Im Tiefschnee auf die Gemeindealpe

Im ungespurten Pulverschnee wühlen wir uns bergauf.

Es gibt endlich Schnee – daher möchten wir eine Schneeschuhtour machen. Damit ich es richtig genießen kann mit einem weglosen Anteil. Didi ist das recht.

  • Die Schneehöhe hat mich nach Westen schauen lassen. Nicht zu weit, sonst dauert die Anreise zu lang. Die Mariazeller Gegend ist 3h Fahrt von Wien entfernt. Das geht gerade noch. Die zweite Hälfte der Zugfahrt ist außerdem optisch ansprechend.
  • In den Ybbstaler Alpen gilt die Lawinenwarnstufe 3. Das bedeutet unter anderem, dass man unter 35° steilen Hängen bleiben sollte. Das ist für Schneeschuhtouren – unabhängig von der Lawinensituation – aber sowieso sinnvoll.
  • Ich hole mir Anregungen aus dem Buch „Schneeschuhwandern. Die schönsten Touren in den Wiener Hausbergen“ von Csaba Szépfalusi und Gipfeltreffen.at.
  • Schließlich entscheide ich mich für die Gemeindealpe. Aufstieg von Zellerrain. Mit zwei möglichen Routen – eine mit einem weglosen Anteil und eine am Normalweg direkt zum Eisernen Herrgott. Für den Abstieg sehe ich drei Möglichkeiten vor: Entlang der Schipiste, eine Variante querfeldein und den Sessellift.
  • Die Anreise soll mit der Mariazellerbahn erfolgen. Vom Bahnhof Mariazell mit dem Taxi auf die Passhöhe Zellerrain. Ich bestelle telefonisch (+436645129651) das Taxi Orttenburger zum Bahnhof. Wird uns bis Zellerrain EUR 25,- kosten.

Anreise


Um möglichst früh los gehen zu können, nehmen wir die erste Zugverbindung von Wien Hauptbahnhof nach Mariazell. Das bedeutet, dass ich um 5:55 im Zug sitze. Didi steigt wenige Minuten später in Wien Meidling zu.

Die Sonne wird erst in einer Stunde aufgehen.

Die Sonne wird erst in einer Stunde aufgehen.

Nur 30min später können wir in St.Pölten umsteigen. Die Mariazellerbahn, die „Himmelsleiter“, wartet schon.

Bis die Sonne gegen 7:30 aufgeht wird es vorher langsam heller, während wir durch eine sanft hügelige Gegend mit Vierkanthöfen fahren. Später fahren wir durch den gebirgigeren Teil: In engen Kurven, durch Tunnels und mit Aussicht auf den Ötscher.

Unser Taxi steht am Bahnhof Mariazell bereit, wir steigen ein und fahren zur Passhöhe Zellerrain hinauf.

Zellerrain – Roßkesselspitze


Passhöhe Zellerrain mit Blick auf den gespurten Weg, den wir gleich nehmen werden.

Passhöhe Zellerrain mit Blick auf den gespurten Weg, den wir gleich nehmen werden.

Von der Passhöhe Zellerrain geht der gut gespurte Weg sanft ansteigend zum Gehöft Hochbauer hinauf (30min).

Kurz bevor wir zum Hochbauer kommmen – das Dach sehen wir schon – zweigen wir nach links ab. Die Normalroute geht gerade aus Richtung Eiserner Herrgott weiter.

Wir zweigen ins ungespurte Gelände nach links ab.

Wir zweigen ins ungespurte Gelände nach links ab.

Der Forstweg, auf dem wir uns befinden endet laut Karte südöstlich unter der Roßkesselspitze. Ich habe zuhause einen GPX Track vorbereitet, der uns in einem bis zu 30° steilen Teil hinaufführt.

Noch am Forstweg vor dem Aufstieg zur Roßkesselspitze.

Noch am Forstweg vor dem Aufstieg zur Roßkesselspitze.

Auch wenn ich die Routenführung gut vorvereitet habe – eines habe ich nicht einberechnet: Dass der Schnee zu 100% aus Pulverschnee besteht. Jeder Schritt führt bis ganz zum Boden. Teilweise schauen unten die Blätter heraus. In der Ebene war das anstrengend, bergauf ist es richtig anstrengend!

Im ungespurten Pulverschnee wühlen wir uns bergauf.

Im ungespurten Pulverschnee wühlen wir uns bergauf.

Auf der Routenübersicht am Ende dieses Beitrags habe ich zwei blaue Fähnchen eingeblendet. Das ist die Strecke, die wir uns bergauf gewühlt haben. Für diesen kurzen Teil haben wir 1,5h gebraucht!

Das obere Fähnchen ist an der Stelle positioniert, an der wir wieder auf einen Forstweg treffen. Wir haben bis zu diesem Punkt überproportional viel Kraft verbraucht. Daher entschließen wir uns nicht weiter bergauf zu gehen, sondern in möglichst ökonomischer Weise zum Eisernen Herrgott zu gelangen.

Das bedeutet einerseits die Höhe zu halten, andererseits flache Strecken bzw. Forstwege zu nutzen. Der Himmel zieht zu, unsere Stimmung sinkt proportional zur Sonnenstrahlung.

Erst 20min vor dem Eisernen Herrgott treffen wir wieder auf die Spur. Es ist – nach 3h im Tiefschnee – richtig erholsam im Gespurten zu gehen!

In der Brach. Direkt dahinter der Eiserne Herrgott. Rechts hinten: Die Gemeindealpe.

In der Brach. Direkt dahinter der Eiserne Herrgott. Rechts hinten: Die Gemeindealpe.

Gemeindealpe


Vom Eisernen Herrgott gehen wir zuerst einmal bergab und dann ein kurzes Stück entlang eines Grats. Die danach folgende Wanderung am Rücken und der finale Aufstieg zum Gipfel der Gemeindealpe, ist ausgesprochen aussichtsreich, weil wir recht genau an der Baumgrenze sind.

Nach dem Eisernen Herrgott.

Nach dem Eisernen Herrgott.

Am Bergrücken entlang zum Gipfel der Gemeindealpe.

Am Bergrücken entlang zum Gipfel der Gemeindealpe.

Rückblick auf den Weg vom Eisernen Herrgott. Die Sonne scheint wieder.

Rückblick auf den Weg vom Eisernen Herrgott. Die Sonne scheint wieder.

Der letzte Anstieg ist wieder steiler. Wir folgen problemlos den Spuren in Kehren hinauf.

Oben angelangt gehen wir noch an den beiden Sendeanlagen vorbei hinüber zum Gipfel. Dort kommen wir ziemlich genau um 15:00 an. Gipfelsieg – die Sonne scheint auch wieder – Hochstimmung!

Vom Eisernen Herrgott bis zum Gipfelkreuz der Gemeindealpe haben wir genau 1h gebraucht.

Im Wissen, dass der nächste Zug um 17:13 fährt und wir drei Stunden Fahrzeit vor uns haben wählen wir die Abstiegsvariante Sessellift.

Heimreise


In der Talstation des Sessellifts angekommen, setzen wir uns ins Gasthaus Grabner und genehmigen uns eine warme Mahlzeit.

Direkt vom unteren Ende des Parkplatzes führt der Schurwiesenweg – beschildert! – zum Bahnhof Mitterbach hinüber. Es ist ein gemütlicher Fußmarsch von 10-15min.

Bahnhof Mitterbach

Bahnhof Mitterbach

Fast sofort nachdem wir in die Himmelsleiter eingestiegen sind, schlafen wir beide ein. Es ist ja auch genug Zeit bis wir in St. Pölten umsteigen müssen.

Von St.Pölten geht es dann rasch: In 30min fahren wir nach Wien, wo wir um 20:05 am Wiener Hauptbahnhof ankommen.

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Tourdaten

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