Winterlandschaft zwischen Schober und Öhler.

Erste Bergtour mit Anreise per Bahn

Habe mir für heute eine Runde vom Lift in Losenheim über Mamauwiese, Schober und Öhler nach Puchberg am Schneeberg ausgesucht.

Wetter schaut gut aus, Webcams zeigen nicht so viel Schnee – alles OK.

Anreise


Ich habe einen Zug gewählt, der in Wien Hauptbahnhof um 8:55 abfährt. Ich kaufe mir das Ticket zuhause per Internet und drucke es aus.

Der Zug steht schon am Bahnsteig.
Der Zug steht schon am Bahnsteig.
Ich packe alles ein und gehe aus der Wohnung, laufe die Stiegen hinunter. In der Hälfte erinnere mich, dass ich meine Outdoor-Uhr nicht mitgenommen habe. Mit einem leisen Fluch mache ich kehrt und bringe meine ersten Höhenmeter hinter mich.

Die Straßenbahn fährt mir vor der Nase weg. In der nächsten Bim schauen mich alle komisch an (wie schauen die erst wenn ich mit am Rucksack aufgeschnalltem Pickel einsteige?). Bei allen Bäckereien am Weg sind Warteschlangen in Zweierreihe. An diesem Punkt hätte ich schon eine Bewertung für mein Experiment. Das Auto steht noch in der Garage – noch habe ich den Verkauf nicht inseriert.

Ich kaufe mir schließlich doch noch ein Baguette und der Zug (RJ557, Planabfahrt 8:55) steht schon am Bahnsteig 5 – ich brauche also nicht in der Kälte zu warten. Schon viel besser.

Ich beobachte, dass es auch einige Leute gibt, die mit Schi in den Zug einsteigen. Die sind meiner Meinung nach Optimisten. Aber wir werden es ja sehen.

Der Zug ist recht voll, ein junger Hörbehinderter tyrannisiert mich mit seinen In-Ear-Kopfhörern. Momente später sehne ich mir seine Bass-Tiraden zurück, weil ein Heuschreckenschwarm Pensionistinnen alle noch verfügbaren Plätze okkupiert und sich alle gleichzeitig und lautstark über das Thema Frühpension unterhalten.

Winterlandschaft aus dem Zug mit Schneeberg im Hintergrund.
Winterlandschaft mit Schneeberg im Hintergrund.
Mein Zug erreicht inzwischen Wiener Neustadt. Schon im Zug wird durchgesagt welche Anschlußzüge es gibt, wann sie abfahren und sogar von welchem Bahnsteig sie abfahren. Das macht es einfach. Ich gehe über den Übergang im strahlenden Sonnenschein, mit Blick auf den Schneeberg, zum Bahnsteig 8a.

Der Zug R6411 nach Puchberg am Schneeberg (Planabfahrt 9:37) steht schon dort. Ich habe 9 min Zeit und spaziere gemütlich hin.

Ankunft Bahnhof Puchberg am Schneeberg. Alle steigen aus, manche gehen zur Busstation direkt vor dem Bahnhof. Die Buslinie 1720 kommt schon nach wenigen Minuten. Die Fahrt zum Schilift in Losenheim kostet EUR 2,10.

Das Wetter ist schön, die Sonne scheint, der Schneeberg schaut wunderschön aus. Beim Lift in Losenheim steige ich aus.

Mamauwiese – Schober – Öhler


Ich starte in Richtung Mamauwiese und muss recht schnell erkennen, dass hier mehr Schnee liegt als ich dachte. Über den Forstweg geht es leicht, später sinke ich immer wieder hüfttief ein.
Die Route auf den Schober ist ungespurt, der Aufstieg nach der Mamauwiese sehr steil und teilweise rutschig. Die steiferen Bergschuhe hätten sich ausgezahlt. Oben Winterwunderwelt. In der Sonne sind solche Touren immer herrlich!

Nach der Mamauwiese kommt die Schoberkapelle.
Nach der Mamauwiese kommt die Schoberkapelle. Danach steiler Aufstieg auf den Schober.

Der Übergang zum Öhler geht neben dem Grat entlang, zuerst hinunter, dann wieder hinauf. Man geht lange Zeit zwischen einem grobmaschigen Wildzaun und Felswänden. Dort gibt es keine Möglichkeit sich zu verirren. Generell ist die Route gut gelb markiert, natürlich sieht man im Winter keinen Weg und muss manchmal nach den Markierungen Ausschau halten.

Winterlandschaft
Die Markierungen sind in der Winterlandschaft nicht immer so gut sichtbar, wie hier.

Gibt es am Schober ein Kreuz, merkt man am Öhler den Gipfel nur dadurch, dass es wieder bergab geht.

Fünf Minuten später kommt das Öhlerschutzhaus. Wirkt geschlossen, aus dem gegenüber liegendem Nachbarhaus steigt jedoch Rauch auf.

Von dort kurz noch Tiefschneepassagen bergab, dann geräumter Forstweg, schließlich Asphaltstraße bis Puchberg. An der Hauptstraße nach rechts, über den Bahnübergang, zum Bahnhof. Ankunft 16:12. Mein Zug fährt um 16:48 ab, ich höre sein Gepfeife aber schon – ich muss also wieder nicht in der Kälte warten. Das ist schön.

Heimreise


Rückfahrt wie Hinfahrt: In Wiener Neustadt steige ich um und fahre bis Wien Hauptbahnhof. Ankunft Wien 18:04.

Dauer: Die Anreise hat mich etwas über 1,5 h gekostet. Das ist jetzt auch nicht viel mehr, als wenn ich mit dem Auto gefahren wäre.
Was ich hier weg lasse ist die Anreise zum Bahnhof. Mein Auto steht in der Reumannplatzgarage und da muss ich auch erst hinfahren. Die Anreise zum Hauptbahnhof dauert für mich vielleicht 5 min länger.

Komfort: In Punkto Komfort gefällt mir der Zug gut. Ich schreibe Teile dieses Eintrags schon im Zug. Auf der Heimreise schlafe ich ein bisschen.

Einen Vorteil kann die Anreise mit dem Auto verbuchen: Ich nehme mir im Auto immer Wechselgewand mit das ich im Kofferraum lasse. Nach einer Bergtour ziehe ich mich dann komplett um, inkl. Unterwäsche und Schuhe. Das habe ich jetzt nicht. Am Oberkörper habe ich etwas Trockenes an, Hose und Unterhose sind aber total durchschwitzt. Die Bergschuhe sind schwer und ungemütlich.

Kosten: Das Zugticket hat hin und zurück EUR 29,40 gekostet. Ich habe keine Ermäßigungskarte. Das Vorhandensein der Kernzone 100 fragt die ÖBB Webseite zwar ab, ignoriert das dann jedoch bei der Preisberechnung. EUR 29,40 mit und ohne Kernzone der Wiener Linien.
Der Bus hat EUR 2,10 gekostet.
Die Gesamtkosten von Zug und Bus betragen damit EUR 31,50. Das ist in Ordnung wenn ich es mit der Alleinnutzung des Autos vergleiche. Fährt die ganze Familie, schaut das schon wieder anders aus. Das Ermäßigungskarten-Thema wird dann wichtiger.

Fazit: Vom Preis/Komfort Verhältnis bin ich sehr angetan.

Die Anbindung zum Schneeberg (bzw. nach Losenheim) ist jedenfalls so gut, dass diese Destination problemlos öffentlich erreichbar ist.

Tourdaten

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