Nandlgrat im Winter

Nandlgrat im Winter

Der Nandlgrat ist als Anstiegsvariante auf den Schneeberg im Winter ein ernstzunehmendes Unterfangen. Mit der richtigen Ausrüstung, unter den richtigen Bedingungen, ist der Nandlgrat aber auch im Winter sehr empfehlenswert!

Die verschiedenen Webcams auf www.schneeberg.tv sind eine gute Möglichkeit die Bedingungen selbst einzuschätzen.

Anreise nach Losenheim


Um 6:55 fahre ich mit dem Zug am Wiener Hauptbahnhof ab. Am Weg nach Wiener Neustadt geht die Sonne auf und bietet ein sattes Farbenspiel. Der Spruch „Morgenrot – Schlechtwetterbot“ fällt mir zwar ein, will aber nicht darüber nachdenken und fahre stur weiter.

In Wiener Neustadt steige ich in den Regionalzug nach Puchberg am Schneeberg um. Der Bus zum Sessellift in Losenheim kommt nach wenigen Minuten (EUR 2,10), so dass ich um 8:39 am Parkplatz in Losenheim ankomme. Fahrtzeit: 1:41h.

Aus dem Zug fotografiertes Morgenrot.

Aus dem Zug fotografiertes Morgenrot.

Nandlgrat


Ich gehe die Asphaltstraße rechts der Piste bis zum Ende hinauf, dann folge ich dem Schotterweg über die Piste nach links in den Wald. Diesem Forstweg folge ich bis zu seinem Ende (30 min).

Ab hier geht es zuerst sehr steil, dann flacher durch den Wald, bis zur Ferdinand Bürklehütte (unbewirtschaftet, Bergrettungshütte). Dort kreuzt der nördliche Grafensteig und startet der Weg über den Nandlgrat auf den Schneeberg.

Ferdinand Bürkle Hütte

Ferdinand Bürkle Hütte

Kurz danach kommt noch die Rieshütte und dann liegt nur mehr der Steig vor mir.

Bei vielen Aufstiegen auf den Schneeberg gibt es schottrig-erdige Passagen, wie auf dem Bild unten. Diese kann ich nicht besonders gut leiden, weil sie rutschig sind und damit bei Nässe richtig ungut werden. Im Winter hingegen ist es eine Freude über den hartgefrorenen Boden aufzusteigen!

Schottrig-erdige Passage, die gefroren angenehmer zu gehen ist, als im Sommer.

Schottrig-erdige Passage, die gefroren angenehmer zu gehen ist, als im Sommer.

Derzeit liegt ab der Hälfte des Weges Schnee.

Derzeit liegt ab der Hälfte des Weges Schnee.

Ich werde von einem Bergsteiger eingeholt, der auch allein unterwegs ist. Wir gehen gemeinsam weiter.

Im oberen Drittel legen wir unsere Steigeisen an.

Im oberen Drittel legen wir unsere Steigeisen an.

Als ich den Nadlgrat das letzte Mal unter winterlichen Bedingungen gegangen bin, musste ich die Steigeisen kurz nach der Rieshütte anlegen. Es gibt dort einen etwa 2m hohen Aufschwung über runde Felsen, die recht glatt sind. Darüber war eine dicke, spiegelglatte Eisschicht, die ich ohne Steigeisen nur schwer bewältigen hätte können.

In den steileren Passagen geben die Steigeisen zusätzliche Stabilität.

In den steileren Passagen geben die Steigeisen zusätzliche Stabilität.

Die Markierung des Weges besteht aus blauen Punkten (Mitte, unten). Liegt mehr Schnee, sind diese nicht mehr zu sehen.

Die Markierung des Weges besteht aus blauen Punkten (Mitte, unten). Liegt mehr Schnee, sind diese nicht mehr zu sehen.

Bis zu der versicherten Stelle brauche ich diesmal 3h. Zum Vergleich: Im Sommer war ich auf dieser Route auch schon nach drei Stunden bei der Fischerhütte!

Der versicherte Teil am Nandlgrat.

Der versicherte Teil am Nandlgrat.

Nach der Versicherung kommt ein kurzer Grat und schliesslich die Ausstiegswand. Bei viel Schnee ist diese eher heikel, weil potentiell lawinengefährdet.

Bevor wir auf das Plateau aussteigen, ziehen wir uns noch warme Sachen an und machen uns winddicht. Waren wir bisher nur im Nebel, mit verhältnismäßig wenig Wind, stürmt es wenige Meter über uns heftig!

Von der Bushaltestelle beim Lift in Losenheim bis zum Ausstieg Nandlgrat habe ich diesmal fast 4h gebraucht.

Fischerhütte


Vom Ausstieg Nandlgrat bis zur Fischerhütte brauchen wir 30min. Der Weg ist mit Stangen gut markiert, die trotz der schlechten Sicht leicht zu sehen sind. Es ist neblig und stürmt. Wenn ich mich umdrehe spüre ich die Eiskristalle in der Luft schmerzhaft auf den freien Stellen meiner Haut.

Der erste Wanderer kommt uns kurz vor der Fischerhütte entgegen.

Der erste Wanderer kommt uns kurz vor der Fischerhütte entgegen.

Wir gehen durch den Vordereingang in der Winterraum der Fischerhütte. Dort jausnen wir, besprechen unseren Abstieg und wärmen uns auf.

Im Winterraum der Fischerhütte gibt eine Münz-Heizung (EUR 1,- für 1h). Wir haben sie ausprobiert.

Im Winterraum der Fischerhütte gibt eine Münz-Heizung (EUR 1,- für 1h). Wir haben sie ausprobiert.

Abstieg über Fleischer-Gedenkstein


Ursprünglich wollte ich über den Schneidergraben absteigen. Da wir aber für den Aufstieg so lange gebraucht haben und es ein langer Hatscher vom Ausstieg Schneidergraben bis zur Busstation in Sonnleiten ist, habe ich mich dagegen entschieden.

Walter muss zu seinem Auto in Losenheim zurück. Daher entscheiden wir uns für den Abstieg über den Fleischer-Gedenkstein. Das ist zwar auch ein langer Hatscher, aber die wegen der Eiskristalle schmerzhafte Strecke direkt gegen den Wind ist kürzer, als bis zum Fadensteig.

Daher folgen wir den Stangenmarkierungen hinunter und gehen schliesslich über die Forststraße – nur das allerletzte Stück führt durch den Wald – bis zur Edelweisshütte: Für die Strecke Fischerhütte-Edelweisshütte brauchen wir 2h.

In der Edelweisshütte kehren wir kurz ein, trinken etwas und essen eine warme Suppe.

Danach ist es bereits dunkel und Walter zeigt mir einen Abstieg direkt hinter der Hütte hinunter durch den Wald auf die Schipiste und weiter zum Parkplatz. Dort kommen wir um 17:00 an.

Heimfahrt


Um 17:15 fährt der Bus beim Sessellift in Losenheim ab – ich müsste 15min warten. Walter ist so nett mich zum Bahnhof in Puchberg mitzunehmen. Dort warte ich nur kurz bis der Zug ankommt und kann mich dann schon hinein setzen.

Abfahrt ist um 17:38. Nach 45min komme ich in Wiener Neustadt an, steige in einen Railjet nach Wien um, der mich in 30min zum Wiener Hauptbahnhof bringt. Ankunft um 19:02.

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