet.

Der erste Teil des Abstiegs ist mit Stangen markiert, die auch bei viel Schnee noch gut zu sehen sind.

Blick vom Klosterwappen hinunter Richtung Stadelwand.
Blick vom Klosterwappen hinunter Richtung Stadelwand.

Diese Stangen-Markierungen führen bis zur Wegkreuzung mit dem südlichen Grafensteig. Ab dort finde ich keine sichtbaren Markierungen mehr. Im Sommer hatte ich im Aufstieg kein Problem den Weg zu finden. Er war immer gut sichtbar. Jetzt liegt allerdings gleichmäßig eine dünne Schicht Schnee, die es teilweise schwierig macht immer den Weg darunter zu sehen. Bei viel Schnee kann es leichter sein (wenn schon gespurt), oder auch schwieriger (wenn ungespurt).

Von der Kreuzung mit dem Grafensteig ist der Weg hinunter zum Forsthaus auf der Lichtung neben der Stadelwand noch sehr einfach zu finden: Es geht im Prinzip für etwa 10min direkt nach Süden, bzw. in Falllinie hinunter (auch wenn der Weg in Serpentinen führt).

Den kleinen Umweg zum Aussichtsplatz auf die Stadelwand kann ich jedenfalls empfehlen. Die Aussicht dort hinunter ins Höllental und auf die gegenüberliegende Rax ist sehr schön.

Forsthaus auf der Lichtung bei der Stadelwand.
Forsthaus auf der Lichtung bei der Stadelwand.

Direkt unter dem Forsthaus geht der Weg nach Südosten hinunter und umgeht damit die Wände der Stadelwand. Danach führt der Weg beinahe horizontal wieder zurück zum Stadelwandsattel. Auf dieser längeren Querung zähle ich acht alte und neue umgestürzte Bäume, die ich überkraxeln muss. Ich will damit sagen: Der Weg wird nicht so oft begangen.

Vom Stadelwandgraben geht es wiederum in Serpentinen hinunter. Ich verlasse den Weg an der höchstmöglichen Stelle und quere zum Geröllfeld, das den Stadelwandgraben dort ziert. Meine Absicht ist es knieschonend ein paar Höhenmeter hinunter zu laufen.

Bei der Querung muss ich durch Laub gehen – und sinke plötzlich bis zu den Knien ein. Ich wate in den Blättern bis zum Geröllfeld und laufe dort hinunter. Da der Frost aber hier auch zugeschlagen hat, ist es nicht so dynamisch wie im Sommer.

Die Laub-Episode habe ich zu diesem Zeitpunkt noch unterhaltsam gefunden. Leider ist es so, dass ich ab dem Ende des Geröllfelds bis kurz vor der Bundesstraße durchgängig im Laub waten muss. Das klingt lustiger als es ist: Ich sehe den Boden klarerweise nicht und ein Schritt kann knöcheltief, oder knietief in das Laub hineinführen. Die Füße rutschen mir immer wieder weg, was recht kraftraubend ist.

Das Waten im Laub ist weniger lustig als ich geglaubt habe. Ob ein Loch kommt, oder ein großer Stein, weiß ich zu spät.
Das Waten im Laub ist weniger lustig als ich geglaubt habe. Ob ein Loch kommt oder ein großer Stein, weiß ich zu spät.

Ich war auf Schnee und Eis eingestellt und habe die entsprechende Ausrüstung dabei. Auf Laub bin ich nicht eingestellt und diese letzten 300HM zehren richtig an meinen Kräften.

Ich reduziere meine Geschwindigkeit von 800HM pro Stunde auf die Hälfte und gehe langsam und vorsichtig.

Schließlich bin ich auf der Bundesstraße und folge der Schwarza flussabwärts. Nach 20min bin ich in Kaiserbrunn.

Vom Parkplatz Stadelwandgraben geht es etwa 2km die Schwarza flussabwärts nach Kaiserbrunn an der Straße entlang.
Vom Parkplatz Stadelwandgraben geht es etwa 2km die Schwarza flussabwärts nach Kaiserbrunn an der Straße entlang.

Ich komme um 15:35 an. D.h. der letzte Bus (15:25) ist damit für heute schon weg.

Vom Klosterwappen bis nach Kaiserbrunn habe ich damit etwas mehr als 2:30h gebraucht. Ich empfehle mit 3h zu planen.

Rückfahrt von Kaiserbrunn


Mit dem Bus, oder Taxi zum Bahnhof Payerbach-Reichenau und von dort mit dem Regionalzug nach Wiener Neustadt. Dort zahlt es sich aus, dass ich am Gleis gegenüber in den schnelleren Zug nach Wien umsteige.

Tourdaten