Schneeschuhtour auf den Göller – Anreise per Mietauto

Aus dem Buch „Schneeschuhwandern. Die schönsten Touren in den Wiener Hausbergen“ von Csaba Szépfalusi habe ich mir die Tour „[50] Göller, 1766m“ auf Seite 194 für meinen 15-Jährigen und mich ausgesucht. Startpunkt ist ein Parkplatz am Lahnsattel. Das ist dann auch schon die erste Herausforderung: Wie kommen wir dort hin?

  • Mit dem Bus von Mürzzuschlag aus nicht. Der fährt nämlich im Winter an den Wochenende dort nicht hin.
  • Mit dem Zug nach Mürzzuschlag und dann mit dem Taxi die 30 km zum Lahnsattel hinauf. Eur 11,30 kostet mich die Fahrt von Wien nach Mürzzuschlag mit meiner Vorteilscard. Ich schätze Taxikosten mit Eur 30,- für die Strecke ab. Macht für mich hin und zurück Eur 82,60. Mein Sohnemann besitzt ein Topticket mit dem in Wien, Niederösterreich und Burgenland nichts extra zahlt. Ich müsste für die Strecke in der Steiermark ein paar Euro für ihn einberechnen und runde daher auf Eur 90,- auf.
  • Mit dem Bus von Wien nach Mariazell und dann die 15km mit dem Taxi zum Lahnsattel. Da dauert die Fahrt mit dem Bus 3h. Das ist mir zu lange.
  • Mittels DriveNow Carsharing: Hin und zurück sind es 270km, bei DriveNow sind in einer Buchung 200km inkludiert. Mit dem 24h Paket (am günstigsten wegen der langen Parkzeit während der Wanderung) und den zusätzlichen 70km komme ich so auf etwa Eur 120,-.
  • Mittels Mietauto: Ich suche nach Mietautoangeboten per Checkfelix. Interessanterweise gibt es am Flughafen deutlich günstigere Angebote als in der Stadt. Ab Eur 45,- bin ich dabei, wenn ich das Auto am Samstag Abend abhole und Sonntag Abend zurück bringe. Das Benzin ist bei DriveNow inkludiert, hier nicht. Ich schätze die 270km mit Eur 30,- ab und komme so auf Eur 75,-.
  • Zum Vergleich: Mein Auto hat mich pro Woche Eur 116,- gekostet (alle Kosten ohne Treibstoff minus Wiederverkaufswert). Mit den Eur 30,- für die 270km wäre ich damit auf Eur 146,- gekommen – gefühlt wären es klarerweise nicht einmal die Eur 30,- gewesen, weil ich ja nicht nach jedem Ausflug vollgetankt habe.

Anreise mit Mietauto


Samstag Nachmittag fahre ich also von Wien zum Flughafen Schwechat hinaus um mir das Mietauto abzuholen. Schon beim Hinausfahren weiß ich: Das mache ich so schnell nicht wieder. Es fährt schon einmal nicht alle 5 min ein Zug zum Flughafen. Beim Flughafen angelangt bestätigt sich mein Gefühl, dass es bei diesem Austesten bleiben wird: Bis ich zu den Mietwagenschaltern gefunden habe, muss ich eine gefühlte Ewigkeit durch endlose Gänge irren.

Mietauto am Parkplatz Lahnsattel

Mietauto am Parkplatz Lahnsattel

Ich bekomme mein Auto schliesslich – einen kleinen Kia mit Kennzeichen aus Bratislava – und fahre damit heim. Wenigstens steht das Auto jetzt direkt vor der Tür, wenn wir am Sonntag weg fahren. Ist ein Vorteil.

Sonntag Früh, um dreiviertel Sieben sitzen wir schon in unserem slowakischen Auto und fahren Richtung Lahnsattel. Am Parkplatz dort angelangt steigen wir aus. Kurz danach kommt ein Auto mit Wiener Kennzeichen. Die beiden Herren grüßen und unterstreichen ihren Gruß mit Handzeichen. Sie scheinen des Slowakischen nicht mächtig zu sein und vermuten, dass ich nicht des Deutschen mächtig wäre. Ok.

Aufstieg


Die Strecke ist von Csaba in seinem Buch (das ich sehr empfehlen kann) ausreichend beschrieben – daher spare ich mir das hier.

Nur so viel: Wir kommen nach 2h bei der Göllerhütte an. Zu diesem Zeitpunkt hat es schon deutlich abgekühlt und der Wind hat aufgefrischt. Ich verwende in diesem Winter das erste Mal meine warmen Handschuhe. Ich fasse hier bereits die Möglichkeit in Betracht, dass wir wegen des Nebels nicht zum Göller über den Grad hinüber gehen.

Beim Aufstieg zum kleinen Göller wird der Wind immer stärker. Die Sicht ist sehr eingeschränkt. Es hat gemessen -2°C, gefühlt ist es weniger. Das Gratis-Peeling durch die Graupel kann ich nicht uneingeschränkt genießen.

Am Rückweg zwischen Gipfel und Hütte

Am Rückweg zwischen Gipfel und Hütte

Während ich mir noch überlege wie es zu einem tiefen, kreisrunden Loch im Schnee kommen kann an dem ich gerade vorbei gegangen bin, breche ich plötzlich bis zur Brust im Schnee ein. Die darunterliegenden Latschen sind nur überdeckt und bilden Hohlräume. Grosse, tiefe Hohlräume. Ich nehme es persönlich, dass nur ich einbreche – weder die beiden Schneeschuhwanderer vor uns, noch mein Sohnemann. Die zwei Kilo, die ich noch abnehme wollte, können das nicht ausgemacht haben. Wahrscheinlich habe ich beim Ausborgen im Alpenverein Edelweiß Kinderschneeschuhe bekommen, die mein Gewicht ungünstig verteilen. Ich kann mich schließlich selbst befreien und wir gehen weiter.

Wenige Meter unterhalb des Gipfels ist der Wind so stark, dass mein Erstgeborener nicht mehr stehen – geschweige denn aufrecht gehen kann. Mit so wenig Gewicht bricht er zwar nicht in den Latschen ein, würde aber weggeweht. Wir drehen um. Kein Gipfel heute für mich. Nicht einmal der kleine Göller.

Als wir wieder beim Auto sind kommt die Sonne heraus. Ganz toll. Wenigstens ist der Gipfel immer noch im Nebel und nicht zu sehen – sonst hätte ich mich geärgert.

Mietauto Rückgabe


Vor dem Abgeben des Mietautos am Flughafen tanke ich vertagsgemäß voll. Es fließen Eur 27,50 in den Tank. Sogar Eur 2,50 weniger als ich eingeplant hatte. Aber, wie vorher schon gesagt: Mit dem Abholen und Zurückbringen ist mir das zu kompliziert um das System noch öfter einzusetzen.

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