Von Aflenz zur Voisthalerhütte, nach Seewiesen

Zwei Tagestour im Hochschwabmassiv: Von Aflenz über die Fölzalm zur Voisthaler Hütte; dort Übernachtung. Am nächsten Tag wegen Nebels statt über Aflenzer Starizen die Voisthalergasse und den Bösen Wald nach Seewiesen hinunter.

Der Wetterbericht war für Samstag und Sonntag von Anfang an bescheiden. Daher (und wegen des vielen Schnees) habe ich meinen ursprünglichen Plan, eine Süd-Nord Überschreitung von Aflenz nach Weichselboden zu machen, am Freitag verworfen und abgeändert zu Aflenz – Fölz – Voisthaler Hütte – Aflenzer Starizen – Seewiesen.

Anreise


Um nach Aflenz zu kommen, muss man mit dem Bus 171 von Kapfenberg weg fahren. Die Haltestellenabfrage findest du unten. Die Bushaltestelle wiederum findest du in Kapfenberg nicht direkt beim Bahnhof, aber sehr nahe: Du gehst aus dem Bahnhof raus, geradeaus die Stiegen hinunter auf den Europaplatz. Dort nach rechts vor das Einkaufszentrum e’c’e. Dort fahren die Busse weg.

In Aflenz sind wir beim Hotel Post ausgestiegen. Man kann aber auch eine Station vorher aussteigen. Der Weg zum Schwabenbartl zweigt nämlich ziemlich genau dazwischen ab.

1. Tag: Aflenz – Fölz – Voisthalerhütte

Eingang Fölzklamm. © 2015 MH
Eingang Fölzklamm. © 2015 MH

Im Wesentlichen geht es von Aflenz aus zuerst einmal bergab und dann flach bergauf. Bis zum Schwabenbartl sind es etwa 6 km, die man mit flottem Schritt in einer Stunde schafft. Meine beste Ehefrau von allen und ich sind langsamer unterwegs – dafür kehren wir beim Schwabenbartl ein und nehmen eine Mittagssuppe zu uns.

Vor dem Schwabenbartl gibt es die Abzweigung in die Fölzklamm. Der erste Teil ist von Bundesheer-Pionieren mittels Rundstämmen zugänglich gemacht worden. Direkt beim Schwabenbartl geht der Weg über den Fölzriegel hinauf. Vor der Fölzalm vereinen sich beide Wege wieder.

Auf der Fölzalm gibt es zwei bewirtschaftete Hütten – wir kehren in die Herzerhütte ein, damit meine beste Ehefrau von allen einen Nachmittagskaffee bekommt.

In der Herzerhütte erzählt mir ein Wanderer, dass er eigentlich auch zur Voisthaler Hütte wollte, sein Hund im Ochsensteig (Abschnitt zwischen Fölzsattel und Voisthaler Hütte) allerdings vor der Querung eines Schneefelds verweigert hat. Ich frage mich, ob der Hund nicht seine Gründe hatte und „freue“ mich schon auf die Querung.

Vor der Fölzalm überlege ich kurz, ob ich auf den Fölzstein gehen soll. Dazu kann ich meine beste Ehefrau von allen aber sicher nicht überreden – erstens, weil es zuerst bergauf und dann bergab geht (die zwei Dinge, die sie an den sonst ganz schönen Bergen gar nicht leiden kann) und zweitens, weil es ja völlig sinnlos ist den Berg raufzugehen, nur um ihn dann am selben Weg wieder hinunter zu gehen. Meine zaghafte Anfrage, ob sie vielleicht gerne in Ruhe 2,5 h Kaffee trinken möchte, verneint sie freundlich – nonverbal macht sie weniger freundlich klar, dass sie meine Frage als ungebührlich erachtet.

Blick auf den Fölzstein, bevor man auf die Fölzalm kommt.
Blick auf den Fölzstein, bevor man auf die Fölzalm kommt.

Wir gehen also gleich zum Fölzsattel weiter und kommen zum Ochsensteig, der zur Voisthaler Hütte führt. Unten ist jetzt Anfang Mai noch recht viel Schnee, wir müssen drei Schneefelder queren, bis wir schließlich auf durchgängiger Schneedecke bei der Voisthaler Hütte ankommen.

Gleich das erste zu querende Schneefeld ist extrem steil – ich vermute, dass der Hund hier verweigert hat. Ich kann so steile Querungen nicht leiden. Ich versichere mich zwecks Beruhigung noch einmal mit einem Blick nach unten, dass ich nach nur 70-80 m rutschen eh im Geröll hängen bleibe und gehe voran. Rechte Hand die Stöcke, linke Hand greife ich in den Schnee. Etwa in der Mitte fragt mich meine beste Ehefrau von allen direkt hinter mir, ob der Schnee abrutschen kann. Bilder schießen mir durch den Kopf. Mein Wissen über Lawinen ist nicht umfassend: Schneemäuler können ein Zeichen sein – wir schauen gerade in ein solches. Kritische Stellen einzeln begehen um nicht zu viel Druck auf eine Stelle auszuüben – sie ist direkt hinter mir. Ich fluche in mich hinein, denke an den Hund, der schlau genug war zu verweigern und beeile mich uns beide aus der Gefahrenzone zu bringen.

Tiefblicke am Ochsensteig.
Tiefblicke am Ochsensteig (vor den Schneefeldern).

In der Voisthaler Hütte kommen wir nach 6,5 h (inklusive aller Pausen) nach 17:00 an.

Hochschwabtour über Voisthalerhütte mit kulinarischem Schwerpunkt
Eine meine Lieblingstouren im Sommer ist, Freitag Nachmittag bis Samstag auf den Hochschwab zu gehen: Freitag früher aus der Arbeit weg und nach Seewiesen fahren. Aufstieg durch die Dullwitz. Kurz nach dem Franzosenkreuz sieht man die Voisthalerhütte das erste Mal und hat sie beim Durchqueren des Tales fast immer vor Augen. Bei der Hütte angekommen, sieht man den Gipfel des Hochschwabs das erste Mal.
Auf der Hütte esse ich ein wunderbares Abendessen. Es gibt zumindest ein Gericht für Fleischesser und eines für Vegetarier: Schön angerichtet (ich wollte diesmal mein Essen schon beinahe fotografieren) und ausgesprochen gut!
Nach dem Frühstücksbuffet Aufbruch auf den Hochschwabgipfel. Vorher lasse ich alle Sachen, die ich in den nächsten 3-4 Stunden nicht brauchen werde in der Voisthaler Hütte zurück.
Weiters vor dem Aufbruch: Erkundigung nach dem Mittagessen. Beim Abstieg vom Hochschwab zurück zur Hütte motiviere ich mich dann mit dem Gedanken an das Mittagessen in der Voisthaler Hütte. Nach eben diesem finaler Abstieg nach Seewiesen und Heimfahrt.

Kontaktdaten Alpenvereinseite: Voisthalerhütte

2. Tag: Abstieg nach Seewiesen


Seidelbast im Bösen Wald.
Seidelbast im Bösen Wald.
Am Sonntag ist es auf allen Gipfeln rundherum neblig. Thomas, der Hüttenwirt, rät uns davon ab, die Aflenzer Starizen bei dem Nebel zu gehen. Aber was tun wir sonst?

Meine Überlegung, alleine auf den Hochschwab zu gehen und dann gemeinsam nach Seewiesen abzusteigen spreche ich gar nicht erst laut aus. Ich bin auch lernfähig.

Also direkt nach Seewiesen hinunter. Bis zur Florlhütte liegt noch durchgängig Schnee, wie wir von Hüttengästen erfahren haben, die so aufgestiegen sind. Das wird den Abstieg etwas verlängern – aber nicht so sehr, dass wir erst um 15:00 in Seewiesen sind. Dann fährt aber erst der Nachmittagsbus (und der fährt nach Mariazell). Der nächste nach Kapfenberg fährt erst ab 16:50.

Wir steigen also gemütlich ab, lesen die Inschrift am Franzosenkreuz und beobachten uns beobachtende Gämsen.

Heimreise


Kurz vor dem Wanderparkplatz bestellen wir uns telefonisch ein Taxi (Hochschwab Reisen, +4338612400) zur Bushaltestelle Dullwitz in Seewiesen. Die Fahrt nach Kapfenberg kostet uns EUR 50,-. Ich glaube man könnte zu sechst im Taxi mitfahren, dann teilt sich der Betrag entsprechend auf.

Von Kapfenberg mit dem Zug zurück nach Wien.

Ohne Nebel wären zwei Varianten für mich denkbar gewesen:

  • Hochschwabgipfel über Graf Meran Steig hinauf und Jägermayer Steig herunter. Mittagessen auf der Voisthaler Hütte und dann Abstieg nach Seewiesen. Das geht sich bis zum Bus nach Kapfenberg um 16:53 schön aus (Tour habe ich schon gemacht).
  • Über Jägermayer Steig hinauf und die Aflenzer Starizen entlang nach Osten. Über Gamssteig nach Seewiesen hinunter (hätte ich gerne gemacht).

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