Zwischem Grossen Neukogel und Hohem Eck. © 2015 MH

Von Gutenstein nach Puchberg

Gutenstein und Puchberg sind zwei Ausgangspunkte in die Wiener Hausberge, die mit der Bahn besonders einfach von Wien aus zu erreichen sind. Daher wollte ich einmal die Tour von einem Bahnhof zum anderen ausprobieren.

Als durchgängigen Wanderweg gibt es die Möglichkeit von Gutenstein an der Straße entlang Richtung Öhlersimmerl zu gehen. Viele fahren diesen Teil mit dem Auto. Dann geht es die Dürre Wand am Öhlerkreuz vorbei zum Öhlerschutzhaus hinauf.

Ich will aber nicht an der Straße entlang wandern. Erstens will ich ein paar Gipfel machen, andererseits habe ich keine Angst vor dem Verirren. Ich wähle also die Route über den Großen Neukogel (grün markierter Weg), dann unmarkiert bis zum Hohen Eck und von dort querfeldein hinunter. Dann wieder am Wanderweg: Öhlersimmerl, Öhlerkreuz, Öhlerschutzhaus. Schließlich den Hanslsteig zum Schoberbach hinunter und nach Puchberg am Schneeberg bis zum Bahnhof.

Grün markierter Wanderweg auf den Großen Neukogel. © 2015 MH
Grün markierter Wanderweg auf den Großen Neukogel. © 2015 MH
Der Weg vom Bahnhof in Gutenstein geht am Sägewerk vorbei, danach gerade aus (und damit von der Straße abbiegend) Richtung Wald. Dann den „Taborweg“ (braune Tafel) entlang nach rechts in den Wald hinauf.

Meine Karte zeigt, dass man dort recht bald ganz scharf nach links auf einen grün markierten Weg abbiegen muss. Ich biege guten Glaubens ab, finde allerdings keine grünen Markierungen, der vermeintliche Weg endet im Nichts. Ich gehe in der Fall-Linie den Berg hinauf bis ich den Weg kreuze. Dieser ist sehr schön ausgetreten und deutlich mit grünen Markierungen versehen.

Bis auf den Grossen Neukogel gehe ich etwa 1,5h vom Bahnhof aus (inkl. falschem Abbiegen).

Vom Gipfel des Grossen Neukogels führt der markierte Wanderweg zur Ochsenheide hinunter. Ich weiß, dass ich dem Weg nicht folgen darf, sondern rechts abbiegen muss. Ich folge dem Weg trotzdem ein Stück, um später abzubiegen. Um es kurz zu machen: Ich gehe deutlich zu weit, bemerke das schließlich und gehe zurück.
Im Nachhinein erkenne ich: Vom Gipfel aus muss man sofort direkt nach Süden weggehen und den schwächer ausgeprägten Bergrücken zum Hohen Eck hinüber gehen.

Gipfelkreuzchen am Hohen Eck. © 2015 MH
Gipfelkreuzchen am Hohen Eck. © 2015 MH
Die Strecke zum Hohen Eck ist zwar kein Weg, aber auch nicht völlig unmarkiert: Mit Absperrband markierte Bäume zeigen den Weg. Auf die Erhebung in der Mitte führt ein alter, verfallener Forstweg. Kurz bevor ich am Hohen Eck ankomme, gibt der Wald den Blick auf die Dürre Wand frei. An dem Ausblick kann ich mich in diesem Moment nicht so sehr erfreuen, weil ich daran denke, dass ich jetzt gleich wieder ganz absteigen muss, um auf der anderen Seite wieder ganz hinaufzugehen.

Vom Grossen Neukogel bis zum Hohen Eck gehe ich etwa 1h (inkl. Umweg).

Der Abstieg vom Hohen Eck ist sehr steil. Ich wollte diese Tour ursprünglich als Schneeschuhtour im nächsten Winter gehen. Dafür ist mir dieser Abstieg aber zu steil. Vielleicht überlege ich mir eine Rundtour über die Ochsenheide?
Unten treffe ich zwischen Wald und Bach auf eine Nasswiese oder ein kleines Moor. So gern ich auch Moore mag, so schwierig ist es dieses teils zu umgehen, teils über die Grasbüschel balancierend zu überqueren.

Aufstieg zum Öhlerschutzhaus. © 2015 MH
Aufstieg zum Öhlerschutzhaus. © 2015 MH
Der Aufstieg vorbei am Öhlersimmerl zum Öhlerschutzhaus hinauf ist nicht wirklich anstrengend – es geht beständig, aber nicht zu steil bergauf. Im Sommer, wenn es heiß ist, ist das sicher ein schöner Anstieg, weil er auf der bewaldeten Schattenseite inklusive Bach hinauf führt. Auch die Aussicht über die bewaldeten Bergrücken ist schön.

Im Öhlerschutzhaus mache ich eine kurze Rast. Das ältere Ehepaar, zu dem ich mich an den Tisch setze, erzählt mir, dass die Küche hier sehr gut sein soll. Ich kann dies nach meiner Fritattensuppe noch nicht bewerten, nehme mir aber vor dieser Empfehlung mit meiner Familie einmal zu folgen. Eventuell mit einem Spaziergang über die Mamauwiese hierher.

Der Abstieg über den Hanslsteig ist rutschig, weil es immer wieder leicht regnet. Unten gehe ich dann der Schotter-, bzw. Asphaltstraße entlang bis zum Bahnhof. Um 15:35 überquere ich die Schienen – sehe den Zug schon stehen – und beginne zu laufen. Ich steige ein und der Zug fährt pünktlich um 15:38 ab! Meine Füße schmerzen.

1,5h später bin ich wieder am Hauptbahnhof in Wien.

Mein Fazit: Einsame, teilweise weglose Wanderung durch die bewaldeten Höhen der Gutensteiner Alpen. Öffentlich sehr gut erreichbar.

Tourdaten

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